17. Bibelkurs                                                                                                      BK 17  

 

   Die Anfänge des Christentums

                            (So fing es an - mit den ersten Christen: Johannes 1, 35-51)

 

            Es ist sehr wichtig, die Anfänge einer Bewegung zu kennen. Am Anfang werden Prinzipien gelegt, die für immer gelten. Wer die Anfänge kennt, der kann auch spätere Erscheinungen leichter verstehen. - Das erste Buch Mose nennt man Genesis, das heißt: das Buch der Anfänge. Da erfahren wir den Anfang des Kosmos, den Anfang der Menschheit, den Anfang der Sünde. Es ist sehr hilfreich, die Anfänge der Christenheit zu wissen. Der Apostel Johannes schildert uns das sehr sorgfältig - bis in Kleinigkeiten.

            Johannes ragt unter den vier Evangelisten hervor. Luther sagt: Es ist das „rechte Hauptevangelium“. Das Johannes-Evangelium hat einige typische Kennzeichen:  

·      Johannes ist der Denker und Theologe unter den Evangelisten.

·      Er bringt nur 7 Wunder - aber die klassischen Wunder Jesu, meist mit einer ausführlichen Rede Jesu dazu. (Das erste Wunder geschah bei einer Hochzeit - das letzte nach einer Beerdigung, - die Auferweckung des Lazarus)

·      Er ist ein Augenzeuge und berichtet sehr detailliert.

·      Er beschreibt von der öffentlichen Wirksamkeit Jesu die ersten 6 Tage (Johannes 1+2) und die letzten 6 Tage Jesu (das Leiden und Sterben Jesu) sehr genau.

·      Er hat einen sehr einfachen Stil (und war vermutlich vom anschaulichen Stil der Reden Jesu angezogen worden) - und doch sehr tiefe Grundgedanken.

·      Er bringt sehr einfache Bilder von Jesus: Lamm, Brot, die eherne Schlange...

·      Er betont vom ersten Kapitel an sehr stark, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

·      Er hebt sehr stark den Selbstanspruch Jesu hervor: er bringt die sieben ICH-BIN-Worte Jesu (immer: ICH bin der... niemals: ICH bin ein....), verwendet am häufigsten den Ausdruck „Menschensohn“ (der aus Daniel 7 stammt und Jesu Machtstellung beschreibt - und der nur aus dem Munde Jesu zu hören ist) und die Wendung „vom Vater gesandt“. Damit wird also immer die Größe und Einmaligkeit Jesu stark herausgehoben.

·      Johannes sagt am Schluss sehr deutlich (Johannes 20, 31), warum und wozu er sein Evangelium geschrieben hat: ...damit die Leser dadurch zum Glauben an Jesus Christus kommen.“ (Johannes 20, 31).

Es begann mit den Christen auf eine sehr einfache und schlichte Weise:           

·      ... am Rande der Welt - nicht in einer Metropole

·      ... ganz unscheinbar - ohne „Öffentlichkeit“ und ohne „Presse“

·      ... am Anfang waren es nur einzelne - keine Massen

·      ... die ersten Christen kamen nicht in Scharen, es kam einer nach dem andern.

·      Jesus selber sagt: Das Reich Gottes beginnt klein wie ein Senfkorn - wird aber dann wie ein großer Baum (Matthäus 13, 31).

 

1.  Die erste Botschaft über Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt.“

Johannes stellt ganz deutlich an den Anfang: Jetzt kommt Jesus. Er wird das Hauptproblem der Menschheit lösen. ER wird die Sünde, die Ursache allen menschlichen Elends, auf sich nehmen und wegtragen. Das konnte und kann keine Religion. Das kann nur Jesus, und dazu wurde Er von Seinem Vater auf die Erde gesandt. Diese Aufgabe ist nicht leicht zu lösen und kostet einen hohen Einsatz: Christus wird als Lamm Gottes am Kreuz geschlachtet, um dadurch den Menschen das wahre Leben zu bringen. Ohne Vergebung der Sünden durch Jesus gibt es kein echtes Leben. - Ein eindrückliches Beispiel (von Bischof Dietzfelbinger berichtet) macht das deutlich: In Wien litt eine reiche Dame unter Depressionen und wandte sich deshalb an den berühmten Psychoanalytiker Prof. Sigmund Freud. Als sie nach monatelanger Behandlung keine Hilfe verspürte, sagte sie das voller Entrüstung dem Professor knallhart ins Gesicht. Aber auch ihm platzte der Kragen - und seine Antwort war kurz und knapp: „Denken Sie denn, Madame, dass ich ein Gott wäre, der Ihnen die Sünden abnehmen könnte?“ Freud war zwar Atheist, aber als Jude hatte er in seiner Kindheit viel von der jüdischen Lehre aufgenommen - und das wahr ihm geblieben: Sünden wegnehmen, das kann nur ein Gott! - Wer Jesus eine andere Aufgabe zuweist (Lehrer und Helfer der Menschheit, Revolutionär...), der geht am Zentrum vorbei, der hat Jesus nicht verstanden.

Johannes bezeichnet Jesus als das Lamm Gottes. Das ist eine alte Botschaft, die in Israel seit Alters sehr bekannt ist. Das erste Opfer, das Gott dargebracht wurde (durch Abel) war ein Lamm. Im Tempel von Jerusalem (und früher in der Stiftshütte) wurden jeden Tag zwei Lämmer geopfert: eins am Morgen, das andere am Abend. Die Befreiung aus Ägypten (nach 430-jähri-ger Knechtschaft) geschah durch den Tod des Lammes. Jesaja bezeichnet den Knecht Gottes in seinem großen 53. Kapitel als „das Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird.“ - In der Offenbarung des Johannes wird 27 mal das Lamm erwähnt, - und immer: das Lamm, das geschlachtet ist. - Das „Lamm auf dem Thron“ (Kap.5) - das „Lebensbuch des Lammes“ (13) - das „Lied des Lammes“ (15) - die „Hochzeit des Lammes“ (19) - die „Braut des Lammes“ und die „Apostel des Lammes“ (21). - Das Lamm Gottes nimmt uns die Sünde ab und macht den Weg frei zum Himmel. Das ist der Kern des Evangeliums.  

       Das Problem der Sünde beschäftigt den Menschen sehr und es wird auch ständig versucht, es zu lösen: die Sünde wird verharmlost („...ist nur ein Seitensprung“ - „Wir sind doch alle Sünder!“), sie wird auf andere abgeschoben („...die andern sind schuld!“), - „...Gras drüber wachsen lassen!“ - Alle diese Methoden führen nicht zum Erfolg, - bringen dem Menschen keinen Frieden. Die einzige Hilfe bringt Jesus - und deshalb musste ER am Kreuz sterben. - Darum hat Gott auch den Bußprediger Johannes den Täufer vorausgeschickt: er sollte den Menschen klar machen, was alles Sünde ist - und dass eine Reinigung von Sünden unbedingt notwendig ist. Die Menschen begriffen, dass der Täufer Johannes ein lebenswichtiges Thema anschnitt, drum kamen sie auch in großen Scharen hinaus an den Jordan, um diese Botschaft zu hören. - Aber nun weist dieser Rufer in der Wüste seine Leute zu Jesus hin und sagt: Dieser ist das Lamm Gottes, Er wird eure Sünden für immer wegnehmen, Er wird euch die innere Ruhe geben, die jeder Mensch sucht. - Das ist also das Hauptthema bei Jesus: ER kommt - und will mir meine Sünde abnehmen. - Aus diesem Grund sind in der christlichen Verkündigung Buße, Beichte, Ruf zum Kreuz von Golgatha, Vergebung der Sünden die zentralen Themen - wenn sie vernachlässigt werden, verleugnet die Kirche ihren biblischen Auftrag.

 

2.  Die erste Botschaft Jesu: „Was sucht ihr?“

     Jesus weiß, dass die ganze Menschheit auf der Suche ist: ...nach Glück, Erfolg, Bestätigung, Anerkennung, Abwechslung (durch Abenteuer, Reisen, Internet...), Liebe, Geborgenheit. - Die Kultusministerin Württembergs, Frau Dr. Schavan, sagte in einem Interview im Dez. 1998: „In unserer Gesellschaft ist eine tief verwurzelte Sehnsucht des Menschen nach Gott da. Aber die Sehnsucht hat oft diffuse Züge angenommen. Viele Menschen landen immer seltener in unseren Gemeinden, weil dort die erlösende Botschaft von Christus nicht mehr zu hören ist. Es braucht Menschen, die Zeugnis von einem lebendigen Gott geben sollten.“ Jesus ist für Suchende gekommen. ER will nicht die Gesunden zu sich rufen, sondern die Kranken, sagte ER (Matthäus 9, 13). à Wir müssen also in unserer Umgebung achtgeben, ob irgendwo suchende Menschen sind - und uns ihnen in Liebe und Weisheit zuwenden. Sie sind sehr dankbar für Wegweisung. - Ein vielbesuchter Film hatte den Titel: „Endstation Sehnsucht“. - Der große englische Schriftsteller John Milton schrieb 1662 ein zehnbändiges Werk mit dem Titel: „Das verlorene Paradies“ - Es gilt heute noch als Klassiker in der engl. Literatur. Irgendwie ahnt der Mensch, dass dieses verlorene Paradies wieder gefunden werden müsste. Der Kommunismus war ein groß angelegter Versuch dazu - das Ende war nicht das Paradies sondern eine riesige Katastrophe. - In einem Symposion von Historikern in München über die Wende und das Ende des Kommunismus sagte ein Redner: Die Idee des Marxismus ist wie eine große Seifenblase zerplatzt - aber am Horizont taucht schon die nächste Utopie auf. - Die Menschen jagen sehr leicht Utopien nach, ohne zu merken, dass sie in der falschen Richtung suchen und in einem großen Unglück enden könnten.

 

3.  Die erste Frage der Jünger: „Wo bist Du zur Herberge?“

     Dahinter steckt eine ganz einfache und persönliche Frage: „HERR, wo bist Du heute Abend? - wir möchten gerne mit Dir zusammen sein, wir haben eine Menge Fragen auf dem Herzen.“ Die beiden ersten Jünger Johannes und sein Freund Andreas ahnen, dass ihr Suchen bei Jesus erfüllt wird. Letzten Endes ist alles Suchen des Menschen ein Suchen nach Jesus, der allein die tiefste Erfüllung bringt. - Gerhard Tersteegen hat es sehr schön gedichtet: „Ich fühl’s, Du bist’s, Dich muss ich haben, - ich fühl’s, ich muss für Dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben, mein Ruhplatz ist in Dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen, drum folg ich Deinen sel’gen Zügen.“ (aus dem Lied: „Ich bete an die Macht der Liebe...“)

Petrus hat es später sehr deutlich bekannt, als die Menschen zu Tausenden Jesus den Rücken zuwandten: „HERR, zu wem sollen wir gehen? Wir wollen bei Dir bleiben, denn Du allein hast Worte, von denen man leben kann, - die uns Antworten geben auf die großen Fragen des Lebens - und auf die uns sonst niemand beruhigende Antworten gibt. Denn Du bist wirklich der Sohn Gottes.“ (Johannes 6, 68)

 

4.  Der erste Ruf Jesu - eine Einladung: „Kommt und seht!“

„Kommt zu Mir!“ sagt Jesus. Das ist eine großartige Einladung. Wie reich muss der sein, der es wagt, die ganze Welt zu sich einzuladen, um sie zu beschenken? - sagt ein alter Ausleger. „Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid! ICH will euch Frieden geben.“ (Matthäus 11, 28) - diese großherzige Einladung war früher Teil der Liturgie in jedem Gottesdienst.

·      Kommen - das heißt: sich aufmachen, - nicht stehen bleiben, sondern sich in Bewegung setzen - nicht den Ruf an sich vorübergehen lassen. - Wie es vom Verlorenen Sohn heißt: „...ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen...“ (Lukas 15, 18). Im letzten Kapitel der Bibel erklingt dieser Ruf noch drei mal: „Der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme...“ (Offenbarung 22, 17)                                         ...und seht! Seht! - das heißt: bei Jesus geschieht etwas, bei Ihm kann man etwas erleben. Jesus ist keine Idee, keine Theorie. ER bietet keine neue Ideologie, keine Philosophie. - Jesus ist eine geschichtliche Persönlichkeit. Johannes schreibt später in seinem Brief: „Wir haben Ihn gehört, haben Ihn gesehen, haben Ihn betrachtet und unsere Hände haben Ihn betastet - in IHM ist uns das Leben erschienen...“ (1. Johannes 1, 2) Die Bibel berichtet Geschichte, die geschehen ist - sie ist nicht eine Sammlung von Verhaltensregeln - wie der Koran oder wie die sog. „Mao-Bibel“. Wer auf Christus zugeht, der bewegt sich auf ein Kraftfeld zu. Bei Christus begegnen uns nicht leere Worte, Schall und Rauch - sondern Lebenskräfte.

 

5.  Der erste Missionar: Andreas

     Die erste Missionsaktivität ist auch wieder eine sehr einfache Sache. Keine große Missions-aktion, keine Missionspredigt - sondern nur, dass einer einen anderen trifft. - Andreas, der eben Jesus begegnet war, trifft seinen Bruder Simon - und führt ihn zu Jesus. Er geht einfach zum Nächsten, das ist sein Bruder. - Der Nächste ist der, der uns ganz nahe steht: das sind die Familienangehörigen, die Verwandten, die Arbeitskollegen (Simon war Fischer wie sein Bruder Andreas!), die Nachbarn usw. - Da ist also unsere erste Aufgabe. Jesus will, dass unsere Sache echt ist - ER ist der König der Wahrheit - und Echtheit kann am besten aus der Nähe geprüft werden. Wo Echtes da ist, da springt auch der Funke über. Andreas hatte die Art, andere zu Jesus zu bringen: Er war es, der den Jungen mit den fünf Broten bei der Speisung der 5000 zu Jesus führte (Johannes 6, 9), - er brachte auch die Griechen, die auf dem Fest Jesus suchten, zu Jesus (Johannes 12, 21), - er war auf ganz schlichte Weise ein „Seelengewinner“. Die erste „Mission“ geschah also sehr einfach - von Mensch zu Mensch - und war erfolgreich. - Wir sollten sie auch heutzutage mehr praktizieren.

 

6.  Das erste Zeugnis: „Wir haben Jesus gefunden!“

Der Inhalt des ersten Zeugnisses war wiederum sehr schlicht: es erzählt einer, was er gefunden hat. Wer etwas Schönes gefunden hat, möchte das sofort dem anderen mitteilen. Die Freude der Entdeckung drängt uns dazu. - Andreas sagt: „Wir haben den Messias gefunden.“ Der erwartete Messias ist für die Juden ein König mit seinem Reich, ein Priester, der uns mit Gott versöhnt und ein Prophet, der Gottes Gedanken verkündet. Das alles ist in Jesus vereinigt. - Was finden wir bei Jesus? Tilgung der Vergangenheit durch Sein Blut (...und die Vergangenheit kann oft eine schwere Last für den Menschen sein!), - dadurch tiefen inneren Frieden, - die Gewissheit, das ewige Ziel zu erreichen, - Kraft, um Böses zu überwinden und auch Schweres zu ertragen, - das Glücksgefühl der Erlösung, - die Freude, dass das Suchen nun ein Ende hat. Menschen, die Christus gefunden haben, sind reiche Menschen geworden. Der Himmel beschenkt uns mit vielen, vielen Gaben.

 

7.  Die erste Prophezeiung über einen Menschen - über Petrus.

     Jesus sagt zu Simon: „Du bist Simon, - du sollst Kephas (= Fels) heißen!“ - das bedeutet: Simon ist ein wankelmütiger Typ, aber Jesus will aus ihm einen starken, zuverlässigen Christen machen. Das war ein langer Prozess (Petrus war sehr ichbezogen, sehr emotionell veranlagt, verleugnete seinen Herrn drei Mal - Jesus musste ihn oft tadeln!) - es ging durch Höhen und Tiefen, aber das Ziel wurde erreicht. - Schon am Anfang des ersten Kapitels hat Johannes dieses göttliche Gesetz formuliert: „Wie viele Jesus aufnahmen, denen gab Er göttliche Kraft, dass aus ihnen Gotteskinder wurden...“ (Johannes 1, 12) - Petrus ist ein Felsen geworden, auf dem Jesus Seine Gemeinde aufbaute. - Das ist ein großer Trost und eine starke Ermutigung (mehr wert als viele Tipps und Ratschläge von Psychologen!) für alle, die unter den schwachen Seiten ihrer Veranlagung leiden. Hier ist Hoffnung! Das zeigt Jesus gleich am Anfang - noch dazu an einem besonders schwierigen Fall, an Petrus.

 

8.  Der erste Befehl Jesu: „Folge Mir nach!“

Das war der erste Rat, den Jesus dem Philippus gab, den er „zufällig“ traf, - eigentlich ein Befehl: „Folge Mir nach!“ - das heißt: auf die Wegweisung Jesu achten, hinter Ihm hergehen, in Seiner Nähe bleiben, - Seinen Weg beachten und keinen anderen Weg einschlagen. ER geht voran und wir sollen Ihm einfach folgen. ER bricht die Bahn, so dass es für uns leichter ist. ER ist wie ein Bergführer, durch den auch schwierigste Partien an steilen Wänden besteigbar werden.

 

9. Der erste Zweifler: Nathanael

     Gleich am Anfang ist auch ein Zweifler dabei. - Auch Thomas war nach der Auferstehung Jesu schwer von Zweifeln an den Auferstandenen geplagt, - und wie viele Zweifler sind ihnen bis heute gefolgt! - Wie soll man mit Zweiflern umgehen? - was hilft einem Zweifler wirklich? - Philippus führt keine lange Diskussion mit Nathanael sondern führt ihn einfach zu Jesus. „Komm und sieh!“ sagt er, genau so wie Jesus es den ersten beiden Jüngern zurief. - Zweifler soll man in die Gemeinschaft von Christen bringen - dort ist Christus unsichtbar gegenwärtig und dort können sie Christus erleben. Jesus sagt: „Wo zwei oder drei beisammen sind in Meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18, 20)

 

10. Die erste große Perspektive.

Nathanael hat bei Jesus eine große Überraschung erlebt. Jesus wusste um ein Geheimnis von ihm. Das hat Nathanael sehr verwundert. Aber Jesus bringt ihn noch mehr zum Erstaunen. ER sagt: „Du wirst noch Größeres erleben! Es wird so sein, wie wenn sich der Himmel über euch öffnet, - ihr werdet Verbindung mit der himmlischen Welt bekommen.“ JESUS ist die Verbindung zum Himmel. - ER ist wie die Leiter im Jakobstraum (1. Mose 28), die Himmel und Erde verbunden hat durch die Engel. Christus selber ist jetzt die Brücke zur Himmelswelt. Jesus baut diese Brücke durch Sein Kreuz (= die Vergebung der Sünden) und durch Seine Auferstehung (= der große Kraft-Erweis Gottes!). - Wer mit Jesus seinen Weg geht, hat großartige Perspektiven. Er kann mit himmlischer Unterstützung rechnen, - und das ist um ein Vielfaches mehr als alles, was auf der Erde angeboten wird. - Die Bestätigung dieser Voraussage folgte bereits nach drei Tagen: das erste Wunder Jesu bei der Hochzeit zu Kana - Jesus verwandelt Wasser in Wein. Und das Ende dieser Perspektive der Gläubigen übersteigt irdische Dimensionen: nach der Rückkehr Jesu mit großem Glanz und Gloria und nach unserer Auferstehung werden wir an der himmlischen Herrlichkeit teilnehmen, - wir wohnen in einer Stadt mit goldenen Straßen und Mauern aus Edelsteinen, - wir werden Christus, unserem König, gleich sein, - wir nehmen an einem himmlischen Hochzeitsmahl teil und nehmen den Platz der Braut ein - neben Christus, mit dem wir zusammen das große, himmlische Erbe teilen. „Was kein

     Auge an Schönheiten je gesehen, was kein Ohr je gehört und was sich keine menschliche Phantasie je erträumt hat - das hat Gott bereitet denen, die IHN lieben.“ 1. Korinther 2, 9

 

 

     10. April1999                                                                              Pfr. Gerhard Hägel, Bobengrün