Wegen mir lässt sich Jesus verleumden und verspotten!
Matthäus-Evangelium 26, 57-68

Schriftlesung: Matthäus 26, 57-68

 

Gliederung

I.     Jesus erträgt die Lügen

II.       Jesus lässt sich verurteilen

III.      Jesus erduldet Spott und Hohn

 

 

 

 

Die, die Jesus festgenommen hatten, führten ihn zum Hohenpriester Kajafas, wo bereits die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. Matthäus 26, 57.

Petrus folgte Jesus in einiger Entfernung bis zum hohepriesterlichen Palast. Er ging in den Innenhof und setzte sich zu den Dienern, um zu sehen, wie alles ausgehen würde. Matthäus 26, 58.

Die führenden Priester und der gesamte Hohe  Rat suchten nun nach einer falschen Zeugenaussage gegen Jesus, die es rechtfertigen würde, ihn zum Tode zu verurteilen. Matthäus 26, 59.

Doch sie konnten nichts finden, obwohl viele falsche Zeugen gegen ihn aussagten. Schliesslich traten zwei Männer vor Matthäus 26, 60.

und erklärten: „Dieser Mensch hat behauptet: ‚Ich kann den Tempel Gottes niederreissen und in drei Tagen wieder aufbauen.’“ Matthäus 26, 61.

Der Hohepriester erhob sich und fragte Jesus: „Hast du darauf nichts zu sagen? Wie stellst du dich zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen?“ Matthäus 26, 62.

Aber Jesus schwieg. Da sagte der Hohepriester zu ihm: „Ich nehme dich vor dem lebendigen Gott unter Eid. Sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes?“ – Matthäus 26, 63.

„Du selbst hast es ausgesprochen“, erwiderte Jesus. „Und ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn an der rechten Seite des Allmächtigen sitzen sehen, und ihr werdet sehen, wie er auf den Wolken des Himmels kommt.“ Matthäus 26, 64.

Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: „Das ist Gotteslästerung! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Ihr habt ja selbst gehört, wie er Gott gelästert hat.“ Matthäus 26, 65.

„Was ist eure Meinung?“ – „Er muss sterben!“, antworteten sie. Matthäus 26, 66.

Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Einige gaben ihm Ohrfeigen und sagten: „Messias, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen?“ Matthäus 26, 67.

Einleitende Gedanken

Wenn eine Atombombe explodiert, ereignet sich vorher eine Art Kettenreaktion. Ein winziges Uranteilchen wird von einem Neutron getroffen. Es zerfällt und fängt nun auf einmal an, seine Umgebung mit Neutronen zu bombardieren. Diese Neutronen treffen vielleicht zehn weitere Uranteilchen. Die machen es ebenso, und nun ist die Kettenreaktion in vollem Gange und überschreitet im Handumdrehen jede Grenze. Furchtbare Zerstörung ist die Folge.
In Ooak Ridge, der amerikanischen Atomstadt, ereignete sich vor Jahren eine stille Heldentat. Infolge des Versagens einer Kontrollampe wurde der kritische Punkt überschritten und der unheimliche Prozess nahm hinter den Bleiwänden ein immer beängstigenderes Tempo an. Die Katastrophe, die Tausende das Leben gekostet hätte, konnte – schien es – nicht mehr aufgehalten werden.
Da ging ein junger, jüdischer Physiker, einer von den wenigen "Eingeweihten", die das innerste Geheimnis jener Vorgänge genau kennen, in die "Todeskammer", tat dort rasch die notwendigsten Handgriffe, um die Kettenreaktion zum Stehen zu bringen. Von Milliarden unsichtbarer Strahlen durchbohrt verliess er still den unheimlichen Raum. Er fuhr ins Krankenhaus und starb unter furchtbaren Schmerzen.
Vor bald 2'000 Jahren starb auch einer, lange und qualvoll, durchbohrt an Händen und Füssen, weil er es gewagt hatte, die Kettenreaktion des Bösen – das Gesetz der Sünde – zu unterbrechen. Wie jener jüdische Physiker Tausende rettete, so hat Christus Millionen und Abermillionen vor dem unausweichlichen Tode, vor der Verdammnis, gerettet. Die Kettenreaktion der Sünde wurde gestoppt. Bsp.586.

Wegen mir und Dir war Jesus bereit diesen schmerzhaften Weg einzuschlagen.

Verraten durch einen seiner Jünger, wurde Jesus von den Soldaten der Hohenpriester und Ältesten des Volkes festgenommen. Sie schleppten Jesus vor den Hohen Rat, das höchste jüdische Gericht.

I.                

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Jesus erträgt die Lügen

Endlich hatten sie es geschafft. Die Hohenpriester und Pharisäer versuchten schon lange, irgendeinen Grund zu finden, wie sie Jesus festnehmen und verurteilen könnten. Es war für sie eine beschlossene Sache, dass er so schnell wie möglich beseitigt werden musste. Es war nur noch die Frage, wie sie vorgehen sollten. Doch das Volk stand ihnen im Weg.

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Sie hätten Jesus am liebsten festgenommen, aber sie hatten Angst vor dem Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt. Matthäus 21, 46.

Alle Versuche, Jesus zu beseitigen, waren bis jetzt schief gelaufen. Sie warteten gespannt auf eine Gelegenheit. Sie mussten eine Möglichkeit finden, wie sie Jesus ohne grosses Aufsehen festnehmen und verurteilen konnten. Sie scheuten keine Mühe. In Judas, dem Jünger von Jesus, fanden sie einen Verbündeten. Sie boten ihm Geld an, wenn er ihnen verraten würde, wo sie Jesus ohne grosses Aufsehen festnehmen könnten. Eben an einem Ort, wo es ohne grosses Aufsehen, unter Ausschluss des Volkes, geschehen konnte. Sie hätten ja Jesus ohne weiteres im Tempel festnehmen können.

Aber eben, es musste unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen. Deshalb wurde Jesus nachts von den Soldaten des jüdischen Rates festgenommen und abgeführt. Jetzt musste alles ganz schnell gehen. In den frühen Morgenstunden begannen sie mit dem Verhör. Es war alles vorbereitet, die wichtigen Leute waren orientiert und zur Stelle. Mit einem Verhör, wollten sie der Verurteilung den Schein des Rechts geben. Das Todesurteil war jedoch schon längst eine beschlossene Sache.

Petrus begleitete seinen Herrn zum Palast des Hohenpriesters und er ging hinein, um zu sehen, wie sich alles entwickeln würde. Dann ging’s los.

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Die führenden Priester und der gesamte Hohe Rat suchten nun nach einer falschen Zeugenaussage gegen Jesus, die es rechtfertigen würde, ihn zum Tode zu verurteilen. Matthäus 26, 59.

Sie waren jedoch nicht sehr erfolgreich. Offensichtlich konnte keiner dieser Zeugen etwas Glaubwürdiges vorbringen, was eine Verurteilung gerechtfertigt hätte. Diese Anschuldigungen waren widersprüchlich, wie Markus berichtet:

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Viele brachten zwar falsche Anschuldigungen gegen ihn vor, aber ihre Aussagen stimmten nicht überein. Markus 14, 56.

Endlich traten zwei Zeugen auf, die eine übereinstimmende Aussage machten. Sie bezeugten:

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„Dieser Mensch hat behauptet: ‚Ich kann den Tempel Gottes niederreissen und in drei Tagen wieder aufbauen.’“ Matthäus 26, 61.

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Das war ein guter Vorwurf, denn mit dieser Aussage tastet Jesus die Heiligkeit des Tempels an. Diesen Vorwurf finden wir auch später bei Stephanus, als er vor demselben Rat angeklagt wurde, es heisst dort:

Sie liessen falsche Zeugen auftreten, die behaupteten: „Dieser Mensch äussert sich in einem fort abfällig über unseren heiligen Tempel und über das Gesetz. Apostelgeschichte 6, 13.

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Wir haben ihn zum Beispiel sagen hören, dieser Jesus von Nazaret werde den Tempel niederreissen und die Ordnungen ändern, die Mose uns im Auftrag Gottes gegeben hat.“ Apostelgeschichte 6, 14.

Nun haben sie also eine Anklage. Jesus, der hingestellt wird, als wollte er den Tempel zerstören. Aber diese Aussage war falsch, typisch teuflisch: etwas stimmt und etwas ist falsch. Das ist eine bewährte Taktik des Teufels. Er ist spezialisiert auf Halbwahrheit. Halbwahrheiten sind jedoch ganze Lügen!

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Jesus sagte tatsächlich, er werde den Tempel in drei Tagen aufbauen, aber er sagte nicht, er werde den Tempel abbrechen. So lautete nämlich seine Aussage:

„Reisst diesen Tempel ab, und ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen.“ Johannes 2, 19.

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Brecht ihr den Tempel ab. Das war eine typische Bildsprache von Jesus, er meinte natürlich nicht den Tempel in Jerusalem. Er sprach von sich selbst.

Jesus hatte mit dem Tempel seinen eigenen Körper gemeint. Johannes 2, 21.

Der Hohenpriester erhoffte jetzt endlich einen brauchbaren Anklagepunkt zu haben, aufgrund dessen er das Todesurteil aussprechen könnte. So fragte er Jesus:

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„Hast du darauf nichts zu sagen? Wie stellst du dich zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen?“ Matthäus 26, 62.

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Was soll Jesus dazu sagen? Sie würden ihm eh jedes Wort im Munde herumdrehen.

Jesus schwieg. Matthäus 26, 63.

Wie hätte er auf so viele Lügen, Verdrehung und Verleumdung antworten sollen. Er schwieg still, denn er wusste, dass seine Stunde gekommen war. Der Hass und Neid dieser Leute war dermassen gross, dass sie nicht mehr in der Lage waren, der Wahrheit Raum zu geben. Jesus liess es über sich ergehen, wie es bereits in Jesaja vorausgesagt wurde:

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„Er wurde misshandelt, aber er trug es, ohne zu klagen. Wie ein Lamm, wenn es zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, wenn es geschoren wird, duldete er alles schweigend, ohne zu klagen.“ Jesaja 53, 7

Was hätte er sagen sollen. Jeden Tag konnten sie ihm im Tempel zuhören, wie er predigte, was er verkündigte. Sie sahen seine Wunder. Sie versuchten ihn mit Fangfragen in die Falle zu locken und das gelang ihnen kein einziges Mal.

Jesus schwieg zu den Lügen und liess geschehen, er wollte es geschehen lassen – wegen Dir und mir!

Bibelstellen zum Nachschlagen: Jesaja 53, 7; Matthäus 21, 46; Markus 14, 56; Lukas 22, 2-6; Lukas 23, 4; Johannes 8, 17; Apostelgeschichte 6, 13-14

II.            

X

 
Jesus lässt sich verurteilen

Das Schweigen Jesu irritierte den Hohenpriester. Nun zwang er Jesus mit einem Schwur zum Reden:

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„Ich nehme dich vor dem lebendigen Gott unter Eid. Sag uns: Bist du der Messias, der Sohn Gottes?“ – Matthäus 26, 63.

Übrigens war die Lüge über die Aussage von Jesus bezüglich des Tempels doch nicht so hilfreich, denn jetzt versucht es der Hohenpriester ganz frontal: „Bist du der Messias, der Sohn Gottes?“

Interessant, er weiss immerhin, wer Jesus sein könnte! Und Jesus antwortete kurz, knapp und klar:

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„Du selbst hast es ausgesprochen.“ Matthäus 26, 64.

Das ist eine eidliche Erklärung aufgrund der Beschwörungsformel und heisst soviel, wie:

Wie du es sagst, so ist es.

Und er fügte hinzu – nicht im Sinne einer Rechtfertigung – sondern um ihnen zu sagen, was geschehen wird:

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„Und ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Menschensohn an der rechten Seite des Allmächtigen sitzen sehen, und ihr werdet sehen, wie er auf den Wolken des Himmels kommt.“ Matthäus 26, 64.

Jetzt war sich der Hohenpriester sicher, am Ziel seines Vorhabens zu sein. Jetzt konnte er Jesus verurteilen, dass Jesus sich als der Sohn Gottes, als der Messias bezeichnete, auf den Israel wartete, war für ihn Grund genug zu handeln.

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Er zerriss als Ausdruck höchster Empörung seine Kleider und rief:

„Das ist Gotteslästerung! Matthäus 26, 65.

Wer Gott lästert, wird mit dem Tod bestraft. So steht es tatsächlich im Gesetz:

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Wer den Namen des Herrn schmäht, hat sein Leben verwirkt und muss von der ganzen Gemeinde gesteinigt werden. Wer den Namen Gottes schmäht, muss sterben. 3. Mose 24, 16

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Der Hohenpriester fragte nun den Hohen Rat, diese wichtigen Männer, die sowieso schon lange wussten, wie das ausgehen würde, was sie mit Jesus machen wollten.

„Was ist eure Meinung?“ Matthäus 26, 66.

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Ja, was werden die wohl antworten?

 „Er muss sterben!“ Matthäus 26, 66.

Darauf hatten sie ja schon lange gewartet. Nichts hatte sie in den letzten Monaten mehr beschäftigt, als die Frage, wie sie Jesus töten könnten.

Sie wollten Jesus nicht glauben, dass er der Sohn Gottes ist. Hätten sie Jesus geglaubt, so wären sie vor ihm niedergefallen und hätten in angebetet.

Ob wir Jesus glauben, was er hier über sich gesagt hatte, muss jeder von uns selber entscheiden.

Bis heute geht es um diese Frage und um diese Entscheidung: Entweder hat Jesus die Wahrheit gesagt und er ist der Sohn Gottes, er ist auferstanden, er sitzt als König seines Reiches zur Rechten Gottes, er wird wiederkommen als Richter der Welt; oder aber er hat einen Meineid geschworen, und das Christentum wäre ein grosser Betrug, die Christen "die elendsten unter den Menschen".
Ein Zwischending, ein Glaube, der diese logische Konsequenz nicht zieht, sondern zwischen diesen Extremen vermitteln will, ist ein Unding, eine Unwahrheit in sich selbst.
[1]

Glaubst Du voll und ganz, was Jesus von sich sagt!

Eine Umfrage des "Spiegels" (1992) ergab, dass 51% aller evangelischen Christen in Jesus von Nazareth lediglich einen wie auch immer von Gott ausgezeichneten Menschen sehen, der lediglich in seinen Werken weiterlebt.[2]

Jesus lediglich als vorbildlicher Mensch, aber nicht als Gott.

An dieser Frage entscheidet sich aber, wo wir unsere Ewigkeit verbringen werden. Jesus war viel mehr als nur ein guter Mensch, sonst hätte sein Leben und Sterben tatsächlich keine Bedeutung für uns, aber er ist gekommen um einen wichtigen Auftrag zu erfüllen, wie er selber sagte:

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„Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.“ Markus 10, 45.

Für Dich und mich hat er sich verurteilen lassen. Das Urteil ist in sich widersinnig: Gott wird der Gotteslästerung angeklagt. Wie bedauernswert Blind waren diese scheinbar wichtigen Leute.

Bibelstellen zum Nachschlagen: 3. Mose 24, 16; Psalm 110, 1; Markus 10, 45; Johannes 19, 7

III.         

X

 
Jesus erduldet Spott und Hohn

X

 
Nach dem ausgesprochenen Urteil, war es, wie wenn ein Damm einbrechen würde. Dem Hass gegenüber Jesus, wurde freier Lauf gelassen. Man behandelte ihn schlimmer als ein Tier.

Sie spuckten ihm ins Gesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Einige gaben ihm Ohrfeigen und sagten: „Messias, du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen?“ Matthäus 26, 67.

Eigentlich will ich mir gar nicht wirklich vorstellen, was sich hier ereignete. Unser Herr, der Sohn Gottes. Jesus, der bei der erschaffen der Welt mitgewirkt hatte, wurde in solch schamloser Weise verspottet, verhöhnt und gedemütigt. Und er liess sich das gefallen.

Wieso liess er sich das gefallen?

Wie wären diese Männer erschrocken, wenn sie realisierten, dass Jesus tatsächlich jeden kannte, der ihn schamlos ins Gesicht schlug oder ihn anspuckte.

Selbstverständlich hätte Jesus zu jedem Zeitpunkt den Vater um Hilfe bitten können, wie er bei seiner Festnahme dem Petrus erklärte, der ihn mit dem Schwert verteidigen wollte:

X

 
„Glaubst du nicht, dass ich meinen Vater um Hilfe bitten könnte und dass er mir sofort mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen würde?“ Matthäus 26, 53.

Jesus liess über sich ergehen, was Jesaja voraussagte:

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„Ich habe mich nicht gesträubt und bin vor keinem Auftrag zurückgescheut. Ich habe meinen Rücken hingehalten, wenn sie mich schlugen, und mein Kinn, wenn sie mir die Barthaare ausrissen. Ich habe mich von ihnen beschimpfen lassen und mein Gesicht nicht bedeckt, wenn sie mich anspuckten. Sie meinen, ich hätte damit mein Unrecht eingestanden.“ Jesaja 50, 5-6

Vor lauter Abscheu wagt man kaum richtig hinzusehen, was hier geschah. Das wird auch der Grund sein, warum das Kreuz nicht so populär ist, wer möchte einen Gott, der von Menschen so gedemütigt wird.

Ja, Jesus liess sich völlig entwürdigen.

Wieso liess sich Jesus demütigen und entwürdigen?

Es gibt nur eine Antwort: Danke Jesus! Jesus, das hast Du für mich getan? Wer bin ich denn, dass Du Dich so erniedrigen lässt? Ich danke Dir!!!

Bibelstellen zum Nachschlagen: Psalm 27, 12; Matthäus 26, 53

Schlussgedanke

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Wegen mir liess ich Jesus verleumden und verspotten. Er ertrug die Lügen, er liess sich verurteilen und er erduldete Spott und Hohn. Das alles tat er freiwillig – für mich und für Dich!

Jesus, hat sein Leben für unsere Sünden hingegeben. Das tat er, um uns aus der gegenwärtigen Welt zu befreien, die vom Bösen beherrscht wird. Galater 1, 4

Ganz freiwillig hatte das Jesus getan!

Im Filmbericht "Das grüne Geheimnis" wird das Leben in den Urwäldern Südamerikas geschildert. Eine Begebenheit zeigt auf eindrückliche Weise, was Jesus für uns getan hat.
Hirten müssen eine Büffelherde durch den Fluss bringen, denn auf der anderen Seite des Flusses gibt es frisches Gras; auf dieser Seite war alles abgeweidet. Im Fluss aber sind die Piranhas, Millionen kleiner beutegieriger Fische mit scharfen Zähnen. Die Hirten nehmen einen Büffel, ritzen ihn blutig und treiben ihn ins Wasser. Das Opfertier bäumt sich auf, schlägt um sich und schreit in Todesschrecken. Um den Büffel herum wird es blutrot. Wenn er sich aus dem Wasser reisst, sieht man heraus gefressene Lücken in seinem Leib. Das Ende dieses furchtbaren Schauspiels ist ein abgenagtes Skelett, das die Fluten mit sich treibt. Aber die Herde ist gerettet. Oberhalb des Büffels hat sie wohlbehalten den Todesstrom überqueren können.
Das ist ein eindrückliches Bild des grossen einmaligen Geschehens auf Golgatha. Der Todesstrom – das eine Opfer – die gerettete Herde! Erst am Kreuz erkennen wir die ganze Tiefe seine Liebe. Bsp.109.

X

 
„Christus starb ja für uns zu einer Zeit, als wir noch ohnmächtig der Sünde ausgeliefert waren; er starb für Menschen, die Gott den Rücken gekehrt hatten.“ Römer 5, 6.

X

 
„Nun ist es ja schon unwahrscheinlich genug, dass jemand sein Leben für einen unschuldigen Menschen opfert; eher noch würde man es vielleicht für einen besonders edlen Menschen tun.“ Römer 5, 7.

X

 
„Gott hingegen beweist uns seine Liebe dadurch, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“ Römer 5, 8.

X

 
„Deshalb kann es jetzt, nachdem wir aufgrund seines Blutes für gerecht erklärt worden sind, keine Frage mehr sein, dass wir durch ihn vor dem kommenden Zorn Gottes gerettet werden.“ Römer 5, 9.

Bibelstellen zum Nachschlagen: Galater 1, 4; 1. Timotheus 2, 6; Titus 2, 14; 1. Johannes 4, 9-10

Amen



[1] Wuppertaler Studienbibel, Matthäus, S. 351.

[2] Roman Heiligenthal: Der verfälschte Jesus (Darmstadt, WBG, 1997), S. 1.