Winrich Scheffbuch

 

Wer Jesus hat, hat das Leben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hänssler-Verlag

Neuhausen bei Stuttgart

 

ISBN 3 7751 0309-8

 

TELOS-Paperback Nr. 1126

Copyright Hänssler-Verlag, Neuhausen-Stuttgart

Farbaufnahme des Umschlages: Artreference, Gütersloh

Umschlaggestaltung von Daniel Dolmetsch

Gesamtherstellung:

St.-Johannis-Druckerei C. Schweickhardt, 7630 Lahr-Dinglingen

Printed in Germany 15400/1977



Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort 12

Die an seinen Namen glauben. 13

Suchen und finden. 13

Ratlos. 15

Zuschauer 17

Kindisch. 19

Menschen in Bewegung. 21

Hindernisse auf dem Weg zu Jesus. 23

Kein Glücksspiel 25

Das Einzigartige an Jesus. 27

Das Lamm Gottes. 29

Wir sind geheilt! 31

Er macht uns völlig gerecht 33

Christus, der Herr 35

Der Name Jesus. 37

Jesus – Gottes Sohn. 39

Hin zu Jesus. 41

An Jesus klammern. 43

Wie Bettler 45

Der Ruf 47

Brot des Lebens. 49

Den größten Schatz entdeckt 51

Genuss ohne Reue. 53

Die enge Pforte. 55

Worauf es ankommt 57

Die entscheidende Kurve. 59

Dafür oder dagegen. 61

Errettet oder verloren. 63

Die Kapitulation. 65

Der quälendste Schmerz Jesu. 67

Die Sorge um den Glauben. 69

Das Rettungsseil 71

Der Glaube wächst 73

Unglaublich. 75

Glaubende wissen es genau. 77

Kein wackliger Boden. 79

Völlig gewiss. 81

Sie folgen ihm nach. 83

Der Ruf in die Nachfolge. 83

Entwurzelt und einsam.. 85

Die Trennungslinie. 87

Die Härte Jesu. 89

Das Ärgernis. 91

Keine halbe Sache! 93

Heiß oder kalt 95

Buße ist eine fröhliche Sache. 97

Von Grund auf neu. 99

Erfüllte Sehnsucht 101

Nicht durch Heer oder Kraft 103

Jeder nach seiner Fasson?. 105

Nur kein frommer Stress! 107

Der Schritt durch den Tod. 109

Vergeben und vergessen. 111

Der Mülleimer 113

Der neue Blick. 115

Wir sind durchschaut 117

Unvergebene Schuld. 119

Das steinerne Herz. 121

Ganz nah - und doch völlig fern. 123

Gott zur Ehre leben. 125

Er oder ich. 127

Der starke Mann muss her! 129

Zertrümmerte Illusionen. 131

Tut etwas! 133

Kann man das durchhalten?. 135

Königlich frei 137

Zwei oder drei in seinem Namen versammelt 139

Wie eine lebendige Gemeinde entsteht 139

Gott muss Menschen herumholen. 141

Das Wachsen einer lebendigen Gemeinde. 143

Kümmerlich - und doch unüberwindlich stark. 145

Angst um die Gemeinde. 147

Abgebaute Schranken. 149

Der umfassende Plan. 151

Mannschaftsarbeit 153

Einzelgänger 155

Freude an den Brüdern. 157

Dankbar für die Brüder 159

Neuer Wind in die alten Segel 161

Um den Glauben der anderen sorgen. 163

Hilfe für die bedrängten Brüder 165

Wo man Gemeinschaft findet 167

Gefährdete Gemeinschaft 169

Einheit der Christen. 171

Das Wunder der Einheit 173

Persönliches. 175

Verluste nicht einkalkuliert 177

Gott schreibt auf krummen Linien gerade. 179

Voraussetzungen für Mitarbeiter 181

Müssen Verwalter geizig sein?. 183

Christen müssen Zeugnis ablegen. 185

Das Amt der Seelsorge. 187

Keine falsche Weichheit! 189

„Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ!“ 191

Was können wir leisten?. 193

Das Typische der Jesusjünger 195

Das größte Amt 197

Zweierlei Mitarbeiter 199

Wenn die Hirten versagen. 201

Beter werden gebraucht 203

Lastträger 205

Andere einsetzen! 207

Er gab ihnen Macht 209

Überwundene Begrenzungen. 209

Ein Unbegabter wird gebraucht 211

Ein Gott für hoffnungslose Fälle. 213

Das Wort für Verzweifelte. 215

Wie man mit seinen Pleiten fertig wird. 217

Die unsichtbaren Ketten. 219

Gebunden und doch frei 221

In der Kraft des Heiligen Geistes. 223

Die Vollmacht der Ohnmächtigen. 225

Überwundene Schwäche. 227

Gott erhebt die Niedrigen. 229

Freier als ein König. 231

In dieser deiner Kraft 233

Hauptsache, was man glaubt 235

Sieghafter Glaube. 237

Gehorsam macht mutig. 239

Mit Gott auftrumpfen. 241

„Es ist vollbracht!“ 243

Stark durch Gottes Wort 245

Um seines Namens willen. 247

Die Waffe gegen die Sünde. 249

Die unansehnliche Verpackung. 251

Dass Jesus groß werde. 253

Er war der Allerverachtetste und Unwerteste. 255

Das eingetauschte Leben. 257

Im Kreuz ist unsere Kraft verborgen. 259

Christliche Hochstapelei 261

Wie man fröhlich wird. 263

Die Macht der Beter 265

Beten mit Garantie. 267

Im Namen Jesu reden. 269

Das lösende Wort 271

Das Amt, Sünden zu vergeben. 273

Unter Kranken. 275

Kämpfer gegen die Unmenschlichkeit 277

Seine Knechte werden ihm dienen. 279

Zum Dienst berufen. 279

Umfassende Hingabe. 281

Der zugewiesene Platz. 283

Die Demut eines Knechtes. 285

Höchste Ansprüche. 287

Stärkende Mahlzeit 289

Auf festem Grund. 291

Unter dem Befehl des Herrn. 293

Die aufgetragene Botschaft 295

Gottes Weltmission. 297

Die Krise der Mission. 299

Gültige mündliche Abmachungen. 301

Wir haften mit 303

Missionarisch leben. 305

Eine unschlagbare Kraft 307

Von Gottes Geist Erweckte. 309

„Hast du mich lieb?“ 311

Taten der Dankbarkeit 313

Geduld statt Erfolg. 315

Gott gibt die Gaben. 317

Unter einem starken Herrn. 319

Als Fremdkörper in der Welt 321

In Konflikten leben. 323

Verborgenes Leid. 325

Keiner ist abgeschrieben. 327

Aufgebaute Hindernisse. 329

Gerettet - aber was wird aus den andern?. 331

Nur nicht kleinkariert 333

Angefochtene Prediger 335

Zusammengebrochen. 337

Trotz Anfechtungen fest 339

Ich schäme mich nicht! 341

Als Zeugen eingesetzt 343

Ein frommer Betrug. 345

Störungen. 347

Freude an Gottes schöner Welt 349

Das Staunen muss man noch lernen. 349

Gottes Güte in alltäglichen Kleinigkeiten. 351

Gottes Treue in den Naturgesetzen. 353

Gott kennt alle mit Namen. 355

Herr auch über die irdischen Dinge. 357

Genießen ohne Gott?. 359

Vom Segen. 361

Die entzauberte Welt 363

Der Bluff der Augen. 365

Überwundene Versuchung. 367

Zwei Welten. 369

Das Halbe und das Ganze. 371

Verzweifelt trotz menschlicher Barmherzigkeit 373

Nichts Außergewöhnliches. 375

Unsere Pannen und Jesu Herrlichkeit 377

Nie Mangel 379

Wie man glücklich wird. 381

Vor Freude strahlen. 383

Springen wie die Mastkälber 385

Sorgenlos. 387

Weg mit dem Schmutz! 389

Ärger mit dem Unkraut 391

Der Wurm ist drin! 393

Die Brandwunde. 395

Im Sog der Sorgen. 397

Auf Sand gebaut 399

Was ist defekt?. 401

Niemand kümmert sich um mich! 403

Als Christ in der Welt 405

Verantwortung für die Welt 407

In Staat und Öffentlichkeit 409

Von der Gastfreundschaft 411

Unscheinbare Begegnungen. 413

Klug im Umgang mit Geld. 415

Freude bringen. 417

Der neue Mensch. 419

Eine völlig neue Geburt 419

Der Leib - Tempel des Heiligen Geistes. 421

Die schönen Kleider neuer Menschen. 423

Mehr als ein Tapetenwechsel 425

Sich selbst hingeben. 427

Rohmaterial in Gottes Hand. 429

Barmherzigkeit und Recht 431

Der Glaube macht aktiv 433

Söhne - nicht Taglöhner 435

Wie er mir, so ich dir! 437

Ein Tröpfchen Gift 439

Viele Früchte treiben. 441

Es sah nur so aus. 443

Ansteckende Gesundung. 445

Der neue Lebensraum.. 447

Die Revolution der Liebe. 449

Was Liebe vermag. 451

Weitergegebene Liebe. 453

Ein Mensch tritt ins Licht 455

Gerne herschenken. 457

Die Schwäche eines Starken. 459

Mut zur Demut 461

Überwundene Bitterkeit 463

Die neue Währung. 465

Vorsicht Giftmüll! 467

Die Macht der Zunge. 469

Vom Reden. 471

Von der Ehe. 473

Überwundene Minderwertigkeitskomplexe. 475

Wer bin ich?. 477

Wenn du mich demütigst, machst du mich groß! 479

Der Herr sieht das Herz an. 481

Fliehen und nachjagen. 483

Fromme Gefahren. 485

Angst einfach weglegen. 487

Wachsen in der Erkenntnis. 489

Stufenweises Erkennen. 489

Das Suchen der Religionen. 491

Taub für Gottes Reden. 493

Zweierlei Fragen. 495

Wo Diskussionen hinführen sollen. 497

Wo bleibt mein Recht?. 499

Ein Mann sieht klar 501

Wie man die Bibel versteht 503

Gottes helles Licht 505

Wo die Bibel aufregend wird. 507

Die Mitte der Bibel 509

Was ist Wahrheit?. 511

Ärger mit dem trägen Herzen. 513

Wie man mit Zweifeln fertig wird. 515

Der Glaube wächst 517

Auf Gottes Verheißungen pochen. 519

Die Rüttelprobe. 521

Vom frommen Mogeln. 523

Selig in Anfechtungen. 525

Der Beweis. 527

Die Macht der Sünde. 529

Verborgene Schätze aufspüren. 531

Der allmächtige Gott 533

Das Amt Gottes. 535

Ein Rechenschaftsbericht Gottes. 537

Gott - der Heilige Geist 539

Die Gabe des Geistes und die Geistesgaben. 541

Unmündige schreien. 543

Das Fundament der Hoffnung. 545

Die Mitte des Gottesdienstes. 547

Das Abendmahl 549

Wunder 551

Die Hölle. 553

Was wird aus Israel?. 555

Kritik am Kritisieren. 557

Er führt auf rechter Straße. 559

Kopfzerbrechen über Gottes Pläne. 559

Gottes Wort zeigt den Weg. 561

Die große Beute. 563

Gelöste Lebensrätsel 565

Die Kette. 567

Niemals umkommen. 569

Ein Bußgebet 571

Der Weg des Kreuzes. 573

Mitten durch die Wüste. 575

Eine fast unerträgliche Geduldsprobe. 577

In die Sackgasse geführt 579

In den Sturm getrieben. 581

Trick gegen Tiefschläge. 583

Die Gelassenheit des Glaubens. 585

Gottes Führung verlassen. 587

Folgen einer Anpassung. 589

Gottes Willen eigenmächtig ausgelegt 591

So herum geht's nicht! 593

Der Kurs des Lotsen. 595

Nicht nach dem eigenen Kopf 597

Woran sich der Glaube halten kann. 599

Hat Leiden einen Sinn?. 601

Auf die Spitze getrieben. 603

Durchlittene Anfechtung. 605

Das Licht im Dunkeln. 607

Das genügt! 609

Getröstet 611

Er macht mutig. 613

Erfahrungen. 615

Die Hilfe kommt ganz anders. 617

Grund zum Lachen. 619

Was eine Mutter kann. 621

Die Sorge um den richtigen Ehegefährten. 623

Ein einzelner stürmt vorwärts. 625

Der reiche Schatz armer Flüchtlinge. 627

In Kampf und Streit 629

Mut zum Stehen im Kampf 629

Mit Ausdauer laufen. 631

Der aussichtslose Kampf 633

Nur nicht oberflächlich! 635

Das umstrittene Wort 637

Rastplätze mitten im Kampf 639

Er ist unser Friede. 641

Unvermeidliche Auseinandersetzungen. 643

Das Evangelium wirkt Scheidung. 645

Kein andres Evangelium.. 647

Die Wanderung auf dem schmalen Grat 649

Im Sog. 651

Anzeichen des geistlichen Todes. 653

Was Schafe zu den Wölfen zieht 655

Gegen den Strom schwimmen. 657

Widerstandskämpfer mit dem Wort 659

Im Namen Gottes furchtlos. 661

Feige dürfen nicht mitmachen. 663

In der Kraft Gottes. 665

Überwundene Angst 667

Nur kein Rückzug! 669

Dabeisein ist noch nicht alles. 671

Sich nicht damit abfinden. 673

„Mein Bruder braucht mich!“ 675

Not mit den Mitläufern. 677

Geheimagent aus Enttäuschung. 679

Die verfolgte Gemeinde. 681

Die Hoffnung der müden Kämpfer 683

Fröhlich in Hoffnung. 685

Der Durchblick. 685

Österliches Kopfzerbrechen. 687

Die geplatzte Trauerfeier 689

Der gestoppte Trauerzug. 691

Eine komplizierte Geburt 693

Von der Rückseite aus betrachtet 695

Keine hoffnungslosen Fälle. 697

Dem Tod die Macht genommen. 699

Der besiegte Tod. 701

Erfülltes Alter 703

Ein reiches Leben. 705

Die Armut eines Reichen. 707

Wertbeständiges. 709

Vom Trösten. 711

Der schmerzliche Verlauf des Sterbens. 713

Die unheimliche Nacht 715

Kopf hoch! 717

Ausharren. 719

Wir wissen gewiss! 721

Das Feuer nicht verlöschen lassen. 723

In den letzten Katastrophen. 725

Im Morgengrauen eines neuen Tages. 727

Helle Lichter in einer finstern Welt 729

Seiner Zeit weit voraus. 731

Heute schon fröhlich. 733

Im Licht der Ewigkeit 735

Wenn nur etwas für die Sache Jesu herauskommt 737

Eine kriegerische Welt findet Frieden. 739

Das neue Weltbild. 741

Am Ziel 743

Verzeichnis der Bibellesetexte. 745

 


Vorwort

 

Aus unserem Bibelkreis zogen einige junge Leute in die Fremde. Kurz vorher waren sie bewusst in die Nachfolge Jesu getreten. Aber nun fanden sie in ihrem neuen Wohnort keine Gemeinschaft mit anderen Christen. Ihre Briefe, die fast nur von der Not der Einsamkeit sprachen, erschütterten uns.

Da entstand der Plan zu dieser Bibellese. Mir standen junge Leute vor Augen, die mit beiden Füßen in der Welt von heute stehen. Sie sollen wissen, dass Bibellesen nie eine langweilige Sache sein kann.

Ob man immer eine ganze Tagesration durcharbeiten kann, sei einmal dahingestellt. Aber ganz wichtig ist, dass man möglichst tief an die Bodenschätze des Wortes Gottes herankommt. Dabei gilt immer noch die alte Regel: Die Bibel erklärt sich am besten aus sich selbst heraus. Die Mühe des Nachschlagens bei Vergleichsstellen lohnt sich. Doch das eigene stille Nachdenken über einem Schriftabschnitt darf deshalb nicht zu kurz kommen. Was Gott jedem einzelnen ganz direkt über dem Bibelwort sagen will, ist viel wichtiger als alle Erklärungen.

Die nun vorliegenden Gedanken sind aus dem Gespräch mit suchenden und glaubenden Menschen erwachsen. Sie sind so abgefasst, dass sie auch für sich genommen als Andachten im Familienkreis benützt werden können. Wenn sie dabei für manchen etwas aus dem gewohnten Rahmen fallen, so muss das gleich am Anfang ausgesprochen werden, dass mich beim Schreiben nur die eine Sorge bewegte, ob alle Leser wirklich die ganze Weite eines lohnenden Lebens mit Jesus auch selbst entdecken.

 

Winrich Scheffbuch

 


Die an seinen Namen glauben

Suchen und finden

Lukas 11, 5-13

 

Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, der empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.

 

Ein Kranker, der sich nur die Anschriften von Krankenhäusern aus dem Telefonbuch abschreibt, wird davon nicht gesund. Er muss ins Hospital.

Ein Schiffbrüchiger, der im eiskalten Wasser treibt, wird nicht gerettet, indem er über die Konstruktion von Rettungsbooten nachdenkt. Er braucht wenigstens eine Holzplanke, an die er sich klammern kann.

Hungernde werden nicht satt, wenn man mit ihnen über Weltwirtschaft und Überbevölkerung philosophiert. Sie brauchen Brot zwischen den Zähnen.

Jesus macht Mut, mit diesem Heißhunger auch im Glauben zu suchen. Sich ab und zu mit religiösen Fragen zu befassen, ist noch kein Suchen. Mit dem Kopf allein dringt man nicht zur Klarheit durch.

Wenn Jesus vom Beten spricht, denkt er an hungrige Kinder. Sie liegen ihrem Vater in den Ohren, bis sie endlich etwas zum Essen haben.

Beten ist dem Klopfen an der Tür gleich. Da feilscht man doch nicht um zwei Mark Almosen. Man will durch die Tür heim zum Vater. Wer so anklopft, dem wird aufgetan.

Beten ist der Weg zum Glauben. Hier finden Suchende noch mehr als Antworten. Sie finden den Herrn, der ihnen die Tür öffnet und sie zu sich lässt. Er versteht uns in den vielen kleinen Dingen, die uns bekümmern. Aber auch das Größte ist uns hier verheißen. Suchende und Bittende bekommen seinen Heiligen Geist. Der macht uns im Glauben gewiss, indem er uns in Jesus Christus fest verwurzelt.

Wie groß ist oft die Ratlosigkeit in Glaubenszweifeln. Man bittet andere um Hilfe. Aber sie können uns keine Gewissheit geben, so gut sie es auch meinen. Darum fordert Jesus auf, beim Suchen direkt zu ihm zu kommen. Er will nicht nur Gaben geben. Er will sich selbst finden lassen von dem, der nach ihm sucht.

 


Auf, ihr betrübten Herzen,

der König ist gar nah!

Hinweg all Angst und Schmerzen,

der Helfer ist schon da!

Seht, wie so mancher Ort

hochtröstlich ist zu nennen,

da wir ihn finden können

in Nachtmahl, Tauf und Wort.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Finden hängt davon ab, ob man mit ganzem Herzen sucht.

Jeremia 29, 13-14;

5. Mose 4, 29

Wenn Menschen sich zu Gott kehren, so will er sich auch zu ihnen kehren.

Jeremia 15, 19

Das ernsthafte Suchen zeigt sich in praktischem Gehorsam gegenüber Gottes Willen.

Jeremia 15, 19

Er ist da gegenwärtig, wo man sich ganz unter seine Herrschaft stellt.

2. Chronik 15, 2

Das Suchen ist viel mehr als eine Überlegung. Jesus nennt es ein Ringen.

Lukas 13, 24

Glaubende können Mut machend von ihren Erfahrungen erzählen.

Psalm 34, 5+11

Über dem Suchen liegt nicht die Traurigkeit der Angefochtenen, sondern die Freude derer, die finden.

Psalm 105, 4-5

Gott versteckt sich nicht.

Jesaja 45, 19

Die Nähe Gottes macht das Suchen heute umso dringlicher.

Jesaja 55, 6

Ihn soll suchen, wer leben will.

Amos 5, 4-6


Ratlos

Matthäus 27, 15-26

 

Pilatus sagte zu ihnen: „Was soll ich denn mit Jesus machen, von dem gesagt wird, er sei der Christus?“

 

Der römische Gouverneur war ratlos. Sonst war er nie verlegen. Bei komplizierten Sitzungen fand er immer eine weise Lösung. In Sachen Diplomatie war er ein Genie. Mit jedem Hitzkopf wurde er fertig. Aber jetzt wusste er nicht mehr weiter: „Was soll ich denn mit Jesus machen?“

Mich erinnert der Mann irgendwie an einen jungen Mann, dem Tante Frida zum Geburtstag eine Nachtmütze gehäkelt hat und der fragt: „Mutti, was soll ich damit?“

Man versteht den Pilatus gut. Es geht vielen ähnlich. Sie haben eine Menge über Jesus gehört. Aber was sollen sie nun mit ihm?

Zuerst wird hier einmal deutlich, dass es wenig klärt, wenn man andere darüber befragt. Man kann sich bei Freunden und Bekannten umhören. Doch die vielen verschiedenen Antworten machen noch unsicherer.

Wollte der schwankende Pilatus das Volk wirklich um Rat fragen? Niemand konnte ihm diese schwere Entscheidung abnehmen. Sicher war es beeindruckend, wie Tausende lieber Barrabas wollten, an dessen Händen Blut klebte. Mit Jesus konnten sie nichts anfangen.

Das soll niemand verwirren, wenn überall in der Welt viele sich gegen Jesus entscheiden. Sie kennen ja Jesus überhaupt nicht. Sie können auch nicht helfen, ihn zu erkennen.

Wer wirklich Klarheit sucht, muss Jesus selbst fragen: „Was willst du mit mir?“ Wir sitzen doch nicht über ihn zu Gericht. Wie wenn das unsere Entscheidung wäre, ob wir Jesus abblitzen lassen oder nicht.

Die Frage muss herumgedreht werden: „Jesus, was willst du mit mir?“ Das brachte der stolze Statthalter Pilatus nicht fertig. Die Antwort Jesu wäre eindeutig gewesen: „Ich will mich dein erbarmen!“ Er will alte Schuld vergeben und neue Menschen schaffen. Es geht nicht darum, was wir mit ihm machen. Wenn er nur etwas aus uns machen kann.

 


Hättst du dich nicht zuerst an mich gehangen,

ich wär von selbst dich wohl nicht suchen gangen;

du suchtest mich und nahmst mich mit Erbarmen in deine Arme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als Paulus zum Glauben kam, besprach er sich nicht mit Fleisch und Blut.

Galater 1, 16

 

Dabei hätte er nicht zur Wahrheit gefunden.

Matthäus 16, 17

Wir können mit Grübeln und Forschen das Geheimnis Jesu nicht enthüllen. Gott muss uns die Augen öffnen.

Psalm 119, 18;

Epheser 1, 18

Erst wenn wir zu Gott umkehren, kann er das Brett vor dem Kopf wegnehmen.

2. Korinther 3, 15-16

Auch die Bibel ist ein helles Licht, das an einem dunklen Ort scheint.

2. Petrus 1, 19

Aber wir sind für das Wort Gottes und zur Erkenntnis Jesu blind.

1. Korinther 2, 14

Es gefällt Gott, Jesus vor Unmündigen zu offenbaren.

Matthäus 11, 25+27

Er will uns selbst lehren.

Johannes 6, 45

Nur er kann uns den Sinn geben, in Jesus den Wahrhaftigen zu erkennen.

1. Johannes 5, 20


Zuschauer

Lukas 23, 26-49

 

Das Volk stand und sah zu.

 

Von Frauen redet die Bibel groß. Wo Männer hässlich höhnen, zeigen sie menschliches Mitgefühl. Sie können ihre Tränen nicht verbergen, als Jesus an ihnen zur Hinrichtung vorbeigeführt wird. Sie greift das an, wie der schwere Kreuzesbalken Jesus auf den Boden drückt. Sie können es kaum mit ansehen.

Und Jesus bleibt stehen. Er schaut die von Mitleid erregten Menschen ernst an: „Weint doch nicht über mich. Weint über euch!“ Er stirbt nicht, weil er mit seiner Macht am Ende wäre. Ihm wäre es leicht, vom Kreuz herabzusteigen.

Er stirbt für uns. Wir sind doch viel verlassener als er. Wenn Jesus unsere Sünde nicht wegträgt, müssen wir ohne Hoffnung ins Gericht Gottes. Das ist Grund zum Heulen.

Und dann hängt Jesus am Kreuz. Seine Lippen bewegen sich. Er betet. Wohl wird er um Erleichterung der Schmerzen beten? Nein, das ist es nicht. Er betet auch nicht um Kraft zum Durchhalten. Er betet für die, die ihn hassen: „Vater, vergib ihnen!“ Er kann es nicht ertragen, dass jetzt Menschen die größte Sünde auf sich laden und die in Jesus ausgestreckte Vergebungshand Gottes zurückweisen. Er will doch alle retten, den diplomatischen Pilatus, den sicheren Kaiphas, die groben Henker.

Ernüchternd erzählt Lukas weiter: „Das Volk stand und sah zu.“ Nicht anders ist es. Der Sohn Gottes blutet sich zu Tode, damit wir frei werden von der anklagenden Schuld. Lässt uns dies weiter unbeteiligt?

Da hängt neben Jesus ein Mann in der Todesqual. Not lehrt nicht nur beten, sondern viel häufiger fluchen. Dieser Mann braucht keinen Retter. Er beharrt stolz in seinem verkehrten Leben und lästert Jesus.

Nur einer ist da, der eingesteht, dass er einen Heiland braucht. Er muss schreien: „Herr, denk an mich!“ Und Jesus gibt ihm, dem Mörder, die felsenfeste Gewissheit: „Jetzt, heute, streckt Gott seine Hand nach dir aus. Er nimmt dich an als sein Kind!“

 


Ich wüsste nicht, wo ich vor Jammer bliebe;

denn wo ist solch ein Herz wie deins, voll Liebe?

Du, du bist meine Zuversicht alleine;

sonst weiß ich keine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Jünger verstanden das Kreuz Jesu nicht.

Matthäus 26, 31

Jesus gebrauchte selbst dieses Wort vom Ärgernis häufig. Menschen stoßen sich an seinem wunderbaren Werk.

Matthäus 11, 6

Man kann sich an Gottes Rettungstat so stoßen, dass man daran zugrunde geht.

Jesaja 8, 14-15

Doch die Apostel können nur dieses Ärgernis des Kreuzes predigen.

1. Korinther 1, 23

In diesem Wort vom Kreuz liegt die ganze Kraft Gottes, die Menschen retten kann.

Römer 1, 16

Das neue Leben kommt allein aus der Versöhnung am Kreuz. Hier wird das Alte weggetan und beginnt das Neue. Dieses Wort vom Kreuz muss allen verkündigt werden.

2. Korinther 5, 16-21


Kindisch

Matthäus 11, 16-24

 

Jesus sprach: „Mit wem soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Es gleicht den Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und den andern zurufen: ,Wir haben euch aufgespielt, doch ihr wolltet nicht tanzen; wir haben Klagelieder gesungen, doch ihr wolltet nicht weinen.’“

 

Man kann sich Bibelsprüche übers Bett hängen. Man kann die Bibel lesen. Man kann ergriffen das Wort der Predigt im Gottesdienst hören, aber doch mit dem allem zur Hölle fahren. Jesus sagte es: „Wehe!“

Die Leute von Chorazin, Bethsaida und Kapernaum liefen in Scharen zusammen, wenn Jesus kam. Sie staunten über seine Taten. Sie waren dabei, wenn Jesus in der Synagoge die Bibel auslegte. Aber sie kehrten nicht um.

Was hielt sie davon ab? War ihnen Jesus nicht feierlich genug? Sie nahmen daran Anstoß, dass Jesus an fröhlichen Mahlzeiten teilnahm. Sie konnten nicht begreifen, dass der Neuanfang der Umkehr Freude bedeutet. Aber auch die Bußpredigt des Johannes passte ihnen nicht. Sie war ihnen zu düster, zu ernst.

Jesus nennt dies ein kindisches Verhalten. Kinder wollen einen zwingen, das mitzuspielen, wozu sie eben Lust haben. Aber weder Johannes noch Jesus kam, um unser Spiel mitzumachen. Sie rufen uns zur Umkehr.

Man kann es Kindern nicht verübeln, wenn sie kindisch sind. Sie stehen motzend auf der Seite, wenn man ihnen nicht folgt. Mal wollen sie Hochzeit spielen, mal Beerdigung. Bei beidem macht Jesus nicht mit.

Er will nicht Spielgefährte unseres Lebens sein, der uns ein paar heitere Stunden verschafft. Er will Menschen von Grund auf bis ins Reden und Tun hinein umwandeln. Wenn ein Leben neu werden soll, muss zuvor die Schuld ganz ausgeräumt sein. Dann kann Jesus im Denken, Planen und Wollen die Führung übernehmen.

Die schönen Tage von Bethsaida, Chorazin und Kapernaum gingen vorüber, als Jesus täglich seine Wunder vor ihren Augen vollbrachte. Wer heute durch diese Städte geht, stößt auf die alten Trümmer. Verstehen wir den Ruf Jesu besser?

 


Heute, wenn sein Wort dich trifft,

so halt ihm endlich still;

brich mit dem Vergangnen, sprich zu Gott: Ich will!

Und das Todesurteil, das auf deinem Leben stand,

wird gelöscht von Gottes guter Vaterhand.

Jesus Christus, Heiland und Erlöser,

starb für dich, warb um dich,

der du abseits stehst.

Lass dein Zagen,

lass des Zweifels Fragen,

denn dein Weg wird hell,

wenn du mit Jesus gehst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit „Geschlecht“ meint Jesus nicht nur die damals lebenden Menschen, sondern eine typisch menschliche Art.

So auch Matthäus 12, 39;

Matthäus 17, 17+21

Es gehört zu dieser kindischen Art, Jesus seinen Willen und seine Wünsche aufzuzwingen.

Markus 9, 19

Wenn Gott sich so tief erniedrigt und in Jesus um die trotzigen Kinder wirbt, dann steht ihm der schreckliche Abgrund menschlicher Verlorenheit vor Augen, vor dem er uns durch eine ganze Bekehrung retten will.

Psalm 103, 10-16

Wo man Jesu Wort viel und oft hören kann, ist der Weheruf Jesu auch besonders ernst ausgesprochen.

Johannes 12, 47-48


Menschen in Bewegung

Matthäus 4, 12-25

 

Und sie brachten zu ihm alle Kranken, von vielerlei Leiden und Plagen gequält.

 

Über die Straßen ziehen viele Menschen. Gebrechliche werden geführt. Kranke schleppen sich mit letzter Kraft weiter. Andere werden auf einem Karren gezogen. Diese Bewegung löste Jesus aus.

Damals sagten die hochmütigen Bürger Jerusalems abwertend von jenem Land Galiläa, in dem sich das ereignete: „Provinz!“ Die frommen Leute sprachen verächtlich vom „Heidenland“. Das ist toter Boden. Da kommt nicht viel heraus.

Über Galiläa lag das Dunkel der Nacht. Man hatte sich an Krankheit und Sterben gewöhnt. An Unrecht und Lüge hatte man sich angepasst. Aber wo Jesus hinkommt, gibt es Bewegung. Menschen, die vom Leben nicht mehr viel erwarten, horchen auf und kommen. Sie wollen erfülltes und lohnendes Leben haben.

Uns mag das überraschen. Wir erleben dauernd, wie Menschen mit den Schultern zucken und nichts von der Verkündigung des Evangeliums erwarten. Man hat sich mit dem Leben, so wie es ist, abgefunden, oder man versucht verbissen, mit dem Leben irgendwie fertig zu werden.

Vor solchen verzweifelten Menschen spricht Jesus von der Königsherrschaft Gottes, die jetzt anbricht. Es gibt überhaupt keine Not, kein Leiden, keine Schmerzen, in die er nicht heilend hineingreifen kann.

Aber Jesus will noch mehr. Er beruft Jünger. Er will Menschen haben, die sich ihm bewusst verschreiben.

Eine leidende und durcheinander gekommene Welt erfährt die Schönheit der Herrschaft Jesu. Aber erleben das Menschen nur am Rand des Todes? Nein, im ganzen Leben will er gebietender Herr sein. Auf dieses eine Ziel arbeitet er hin. Die allerschlimmste Krankheit will er heilen. Menschen sollen im Kreuz Jesu Frieden finden mit Gott. Welch eine große Bewegung muss dies erst auslösen! Und es ist dann das Größte, wenn ein Mensch umkehrt und ganz sich Jesus verschreibt, um das Leben zu haben.

 


Also ist auch mein Verlangen,

liebster Jesu, nur nach dir;

lass mich treulich an dir hangen,

schenke dich zu eigen mir.

Ob viele auch umkehrten zum größesten Haufen,

so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen;

denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist;

was ist wohl, das man nicht in Jesus genießt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Krankheit und Not treibt zum Herrn, aber oft nicht in seine Nachfolge.

Lukas 17, 11-19

So war für Jesus das Vergeben der Schuld wichtiger als das Heilen des kranken Körpers.

Markus 2, 5

Habakuk, der Prophet im Alten Testament, erkennt in den Naturkatastrophen die Zeit der Trübsal. Und er weist darauf hin, wie man selbst im Hunger und in der Armut sich an Gott freuen kann, der uns „über die Höhen führt“.

Habakuk 3, 16-19

Der Psalmbeter Asaph wäre über seinem Leiden beinahe „gestrauchelt“.

Psalm 73, 2

Doch im Glauben an den Herrn überwindet er das Verschmachten von Leib und Seele voll Zuversicht.

Psalm 73, 23-26


Hindernisse auf dem Weg zu Jesus

Lukas 19, 1-10

 

Zachäus wollte gern sehen, wer Jesus wäre.

 

Ob Zachäus überhaupt Zeit fand, über sein Leben nachzudenken? Sein Bürobetrieb weitete sich beängstigend aus. Neue Steuerlisten mussten angefertigt und tüchtige Mitarbeiter - auch als Unterzöllner - angeworben werden. Bei aller Mühe sollten noch lohnende Gewinne erwirtschaftet werden. Ob Zachäus manchmal nicht auch am Sabbat durcharbeiten musste, um das alles zu bewältigen?

Aber nun zog es ihn zu Jesus hin. Dafür fand er Zeit. Er musste Jesus sehen. Das war ihm wichtiger als alles andere.

Doch auf diesem Weg stellten sich unvorhergesehene Schwierigkeiten ein. Er wollte zu Jesus, aber das klappte nicht. Dicht gedrängt standen Menschen an der Straße. Wie wohl Zachäus hinter dieser Mauer von Menschen entlangging. Aber nirgends war eine Lücke. Keiner machte ihm Platz.

Das ging schon vielen so. Sie wollten Jesus sehen und sahen nur Menschen, die den Weg versperrten. Kalt und abweisend stehen sie da und strecken nur den Rücken hin. Sie haben hinten keine Augen. So sehen sie auch nicht, wie sie einem, der Jesus braucht, den Weg blockieren. O diese frommen Rücken!

Ob uns das trifft? Man kann so mit seinem Blick auf Jesus beschäftigt sein, dass man den Suchenden nicht mehr entdeckt, der jetzt zu Jesus will.

Aber die Geschichte endet nicht traurig. Ein Mensch, der zu Jesus will, wird auch damit fertig. Die Sehnsucht ist stärker als alle Hindernisse. Zachäus brachte es als kleiner- und vielleicht auch runder - würdiger Amtsvorstand vom Finanzamt zuwege, auf den Baum zu klettern und Jesus zu sehen. Auch wenn ihm keiner dabei half, gab er doch nicht auf.

Wenn auch die andern sein Verlangen nicht spürten, Jesus sah ihn vor allen andern. In sein Haus ging er. Er wusste um sein dunkles Leben. Das zog ihn gerade an. In der großen Masse vieler Menschen suchte Jesus nur den einen, der genau wissen wollte, wer Jesus wohl wäre.

 


Ich will streben nach dem Leben,

wo ich selig bin;

ich will ringen, einzudringen,

bis dass ich's gewinn.

Hält man mich, so lauf ich fort;

bin ich matt, so ruft das Wort:

Fortgerungen, durchgedrungen

bis zum Kleinod hin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch Herodes wollte Jesus sehen, aber mühte sich nicht darum.

Lukas 9, 9

Andere, die ihn sehen wollten, wies Jesus auf seine Verherrlichung am Kreuz hin.

Johannes 12, 20-24

Wer von ganzem Herzen sucht, findet ihn.

Jeremia 29, 13-14;

Matthäus 7, 8

Gott erkennt auch das verborgene Suchen des Herzens.

1. Chronik 28, 9;

Psalm 139, 1-3

So entschlossen, wie Zachäus suchte, ist auch seine Umkehr.

Lukas 19, 8

In der alles beherrschenden Geldfrage bedeutete dies eine völlige Umstellung.

Lukas 12, 33

Man kann nicht gleichzeitig nach dem Heil in Jesus suchen und sein Herz an leere und vergängliche Schätze hängen.

1. Timotheus 6, 17-19


Kein Glücksspiel

Johannes 7, 10-17

 

Jesus sprach: „Wenn jemand Gottes Willen tun will, wird ihm klar werden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.“

 

In den Spielkasinos wird Roulette gespielt. Die Einsätze liegen auf den Feldern. Die Kugel rollt. Es herrscht atemlose Stille. Wer gewinnt?

In einem Lied wird das Leben mit solch einem Glücksspiel verglichen. Es heißt dort: „Das Leben ist ein Spiel. Und wer es recht zu spielen weiß, kommt endlich an das Ziel.“ Wie man das so leichthin singen kann? Es geht doch um Tod und Leben. Da muss man genau wissen, wie man gewinnt und wie man verliert.

Für die Leute auf dem Tempelplatz von Jerusalem war es nur ein harmloses Gerede, was sie von Jesus dachten. Die Meinungen schwirrten durcheinander. Wer sollte Recht haben?

Da trat Jesus plötzlich in diese hin und her diskutierende Menge. Er sprach von dem einen Weg, auf dem man gewiss wird. Er verwies auf den heiligen Willen Gottes, den man tun muss. Solange man mit einer guten Tat täglich - oder vielleicht auch zwei - sich abfindet, bleibt alles unverbindlich.

Nur wer sich ganz Gott und seinem klar ausgesprochenen Recht ausliefert, spricht anders über Jesus. Er erkennt, wie tief er in die Sünde hineingebunden ist. Er entdeckt den schwachen und kranken Willen. Dann ist Sünde kein veraltetes Wort mehr, sondern ein vernichtender Tatbestand. Man kann dann nicht mehr unbeteiligt über Gnade reden, sondern wird nach der Begnadigung Gottes schreien.

Wer sucht, muss mit seinem ganzen Leben suchen. Das ist dann kein billiges Glücksspiel mehr, ob nicht auch andere Religionen etwas Richtiges haben. Wer sucht, muss genau wissen: Was rettet mich?

Wenn Jesus uns hier den ganzen Willen Gottes verbindlich macht, ruft er uns gleichzeitig zu, dass er der Retter der Gescheiterten ist. Es gibt völlige Klarheit und Gewissheit, wenn man über Jesus im Angesicht der anklagenden Schuld unseres Lebens spricht. Dann wird er uns immer größer.

 


Wie lang hab ich mühvoll gerungen,

geseufzt unter Sünde und Schmerz!

Doch als ich mich ihm überlassen,

da strömte sein Fried in mein Herz.

Sein Kreuz bedeckt meine Schuld,

sein Blut macht hell mich und rein;

mein Wille gehört meinem Gott,

ich traue auf Jesus allein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unser menschliches Denken wird nicht abgewertet. Aber die Predigt von Jesus zielt ins Gewissen.

2. Korinther 4, 2

Die Schwere der Sünde kann man mit der Vernunft nicht erfassen. Meist ist das Gewissen abgestumpft, weil sein Reden fortwährend unterdrückt wurde.

Römer 1, 24-32

Trotzdem hinterlässt jede Sünde ein Malzeichen im Gewissen, wenn sie nicht durch Jesus vergeben ist.

1.Timotheus 4, 2

Unter dem Reden Gottes wacht das Gewissen auf. Das Blut Jesu reinigt vom bösen Gewissen.

Hebräer 9, 14;

Hebräer 10, 22

In der Nachfolge bemühen wir uns um das unverletzte Gewissen.

Apostelgeschichte 24, 16

Das „Beißen“ des Gewissens kann uns zur Umkehr führen.

Hiob 27, 6;

2. Samuel 24, 10

Alle Menschen können auf ihr Gewissen hin angesprochen werden.

Römer 2, 15


Das Einzigartige an Jesus

Johannes 1, 9-18

 

Er kam in sein Eigentum; doch die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden.

 

Jesus stellt alle anderen Werte weit in den Schatten. Wir müssen das so laut sagen, auch wenn viele Menschen unsere Überzeugung nicht teilen werden. Wir wollen niemand unsere Überzeugung aufzwingen, aber ungeniert werden wir davon reden. Denn so lange werden Menschen unbefriedigt, unglücklich und ohne Frieden sein, bis sie das Einzigartige an Jesus entdeckt haben.

Davon rückte Jesus kein Stück ab. Er beansprucht diese einzigartige Stellung, allein das Heil zu sein. Viele haben ärgerlich dagegen protestiert und widersprochen. Doch Johannes fasst zusammen: „Jesus ist das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet.“

Wo sieht man dieses Licht? Dort wo er geschändet und verlacht dasteht mit der Dornenkrone. Diese Welt der zynisch spottenden Menschenmassen und der fromm sich gebenden Schriftgelehrten ist sein Eigentum. Zu ihnen kommt er. Leiden und Schmerzen, Unrecht und Sünde macht er zu seiner eigenen Sache.

Aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Sie verriegelten die Tür vor ihm. Sie lehnten seinen Anspruch auf ihr Leben ab und bekämpften ihn verbissen.

Man könnte fast meinen, Jesus wäre gescheitert. Aber da waren noch andere, die nahmen Jesus auf. Sie vertrauten ihm. Von dieser Stunde an war ihr Leben völlig verändert. Sie beweisen vor aller Welt, wie das Licht Jesu Menschen erleuchten kann.

Es ist ein ganz neuer Menschenschlag, der nicht mit menschlichen Anstrengungen gezüchtet wird. Sie sind aus Gott geboren und leben in der Freude, seine Kinder zu sein. Man kann nichts Größeres von einem Menschen sagen als das: Er war auch mit Jesus von Nazareth!

 


Es glänzet der Christen inwendiges Leben,

obgleich sie von außen die Sonne verbrannt.

Was ihnen der König des Himmels gegeben,

ist keinem als ihnen nur selber bekannt.

Was niemand verspüret, was niemand berühret,

hat ihre erleuchteten Sinne gezieret

und sie zu der göttlichen Würde geführet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das strahlend helle Licht Jesu zielt darauf, Menschen zu erleuchten. Die bösen Werke müssen in seinem Licht gerichtet werden.

Johannes 3, 19-21

Doch darum wird Jesus gehasst und mit ihm seine Jünger, weil Menschen sich gegen diese Bekehrung zur Wehr setzen und lieber im Finstern bleiben.

Johannes 8, 12;

Johannes 15, 18

Ein umso größeres Wunder ist die Gemeinde Jesu, in die er seine Herrlichkeit hineinlegen will.

Kolosser 1, 15-23

Wir haben dieses Licht nur im Glauben. Die neue Art als Kinder Gottes ist nicht spürbar oder sichtbar. Aber wir gehen auf das Schauen zu.

1. Johannes 3, 1-2


Das Lamm Gottes

Johannes 1, 29-34

 

Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt!

 

Am Hafenkai stehen große Krane. Sie haben eine gewaltige Tragkraft. Sie heben die großen Transportbehälter hoch und befördern sie in das Innere des Schiffs.

Wir haben alle wenig Tragkraft. Man trägt schon genug an eigenen Lasten. Wenn man jetzt noch die Leiden der Kranken, Hungernden oder Unterdrückten mittragen soll, ist das zuviel. Es ist zu schwer.

Da weist uns Johannes auf Jesus: „Der trägt die schwerste Last der Welt weg!“ Die schwerste Last sind nicht Krankheiten, nicht Einsamkeit, nicht Unrecht. Wie schwer das schon wiegt, weiß Jesus besser als wir alle. Er war der Allerverachtetste. Er wurde von seinem Freund verraten. Er wurde gehöhnt und geschlagen. Er hat die Todesangst ganz bewusst durchlitten. Was kann denn noch schwerer sein?

Das Furchtbarste bleibt, dass man verloren gehen kann. Darunter leidet Jesus. So sehr liebt er uns, dass er sich nicht damit abfinden kann, wie uns unsere Schuld in die Hölle zieht. Ohne jede Hoffnung sterben müssen, ist das Schwerste.

Jesus will meine Sünde von mir nehmen und sie wegtragen. Dafür hat er gelitten. Dafür ist er gestorben. In dieses Grab hinein darf ich alle meine Schuld legen, die mich vor dem heiligen Gott anklagt. Und wenn er sie trägt, kann sie nicht mehr auf mir liegen. Entweder trägt er sie oder ich. Wenn er sie getragen hat, kann sie mich nicht mehr belasten. Ich bin frei!

Ja, es gibt viel Not und Schweres in der Welt heute. Aber wer durch Tränen und Traurigkeit durchblickt auf Jesus, das Lamm Gottes, atmet befreit auf. Wenn er mir die größte Last abnimmt, kann ich auch die kleinere getrost ihm überlassen. Wenn er mich hält, kann ich durchhalten.

 


Herzlich lieb hab ich dich o Herr;

ich bitt, wollst sein von mir nicht fern

mit deiner Güt und Gnaden.

Die ganze Welt erfreut mich nicht,

nach Erd und Himmel frag ich nicht,

wenn ich nur dich kann haben.

Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht,

so bist du doch meine Zuversicht,

mein Teil und meines Herzens Trost,

der mich durch sein Blut hat erlöst.

Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr,

in Schanden lass mich nimmermehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hiob ist in der Bibel der am schwersten geschlagene Dulder vor Jesus. Er richtete sich auf in der Hoffnung auf seinen Erlöser.

Hiob 19, 25-27

Auch bei dem Gichtbrüchigen trägt Jesus zuerst die schlimmste Not weg, die Sünde.

Markus 2, 5

Das Bild des Lammes stammt aus dem Alten Testament.

Jesaja 53, 7

Nach Johannes 19, 30-31 starb Jesus zu der Zeit, als im Tempel die Passahlämmer geschlachtet wurden.

Nach 2. Mose 12, 1-14

Unsere Erlösung ist nicht mit Silber oder Gold ermöglicht worden, sondern mit dem Blut Jesu als eines unschuldigen Lammes.

1. Petrus 1, 19

In der Offenbarung wird für den siegenden Jesus 29mal die Bezeichnung Lamm oder geschlachtetes Lamm gewählt, um zu zeigen, dass dies sein größter Dienst und seine Herrlichkeit ist.

Offenbarung 7, 9-12


Wir sind geheilt!

Jesaja 53, 1-6

 

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

 

Wer im Radio eine bestimmte Sendung hören will, muss genau die Wellenlänge einstellen. Sonst gibt es einen undeutlichen Empfang. Es rauscht und kracht. Die Stimmen und Töne kommen völlig verzerrt aus dem Lautsprecher. Genauso ist es beim Hören auf Gottes Stimme.

Wer Gott sucht, muss beim gekreuzigten Jesus stehen bleiben. Da schließt uns Gott sein Herz auf. Nirgendwo sonst hat er so klar gesprochen. Nirgendwo sonst ist seine Liebe und sein Erbarmen so deutlich zu fassen.

Man kann im schwersten Schmerz auf dem Friedhof stehen und keinen menschlichen Trost mehr wissen, aber dann stellen wir das Kreuz auf den frischen Grabeshügel. Darin ist unser ganzer Glaube zusammengefasst. Darin sind wir getröstet.

Warum wählen wir nicht ein anderes Zeichen? Spricht das Bild des heilenden und segnenden Herrn nicht tröstender? Könnte uns eine Abbildung des Herrn, der die tobenden Wellen zum Schweigen bringt, nicht mehr sagen?

Nein! Woran ich sterbe, ist mehr als Krankheit und tobende Wellen. Ich sterbe an meiner Gottlosigkeit und Sünde, die Gott richtet. Nur sein Kreuz rettet mich!

Alles liegt in diesem kurzen Satz „um meiner Sünde willen zerschlagen“. Er braucht mein Mitleid nicht, aber meine Sünde. An ihr hängt der unheimliche Fluch, der mich von Gott weg in die Hölle zieht. Das hat er für mich erlitten. Dafür ging er ins Gericht - für mich!

Wo ist jetzt meine Schuld, die mich anklagt? Drückt sie mich noch nieder? Oder habe ich sie auch auf seinen zerschlagenen und geschundenen Rücken gelegt? Was er getragen hat, ist weggetragen. Niemand kann es mehr vorholen.

Der gekreuzigte Jesus starb nicht nur für mich. Er ist auch für mich auferweckt. Das Alte ist vergangen. Wir sind geheilt!

 


Ich Betrübter komme hier

und bekenne meine Sünden;

lass, mein Heiland, mich bei dir

Gnade zur Vergebung finden,

dass dies Wort mich trösten kann:

Jesus nimmt die Sünder an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ungläubige sieht im Kreuz nur Jesu Ohnmacht und sein Scheitern.

1.Korinther 1, 18

Er geht am Gekreuzigten vorbei.

Markus 15, 29-32

Erst wer erkennt, das geschah für mich, versteht das Geheimnis des Kreuzes.

Markus 10, 45

Ohne irgendwelchen eigenen Beitrag hat Jesus uns von der Last unserer Sünde befreit.

Römer 3, 21-26

Die Krankheit der Sünde mit allen ihren Folgen ist besiegt. Jetzt können wir in der unverdient zuteil gewordenen Gerechtigkeit leben.

1. Petrus 2, 24

Schon vor der Geburt Jesu wurde dieses, sein größtes Werk, angekündigt.

Matthäus 1, 21

Das Erlösungswerk ist Gottes größte Bemühung um uns.

Jesaja 43, 24-25


Er macht uns völlig gerecht

Römer 3, 21-31

 

Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit verloren, die Gott ihnen zugedacht hatte, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.

 

Ein moderner Schriftsteller schildert den wohl merkwürdigsten Gerichtsprozess, der je verhandelt wurde. Ein Fremder auf der Reise wird in einem Haus freundlich aufgenommen. Er darf dort übernachten. Ein paar pensionierte Juristen sitzen beieinander. Zur Abendunterhaltung spielen sie miteinander einen Gerichtsprozess durch. Jeder nimmt die alte Rolle, die früher sein Beruf war: Amtsgerichtsdirektor, Staatsanwalt, Verteidiger. Der Fremde muss den Angeklagten spielen. Sie erfinden Anklagen und machen Plädoyers. Es ist ja nur ein Jux. Friedlich gehen sie am späten Abend auseinander. Am nächsten Morgen findet man den Fremden erhängt in seinem Zimmer. Auf dem Tisch liegt ein Zettel mit der Notiz, dass er seine Schuld habe nimmer tragen können.

Aber es war doch nur Spaß! „Nein, es war wahr“, würde der Fremde sagen. Keiner wusste etwas von seiner Schuld. Jeder schätzte ihn als einen netten Menschen. Aber als die pensionierten Juristen nur unbedacht darauf antippten, hielt er es nicht mehr aus.

Man kann sich selbst betrügen. Mit ein paar guten Seiten deckt man das Versäumte und das schreiende Unrecht seines Lebens zu. Doch die Bibel reißt schonungslos auch von frommen Menschen die Tarnung weg.

Das Schöne und Edle, das Menschen in der Welt schaffen, wird nicht bestritten. Aber vor Gott kann das die Schuld nicht abdecken, die nach Vergeltung schreit.

Man kann nicht mehr daran vorbei, dass Gott volle Gerechtigkeit bei allen Menschen sucht. Religiöses Bemühen und Gehorsam in einigen Stücken ist das Ganze noch nicht. Erst dann werden wir gerecht, wenn Jesus alle Schuld ausgelöscht hat. Vor Gott gelten nur Tatsachen. Entweder hat Jesus uns alle Sünde durchgestrichen, oder wir tragen sie noch mit uns herum und sie zieht uns in die Hölle hinunter. Darum zählt hier nicht, was wir auch noch an Gutem gewirkt haben. Nur der Glaube an die im Kreuz Jesu geschehene Begnadigung macht uns zu völlig Gerechten, trotz aller offenbaren Schuld.

 


Ich weiß sonst nichts zu sagen,

als dass ein Bürge kam,

der meine Schuld getragen,

die Rechnung auf sich nahm

und sie so völlig hingezählt,

das von der ganzen Menge

auch nicht ein Stäublein fehlt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Sühnopfer im Alten Bund konnte nur Hinweis auf Gottes Geduld sein, der sein Volk allein von der Schuld lösen kann.

3. Mose 17, 11

Gott hat Jesus dazu eingesetzt, volle Gerechtigkeit zu schaffen.

Hebräer 4, 16

Darauf lief das Zeugnis der Propheten hinaus.

Apostelgeschichte 10, 43

Keiner wird aus seinen eigenen Werken gerecht.

Jesaja 45, 24-25

Gott kleidet sein Volk mit dem Mantel der Gerechtigkeit.

Jesaja 61, 10

Der Herr ist selbst das ganze Heil.

Jeremia 23, 5-6

So ist Jesus uns zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung gemacht.

1. Korinther 1, 30

In Jesus sind wir Gerechte.

2. Korinther 5, 21

Wir haben diese Gerechtigkeit durch die Glaubensgemeinschaft mit Jesus.

Philipper 3, 9

Wer an ihn glaubt, ist gerechtfertigt.

Apostelgeschichte 13, 39

Er kommt nicht mehr ins Gericht.

Johannes 5, 24

Er ist abgewaschen und geheiligt.

1. Korinther 6, 11


Christus, der Herr

Lukas 2, 8-14

 

„Euch ist heute der Heiland geboren, das ist Christus, der Herr!“

 

Die Bibel erzählt keine rührseligen Babygeschichten. Unser Mitleid bleibt gerne beim Anblick der Armut stehen. Das bedrückt, wie unschuldige und schwache Kinder die kühle und abweisende Herzlosigkeit der Welt spüren müssen. Doch das ist nicht das Thema der Geburt Jesu.

„Dieses Kind ist der Herr der Welt!“ rufen die Engel Gottes den Hirten zu.

Man kann lange brauchen, bis man das begreift. In schweren Verfolgungszeiten wurde dieser kurze Satz „Christus - der Herr“ zur Parole der Christen, an der sie sich erkannten.

Und als man sie vor die Standbilder der römischen Kaiser führte, verweigerten sie jede Form der Anbetung. Ihre letzte Autorität war allein das Kind in der Krippe, Jesus - der Herr.

Die mächtigen Könige dieser Welt fühlten sich herausgefordert und trumpften mit ihrer Macht auf. Doch damit konnten sie Jesu Herrschaft nicht antasten. Er hat schon bei seiner Geburt völlig freiwillig auf jeden Glanz verzichtet. Sein Reich steht so fest gegründet, dass er jeden irdischen Pomp entbehren kann.

Für Christen aller Zeiten wurde es zur Versuchung, dem Reich Jesu irdische Anerkennung und Unterstützung zu verschaffen. Damit haben sie aber immer Jesus entehrt und ihn zu einer zweideutigen weltlichen Größe herabgewürdigt.

Wo ist dann seine Macht? In der Knechtsgestalt dienend hat er die Sünde der Welt auf sich gezogen und weggetragen. Er hat in den Versuchungen dem Teufel widerstanden. Er hat die Macht des Todes zerbrochen. Wo Menschen sich ihm öffneten, hat er sie der Macht der Finsternis entrissen und in sein helles Licht gestellt.

Mitten in der Welt vollzieht sich eine große Scheidung. Wo leben wir? Ist dieser stille und demütige Jesus, der sein Reich vor der Welt verhüllt, mein Herr und mein Gott? Kann er über mich verfügen und seinen guten Willen bei mir in allem durchsetzen? „Euch ist er geboren!“ Darauf zielt sein Kommen. Er will von uns nicht in weltlicher Armut bemitleidet sein. Er will unser Heiland und Herr sein!

 


Will hinfort mich etwas quälen,

oder wird mir etwas fehlen,

oder wird die Kraft zerrinnen,

so will ich mich nur besinnen,

dass ich einen Heiland habe,

der vom Kripplein bis zum Grabe,

bis zum Thron, wo man ihn ehret,

mir, dem Sünder, zugehöret.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Man kann über Jesus zwar reden, aber niemand kann Jesus einen Herrn heißen ohne durch den Heiligen Geist.

,Herr’, steht im Alten Testament 6000mal als Name Gottes.

1. Korinther 12, 3

In Jesus kommt die Herrschaft Gottes zur Vollendung.

Johannes 14, 9

Darum wird Jesus mit Recht als Herr über alle angebetet.

Apostelgeschichte 10, 36

Seine Herrschaft reicht über Tote und Lebendige.

Römer 14, 9

Vor ihm werden sich alle Knie beugen und bekennen, dass er der Herr ist.

Philipper 2, 10-11

Nach der Auferstehung sprach zuerst Thomas dieses umfassende Bekenntnis aus.

Johannes 20, 28

Durch Jesus, den Herrn, gibt uns Gott Sieg.

1. Korinther 15, 57

Man muss ihn als Herrn annehmen und unter seiner Herrschaft leben.

Kolosser 2, 6

Der Titel Christus nimmt die alttestamentliche Messiashoffnung auf, die Jesus erfüllt hat.

Apostelgeschichte 2, 36


Der Name Jesus

Matthäus 1, 18-25

 

Und sie wird einen Sohn gebären, den sollst du Jesus nennen, denn er wird sein Volk von seinen Sünden retten.

 

General von Viebahn erzählte gerne die Geschichte, wie ihm bei einem Manöver die Uniform zerriss. Abends im Quartier fragte er die Soldaten: „Ist unter euch ein Schneider?“ Einer trat vor. Viebahn gab ihm die Jacke zum Flicken. Aber der wehrte ab: „Ich bin kein Schneider, ich heiße nur so.“

Unsere Namen stimmen nicht überein mit dem, was wir sind. Nicht jeder, der Müller heißt, hat eine Mühle. Nicht einmal jeder, der sich Christ nennt, ist Christ.

Aber der Name Jesus passt. Er ist ein Programm. Übersetzt heißt er: „Der Herr ist unsere Rettung.“ Mit diesem Namen ist das ganze Tun Jesu bis zu seiner Wiederkunft umschrieben.

Manche denken, mit dem Namen Jesus sei nur seine irdische Wirksamkeit umschrieben. Für den erhöhten Herrn müsse man besser Titel benützen: Christus, Herr, König. Aber der Name Jesus ist auch im Himmel der einzige Name, der dem Herrn aller Herren eigen ist. Man kann sich an den vielen Ehrennamen Jesu freuen, doch der Name „Jesus“ ist mehr.

Warum geht einem dieser Name manchmal so schwer über die Lippen? Ein Theologe schreibt: „Wer bei der Nennung des Namens Jesus eine Gehemmtheit zu überwinden hat, kann seine Freiheit nicht demonstrieren, selbst wenn er pausbäckig alle christologischen Titel hinausschmettert.“

Der lebendige Gott hat sich hier in diesem Namen festgelegt. Und Jesus hat das in diesem Namen angekündigte Programm erfüllt mitten unter Krankheit und Schmerzen, Verlorenheit und Todesmacht. Menschen erkannten, dass wer diesen Namen anruft, gerettet wird. Dieser Name geht weit über alle andern Namen und Titel hinaus, weil nicht allein Menschen in Ehrfurcht ihn damit anbeten, sondern weil der Vater einer verlorenen Welt diesen Namen zur Rettung und Erlösung gab. Und in diesem Namen öffnet sich auch uns die Tür zum Himmel.

 


Jesu Name leuchtet helle,

und sein Glanz vergehet nicht.

Jesu Name bringt der Seele

selbst in tiefster Nacht ein Licht.

Mag auch einst die Welt versinken,

mag vergeh'n der Sonne Schein:

Jesu Nam wird weiter klingen,

unvergänglich wird er sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir finden den Namen Jesus auch als gebräuchlichen Namen von anderen Menschen.

Lukas 3, 29;

Kolosser 4, 11

Aber bei Jesus wurde der Name vom himmlischen Vater ganz besonders bekräftigt, als er in der Herrlichkeit als Herr eingesetzt wurde nach der Himmelfahrt.

Philipper 2, 9-10

Vor diesem Namen werden sich einst auch alle Knie beugen müssen. In keinem anderen Namen können wir selig werden.

Apostelgeschichte 4, 12

Die Apostel erkannten, dass ihnen im Namen Jesu Vollmacht gegeben ist über die Mächte der Verderbens und Zerstörens.

Apostelgeschichte 3, 6

Und die ersten Christen wussten, dass sie über dem Namen Jesu geschmäht und verfolgt werden.

Apostelgeschichte 21, 13;

1. Petrus 4, 14

Wer den Namen Jesu missbraucht, bringt sich selbst in Not.

Apostelgeschichte 19, 13-17


Jesus – Gottes Sohn

Matthäus 27, 33-44

 

Die aber vorübergingen, schmähten ihn, schüttelten ihre Köpfe und riefen: „Andern hat er geholfen und kann sich selbst nicht helfen. Er hat Gott vertraut; der soll ihn nun erlösen, wenn er Gefallen an ihm hat; denn er hat gesagt: ,Ich bin Gottes Sohn.’“

 

Der Spott trifft ins Schwarze.

Jesus hat behauptet, Gottes Sohn zu sein. Lieber ließ er sich totschlagen, als dass er das dementiert hätte. Daran muss sich der Unglaube stoßen. Nun forderten die Spötter Jesus zum Beweis heraus. Aber sie sind blind. Sie können nicht sehen, dass gerade am Kreuz Jesus seine Göttlichkeit demonstriert. Er stirbt für die Sünden der Welt und schafft eine ewige Erlösung.

Aber auch die andern Spottworte halten sich nicht an Nebensächlichem auf, sondern treffen den Nagel auf den Kopf.

„Er kann sich selbst nicht helfen!“ Warum kann er das nicht? Weil er keine Hilfe braucht. Er ist Gottes Sohn. Das steht fest. Darum kann er auf Ehre und Macht, Ruhm und Stärke verzichten.

Aber wir brauchen Hilfe. Der Mantel der Rechtschaffenheit, in den wir uns hüllen, ist durchsichtig und löchrig. Wer das erkannt hat und Jesu Hilfe sucht, dem wird geholfen. Er macht sündige Menschen durch sein Vergebungswort zu Gerechten.

Noch etwas kommt den Spöttern lächerlich vor: „Er hat Gott vertraut!“ Was reizte sie dabei? Vertrauten sie denn Gott nicht?

Ein bisschen Vertrauen zu Gott hatten sie wohl auch. Aber wie Jesus lebte, war ihnen viel zu extrem. So schlossen sie unheilvolle Kompromisse. Das trostlose Elend Jesu am Kreuz beruhigte nun ihr wundes Gewissen. Sie hatten sich auch in der Welt rückversichert. Wenn es um ihr Leben ging, griffen sie lieber zur Lüge. Die Reichtümer der Welt waren ihnen verlässlicher als auf Gott zu bauen.

Wieder haben die Spötter klar den Punkt erkannt, wo Glaube und Unglaube sich scheiden.

Was wählen wir? Jesus stand auf dem Felsengrund. Er hat Gott vertraut. Darum kann er jetzt auch uns helfen und uns erlösen.

 


Du reichst uns deine durchgrabne Hand,

 die so viel Treue an uns gewandt,

dass wir beim Drandenken

beschämt dastehen,

und unser Auge muss übergehen

vor Lob und Dank.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht allein bei der Geburt wird uns Jesus als Sohn Gottes bezeugt.

Lukas 1, 30-35

Auch bei der Taufe Jesu spricht es Gott aus.

Markus 1, 11

Damit werden prophetische Verheißungen erfüllt.

Jesaja 42, 1

Der Teufel spricht Jesus bei der Versuchung darauf an.

Matthäus 4, 3+6

Die dämonischen Mächte erkennen das sofort.

Markus 3, 11

Auch der römische Hauptmann unter dem Kreuz kommt zu diesem Urteil.

Markus 15, 39

Die Jünger bekennen es mitten in der Angst.

Matthäus 14, 33

Das kann uns nur Gott, der Vater, offenbaren.

Matthäus 16, 16-17

Nur wer den Vater kennt, kennt auch den Sohn. Und wer den Sohn kennt, kennt auch den Vater.

Matthäus 11, 25-27

Nur durch Jesus, Gottes Sohn, kommt man zum Vater.

Johannes 14, 6+9

Jesus muss als der Sohn Gottes im Bekenntnis bezeugt werden.

1. Johannes 4, 15

Nur durch Jesu Tod als des Sohnes Gottes sind wir versöhnt.

Römer 5, 10

Gott hat seinen Sohn dahingegeben, dass wir nicht verloren gehen.

Johannes 3, 16

An dieses Bekenntnis hält sich der Glaube.

Hebräer 4, 14


Hin zu Jesus

Markus 1, 40-45

 

Ein Aussätziger kam zu Jesus; der kniete vor ihm nieder und bat ihn: „Wenn du willst, so kannst du mich reinigen.“

 

Woher hatte dieser Aussätzige seine Kühnheit, zu Jesus zu kommen?

Er durfte doch gar laicht zu Gesunden. Man hatte für diese Kranken draußen vor dem Ort eine Hütte errichtet, wo sie in Quarantäne leben mussten. Er war ausgestoßen aus der Gemeinschaft der Menschen.

Jesus hatte ihn nicht gerufen. Wir lesen nirgends in der Bibel von einer Einladung: „Kommt her, ihr Aussätzigen!“ Keiner war ihm auch vorausgegangen. Er war der erste Aussätzige, der Jesus begegnete.

Er hatte auch keine Eltern, die ihn dazu ermuntert hätten. Er hatte auch keinen Beweis. Ja, wie kam er dann dazu?

Er hatte eine große Meinung von Jesus. Das war sein Glaube. Jemand muss ihm von Jesus berichtet haben. Da stand sein Entschluss fest: Ich muss zu ihm hin!

Er hätte sich auch abhalten lassen können. Seine stinkenden Wunden mussten doch Jesus abstoßen. Die eiternden Geschwüre hätten erst noch verbunden werden müssen. Kann er das Jesus zumuten? Doch der Glaube dieses Mannes spricht anders. So wie ich bin, muss ich hin zu Jesus.

Völlig überraschend ist aber, wie dieser glaubende Mann mit Jesus spricht: „Willst du, so kannst du mich wohl reinigen.“ Er überlässt das ganz Jesus, ob er ihn gesund macht. Ihm ist es nur wichtig, dass Jesu Wille geschieht. Was Jesus will, ist immer das Beste. Auch wenn er ein Leben lang mit dieser furchtbaren Krankheit leben muss. So spricht nur der Glaube, der Jesus völlig vertrauen kann.

Wir wissen, was Jesus will. Er hat seinen Willen deutlich geoffenbart. Daran kann man sich halten und darauf pochen. Er hat es gesagt: „Ich will euch erquicken!“ (Matthäus 11, 28). Die ganze Bibel spricht von dem festen Willen Gottes: „Mit ewiger Gnade will ich mich dein erbarmen!“ (Jesaja 54, 8). „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde“ (1. Timotheus 2, 4). An diesen starken und festen Willen Gottes klammert sich der Glaube.

 


Was mein Gott will, das g’scheh allzeit,

sein Will, der ist der beste;

zu helfen dem er ist bereit,

der an ihn glaubet feste.

Er hilft aus Not, der treue Gott;

er tröst' die Welt ohn Maßen.

Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut,

den will er nicht verlassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Aussatz gereinigt zu werden, war damals eine völlig unmögliche Erwartung. Nur Gott kann den Aussatz wegnehmen.

2. Könige 5, 7

Das Vertrauen des Glaubens in den Sohn Gottes ist unbegrenzt, so dass man sich sogar in seinen Willen ergeben kann.

Matthäus 6, 10

Es ist sein Wille zu retten.

Johannes 6, 38-40

Der Glaube macht große Erfahrungen, wo er diesem Willen Gottes traut.

Markus 9, 22-23

Was Gott will, sagt uns sein Wort:

Wiedergeburt,

Hesekiel 36, 26-27

Heiligung,

1. Thessalonicher 4, 3

tragen bis ins Alter,

Jesaja 46, 4

ewigen Bund machen,

Jesaja 55, 3

Sünde vergeben,

Jeremia 31, 34

antworten,

Jeremia 33, 3

uns wieder sehen.

Johannes 16, 22

Vielfach hat uns Gott seinen Heilswillen enthüllt. Wer diesen Willen tut, wird gewiss werden.

Johannes 7, 17


An Jesus klammern

Matthäus 15, 21-28

 

Jesus antwortete ihr und sprach: „Dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst!“

 

Brüsk hatte Jesus die Frau zurückgewiesen.

Das musste ein Schock für sie sein. Durch Straßen und Dörfer war sie geeilt, um vor Jesus ihre Not auszubreiten. Da fand sie ihn endlich. Er kann helfen. Er muss helfen. Andere hatten ihr erzählt, welche großen Taten durch Jesus geschehen waren. Seitdem wusste sie, der den Tauben das Ohr geöffnet hat, wird sich vor ihrer Bitte nicht verschließen.

Aber nun sagte Jesus völlig unerwartet: „Nein!“ Gottes Pläne laufen anders. Jesus war allein zum Volk Israel gesandt und nicht zu den Heiden. Noch nicht! Mit einem krassen Bild erklärte ihr Jesus, dass sie nicht zu den Erwählten Israels gehört.

Was sollte sie jetzt tun? Ist sie in ihrem Glauben nicht kläglich gescheitert? Das Wort Anfechtung verstehen sicher nur ernsthafte Christen. Da wird unser Herz zum Kampffeld. Die Gewissheit des Glaubens wird angetastet. Man meint das Hohngelächter des Teufels zu hören: „Da siehst du, dass alles Trug ist.“

Aber diese Frau glaubt dennoch. Worauf verlässt sie sich denn? Nur der lebendige Glaube wagt so Kühnes, bis ins Herz Jesu vorzudringen und seine Liebe zu fassen. Sie sagt „ja“. Sie widerspricht nicht den Wegen Gottes, die höher sind, als dass wir sie begreifen könnten. Aber sie bittet um ein kleines Stück der unverdienten Gnade, das auch ihr noch gelten muss.

Jesus hat sie erhört. Demütiger und doch gewisser Glaube kann sogar Gottes Konzepte verändern. Aber ohne Glauben ist es unmöglich. Man kann Anfechtungen nur überwinden, wenn man sich an Jesu nie endendes Erbarmen klammert, wie er es am Kreuz für alle enthüllt hat.

Die Frau hatte noch einen weiten Heimweg. Ob ihr unterwegs nicht Zweifel kamen? Wird ihre Tochter wirklich gesund sein? Nein, das konnte sie nicht mehr ungewiss machen. Jesus hatte es ihr zugesagt. Ihm glaubte sie.

 


Wie Bettler stehen bleiben

und unverschämt betreiben,

worum sie angesprochen

und an die Türe pochen;

so sollen wir es wagen

an sein Herz anzuschlagen,

getrost und freudig beten,

nicht von der Stelle treten.

Wenn lauter „Nein“ erscheint,

ist lauter „Ja“ gemeint;

wenn der Verzug am größten,

so ist die Hilf am nächsten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit der Königin Isebel galt das Gebiet von Tyrus und Sidon als gräuliches Heidenland wegen des dort herrschenden Götzendienstes.

1. Könige 16, 31-33

Doch diese Frau lebt in den Fußstapfen des Glaubens der Väter Israels.

1. Mose 32, 27

Sie sucht in Jesus nicht allein den Wundertäter, sondern den Messias Gottes.

Lukas 18, 38-39

Echter Glaube kann sich wohl prüfen lassen.

Markus 9, 22-24

Er dringt auch durch das Schweigen (V. 23) hindurch.

Psalm 28, 1

Israel hat eine Vorrangstellung vor den Heiden.

Apostelgeschichte 3, 25-26

Erst durch die Ablehnung Israels ergeht Gottes Ruf auch an die Heiden.

Apostelgeschichte 13, 46

Auch Jesus musste zuerst die Verheißungen an Israel bestätigen.

Römer 15, 8

Zum Glauben gehört Demut und gewisses Bitten.

Matthäus 8, 8

Lukas 11, 8-10

Wer den Herrn ehrt, wird auch von ihm geehrt.

1.Samuel 2, 30

Auch darin lebt sie in den Fußstapfen Abrahams.

Römer 4, 20


Wie Bettler

Lukas 18, 35-43

 

Die aber vor Jesus gingen, bedrohten den Bettler, er sollte schweigen. Er aber schrie viel lauter: „Du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“

 

Bettler werden bemitleidet. Sie erregen Mitgefühl.

Man kann Bettler aber auch bewundern. Sie sind auf ihre Weise kühn und kümmern sich nicht um die verachtenden Blicke um sie her. Das macht ihnen keine Skrupel, auf Kosten anderer zu leben. Sie wissen, was sie wollen.

In Lessings Drama sagt Nathan der Weise einmal: „Der wahre Bettler ist doch einzig und allein der wahre König!“

Die Bibel bestätigt das. Vor Gott jedenfalls werden unsere ehrbaren Begriffe auf den Kopf gestellt. Nur wer bei ihm herausfordernd die Hand ausstreckt, empfängt.

Daran muss sich menschliche Ehrbarkeit stoßen. Zählen denn meine guten Taten nichts? Doch so einfach hat Jesus nicht alle über einen Kamm geschoren. Auch Bettler haben eine Moral. Sie sind nicht in allem charakterlos. Aber wenn es um ihr Leben geht, dann setzen sie unerschrocken auf die Barmherzigkeit der anderen.

Es ist keine Schande, bei Jesus die Hände zu öffnen und zu betteln. Es ist viel besser, als sich Hilfe in trügerischen Philosophien zu suchen. Es kann auch niemand befriedigen, mit vergänglichen Schätzen und Reichtum an Geld und Gut die Armut vor Gott zu verdecken. Es wurde auch noch keiner davon satt, dass er sich in seinen Gedanken einbildete, gut und gerecht zu sein. Wenn man schon nach Hohem strebt, dann sollte man dort anklopfen, wo die Tür offen steht und jeder gewiss reich beschenkt wird.

Darum „ist uns Menschen im Geistlichen das Armsein keine Schande. Aber das Betteln bei andern als beim Heiland ist eine Schande. Wir sind seine Hausarmen und werden von ihm vollkommen versorgt“ sagte einmal Zinzendorf, der Graf aus stolzem Adelsgeschlecht. Er war ein Mann von edlem Charakter. Doch seine Armut und Schwäche konnte er vor seinem Herrn nicht verbergen. Er wollte gerne durch Jesu Erbarmen gerettet werden. Wer so sucht, findet. Wer so bittet, wird erhört.

 


Drum lasst uns gläubig bitten,

kein Zweifel sei gelitten;

wir flehe in Jesu Namen,

sein Wort und Nam ist Amen.

Und wenn wir Berge wüssten,

die wir versetzen müssten,

sie werden, wenn wir beten,

bald aus dem Wege treten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jesus tadelt seine Gemeinde, wo sie sich vor ihm satt fühlt und ihren Jammer und ihr Elend nicht erkennt.

Offenbarung 3, 17

Nur der über seiner Schuld um Gnade Bittende kann gerechtfertigt werden.

Lukas 18, 13-14

Darin sind uns auch Kinder Vorbild.

Matthäus 18, 3

Die sich vor Gott als Arme erkennen, werden glücklich gepriesen.

Matthäus 5, 3

Sie werden aus dem Staub durch Gottes Erbarmen erhoben und auf einen Thron der Ehre gesetzt.

1. Samuel 2, 8

Der Herr sieht auf sie.

Jesaja 66, 2

Gott bricht das Herz. Er muss sich erbarmen.

Jeremia 31, 20

So ruft Jesus die Mühseligen und Beladenen zu sich, weil sie als Unmündige von ihm eine besondere Verheißung haben.

Matthäus 11, 25-30

Er erfüllt die Verheißung Gottes, den Armen die befreiende Nachricht der Errettung zu bringen.

Lukas 4, 18-19


Der Ruf

Lukas 14, 15-24

 

Der Herr sprach zu dem Knecht: „Gehe hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, damit mein Haus voll wird.“

 

Ich wuchs in der Großstadt auf. Die Häuser stehen dort dicht beieinander. Irgendwo in den verwinkelten Hinterhöfen spielten die Kinder. Da hatten die Mütter ihre liebe Not, am Abend ihre Kinder zu rufen, wenn sie ins Bett sollten. Ich höre noch immer das endlose Rufen einer Nachbarin: „Peter!“ Mit einer Beharrlichkeit ohnegleichen wiederholte sie das. Aber das muss den Peter offenbar veranlasst haben, in Ruhe sein Ballspiel zu Ende zu führen. Er dachte: „Die ruft noch lange. Da hat es noch keine Eile.“

Wirkt so nicht auch Gottes Ruf auf uns?

Doch Gottes Einladung hat ihre Stunde. Ein Termin wird bei der Einladung genannt. jetzt ist das Fest bereitet. Heute muss man sich aufmachen. Wer den Ruf überhört, hat abgelehnt. Das Fest findet ohne ihn statt.

Die aber den Ruf hörten, kamen in eine peinliche Verlegenheit. Im Moment kam der Ruf ungeschickt. Wahrscheinlich empfinden es alle so. Das waren bei den Eingeladenen auch keine Ausreden. Sie wollten ja beim Fest auch dabei sein. Höflich baten sie: „jetzt im Augenblick entschuldige mich bitte. Später wird es sich vielleicht machen lassen.“ Aber das ließ sich nicht machen. Das Fest fand ohne sie statt.

Wenn Gott ruft, muss man sich entscheiden, was jetzt wichtiger ist. Sie hatten alle eilige Termine im Kopf. Grundstücksverhandlungen, Kaufverträge und die Frau fürs Leben sind gewiss dringlich. Aber das Fest kann man darüber verpassen.

Gott hat den Tisch schon gedeckt. Er bleibt bestimmt nicht leer. Aus allen Völkern ruft er seine Gemeinde zum Fest. Aber ob wir dabei sind?

Unheimlich endet die Geschichte. Oder soll man besser sagen, sie endet majestätisch. Gott ist auf mich nicht angewiesen. Andere werden meinen Platz einnehmen. Ihm sind die Armen und Verachteten, die seinen Ruf gerne annehmen, würdige Gäste.

 


Es ist noch Raum! Die Arme Jesu sind

zum Tragen stark und weit;

die Hände stehn für jedes Gnadenkind

zum Heben ausgebreit'.

Er will sie auf die Achseln legen

und ihrer als ein Hirte pflegen.

Es ist noch Raum!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Einladung der Boten ruft der Herr selbst.

Lukas 10, 16

Kapernaum, Chorazin und Bethsaida haben die Stunde nicht erkannt.

Lukas 10, 13-15

Samuel war offen für Gottes Rufen.

1. Samuel 3, 1-14

Gott ruft jeden persönlich bei seinem Namen.

Jesaja 43, 1;

Jesaja 45, 3

Seine Einladung zielt auf ewige Tischgemeinschaft mit ihm.

Offenbarung 19, 9

Nur Sünder, nicht Gerechte, können den Ruf begreifen.

Markus 2, 17

So berief Jesus seine Jünger.

Matthäus 4, 21

Diese Stimme muss von allen anderen auf uns eindringenden Stimmen als „heiliger Ruf“ unterschieden werden.

2. Timotheus 1, 9

Die Zugehörigkeit zur Gemeinde Gottes gründet zuerst auf seinem Ruf, dann auf unserer Annahme dieses Rufes. So werden die Glieder der Gemeinde Berufene genannt.

1. Korinther 1, 2+24


Brot des Lebens

Johannes 6, 41-51

 

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot essen wird, der wird in Ewigkeit leben.

 

In der Bäckerei werden verschiedene Brotsorten angeboten: Roggenbrot, Pumpernickel, Landbrot, Weißbrot, Knäckebrot, Steinmetzbrot, Grahambrot, Vollkornbrot, Weizenmischbrot, Simonsbrot, Schlüterbrot. Was soll man wählen?

Das Angebot der verschiedensten christlichen Kirchen ist noch reichhaltiger. Das mag anregend sein, über die verschiedenen Geschmacksrichtungen sich zu unterhalten. Aber noch wichtiger ist, dass man Brot isst. Sonst wird man schwach und krank. Es geht tatsächlich nur um ein Brot, das wir brauchen, um Jesus, den Herrn.

„Müht euch um Speise, die nicht vergeht, sondern die ewig bleibt“, empfahl Jesus (Johannes 6, 27). Nun müssen wir uns alle in unserem Beruf sehr anstrengen, um das, was wir zum täglichen Leben brauchen, zu erarbeiten. Doch damit allein werden wir nicht erfülltes Leben finden. Jeder Mensch sucht mehr, tiefere Befriedigung.

Aber die hat Jesus hier versprochen: „Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten!“ (Johannes 6, 35). Einem Hungrigen hilft es wenig, vor dem gedeckten Tisch zu sitzen und das Essen zu bewundern. Es macht nicht satt. Viele bewunderten Jesus, weil er so viel Gutes tat. Aber ihnen selbst konnte er nichts geben. Und so blieben sie letztlich enttäuscht und hungrig.

Muss man das Essen erst lernen? Nein, essen kann jeder. Schon das kleinste Kind schiebt sich strahlend die Bissen in den Mund. Dazu will uns Jesus mit diesem Bild ermutigen. Es ist zu wenig, ihn als Herrn der Welt anzubeten. Er will das Durcheinander meines Lebens ordnen. Es ist zu wenig, seine Vollkommenheit zu preisen. Er will uns gerecht machen und das ganze Leben durch seine Vergebung heiligen. Es ist zu wenig, über seinen Ostersieg sich zu freuen. Seine Kraft soll in unserer Schwachheit siegen.

 


Wir haben eine Speise,

der Welt hier unbekannt.

Wir haben einen Schatten

im heißen Sonnenbrand.

Wir haben eine Quelle,

die niemals je versiegt.

Wir haben Kraft zum Tragen,

die keiner Last erliegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brot ist das Grundnahrungsmittel. Man kann auf den Aufstrich verzichten, aber nicht auf das Brot. Deshalb bezeichnet Brot auch all das, was man zum täglichen Leben braucht.

Matthäus 6, 11

Dafür sorgt Gott bei seinem Volk.

2. Mose 16, 18

Doch von diesem irdischen Brot allein lebt der Mensch nicht.

5. Mose 8, 3;

Lukas 4, 4

Schon beim Manna in der Wüste erkannten die Menschen wie bei der Speisung der 5000 nicht, dass dieses irdische Brot nur ein Vorgeschmack des „Brot des Lebens“ ist.

1. Korinther 10, 3-5

So steht das Brechen und Essen des Brotes als des Leibes Jesu Christi im Mittelpunkt der Abendmahlsfeier.

Matthäus 26, 26

Gerade über dem Essen des Brotes macht uns der Herr das „für euch!“ seines Leidens und Sterbens zum Wichtigsten.

1. Korinther 11, 24


Den größten Schatz entdeckt

Matthäus 13, 44-45

 

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und da er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie.

 

Man muss nur in Zeitschriften die Anzeigen durchblättern. Da stößt man auf viele verheißungsvolle Angebote. Es lebt ja in jedem Menschen viel unbefriedigte Sehnsucht.

Man will schöner, noch schöner sein. Die Angebote der Kosmetik versprechen blühende Jugend.

Man sehnt sich nach Ruhe. Die Touristikunternehmen bieten Reisen in die entlegensten Gegenden der Welt an.

Man muss sich vor unvorhergesehenen Krankheiten und Unfällen absichern. Die Versicherungen versprechen uns Geborgenheit. Aber all dies ist zu wenig.

Nun meinen manche, man solle sich bescheiden. Das Leben sei hart. Die Angebote würden uns nur täuschen. Es wären nur leere Illusionen.

Ob das richtig ist? Diese Sehnsucht nach erfülltem, glücklichem Leben ist uns angeboren. Jesus hat versprochen, diesen Hunger zu stillen. Doch diese Sehnsucht ist zu groß, als dass vergängliche Dinge satt machen könnten.

Der Kaufmann war vom Fach. Er konnte den Wert von Perlen genau abschätzen. Er ließ sich von Glaskugeln und Modeschmuck nicht täuschen. Er schaute nicht nur oberflächlich hin. Man weiß ja, dass die Bestimmung des Wertes einer Perle sehr schwierig ist. Heute macht man das am sichersten mit Röntgenstrahlen. Doch dieser Kaufmann hatte dieses scharfe Auge. Vielleicht war er ein paar Mal schon auf wertlose Stücke hereingefallen. Seitdem prüfte er noch genauer, noch kritischer.

Nur solche Menschen, die sich nicht vom Schein blenden lassen, können den Wert eines Lebens mit Jesus richtig einschätzen. Mit der Perle vergleicht Jesus seine Herrschaft über vordem recht eigenmächtig lebende Persönlichkeiten. Dafür gab der Mann nicht nur all sein erspartes Geld her. Auch seine Möbel trug er zum Flohmarkt. Ihm war es zu wenig, von der kostbaren Perle zu wissen. Er musste sie besitzen. Erst dann haben wir das Leben gefunden, wenn uns Jesus in allem bestimmen und führen kann.

 


Meins Herzens Kron, mein Freudensonn

sollst du, Herr Jesus, bleiben;

lass mich doch nicht von deinem Licht

durch Eitelkeit vertreiben.

Bleib du mein Preis,

dein Wort mich speis;

bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr,

an dich stets fest zu glauben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Himmelreich, das auch Reich Gottes genannt wird, kam in Jesu Wort und Tat.

Matthäus 4, 17

Es ist noch verhüllt, doch mitten unter uns.

Lukas 17, 21

Nur durch den Geist Gottes wiedergeborene Menschen können es erkennen.

Johannes 3, 3

Mit Jesu Wiederkunft wird es sichtbar aufgerichtet.

Matthäus 25, 31-46;

Offenbarung 11, 15

Wer an Jesus glaubt, ist in dieses Reich hineinversetzt.

Kolosser 1, 13;

Epheser 5, 5

Alle Gleichnisse in Matthäus 13 stellen diese Herrschaft Jesu dar. Der Bauer auf dem Acker stößt zufällig auf diesen Schatz.

Matthäus 13, 44

Alles Gemeindeleben und unsere persönliche Stille vor Gott kommt erst dort zum Ziel, wo wir auf Jesu Herrschaft stoßen und ihn als Herrn annehmen.

Johannes 1, 49

Dies zu finden, lohnt alle Opfer.

Matthäus 10, 37-39


Genuss ohne Reue

Johannes 10, 1-10

 

Jesus spricht: Ich bin gekommen, dass Menschen das Leben und alles in Fülle haben sollen.

 

Vor 2000 Jahren verstand man die Kunst zu leben. Markus Skaurus ließ ein Theater mit 80 000 Sitzplätzen bauen, das auf Marmorsäulen ruhte, nur um das Volk für einen Monat zu belustigen. Das Gebäude war mit 3000 kostbaren Statuen und Gemälden geschmückt. Es hätte Jahrhunderten Trotz bieten können. Aber nachdem es einen Monat seinem Zweck gedient hatte, wurde es wieder abgebrochen. Nur Lust und Genuss zählte damals bei den Römern.

Man kennt ja auch die Gaumenfreuden des Lukullus, dessen leckere Kostbarkeiten wohl bis heute selten übertroffen wurden. Enthaltsames Leben galt nichts. Wenn das Leben nur Freude machte!

In diese Welt zog der Apostel Paulus als Bote Jesu. Und er schrieb der Gemeinde in Rom, dass er sich des Evangeliums von Jesus nicht schäme (Römer 1, 16). Was konnte er denn noch anbieten?

Jetzt überrascht uns das Wort Jesu. Er bietet Leben an mit „allem drum und dran“. Ausgerechnet dieser verhöhnte, gefolterte und wahrlich arme Mann vom Kreuz behauptet, er könne mehr bieten als alle Pracht und aller Luxus.

Tiere kann man mit Dingen sättigen, aber nicht Menschen. Oft ganz unbewusst regt sich in Menschen die Sehnsucht nach erfüllterem Leben, nach mehr. Unübersehbar hat Jesus den springenden Punkt markiert. Wo ein Mensch Vergebung seiner Sünde und Frieden mit Gott hat, beginnt erst das Leben. Und das Höchste, das man in dieser Welt finden kann, ist Jesu brennende Liebe und seine wunderbare Nähe.

Ich kannte einen reichen Kaufmann. Bei einem politischen Umsturz wurden seine vier großen Ladengeschäfte verstaatlicht. Ich fragte ihn, ob ihn das nicht bitter mache. Er lachte nur: „Das hat mich nicht einen Tag beschäftigt!“ Und er wurde im Dienst für Jesus ein reich gesegneter Mann.

 


Ach sagt mir nichts von Gold und Schätzen,

von Pracht und Schönheit dieser Welt;

es kann mich ja kein Ding ergötzen,

das mir die Welt vor Augen stellt.

Ein jeder liebe, was er will;

ich liebe Jesus, der mein Ziel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein langes Leben mit hohem Alter ist nicht nur Geschenk.

Psalm 90, 5+10

Das erfüllte Leben, das Jesus meint, beginnt mit der Wiedergeburt.

Johannes 3, 3-5

Es ist unbegrenzt und findet seine Ausrichtung allein in Jesus.

1. Johannes 5, 11-12

Die Trennung von dem lebendigen Gott durch die Sünde ist aufgehoben.

2. Korinther 5, 17

Jesus lebt und wirkt in denen, die an ihn glauben.

Galater 2, 20

Auch wenn man um Jesu willen viel drangibt, ist das, was man erhält, unvergleichlich.

Matthäus 16, 24-26

Wenn auch viel von dem neuen Leben unseren Augen verborgen bleibt, so gehen wir doch auf die sichtbare Erfüllung zu.

Kolosser 3, 3

Das ist das Ziel in der Ewigkeit, das uns heute schon so viel Erfüllung schenkt, dass wir Jesus sehen.

Offenbarung 22, 4


Die enge Pforte

Lukas 13, 22-30

 

Jesus sprach: „Kämpft darum, dass ihr durch die enge Pforte hineingeht; denn, das sage ich euch, viele werden danach trachten, wie sie hineinkommen, und es wird ihnen nicht gelingen.“

 

Jesus sprach nur von einer engen Pforte. Keiner hat das Recht, zusätzliche Engpässe aufzurichten und Menschen in starre Formen zu pressen. Auch ist eine Pforte kein endloser Tunnel. Wer durch die Tür, die Jesus meint, tritt, kommt in die Weite, in die Freiheit.

Da sollten wir zuerst einmal am weiten Herzen Jesu Maß nehmen. Er liebte alle, Fromme und Gescheiterte, unmündige Kinder und Gelehrte.

Wie eng ist doch oft unser Gesichtskreis! Manch eine Gemeinde schnürte sich schon selbst die Luft zum Atmen durch eine falsche Enge ab. Nicht selten wurden aufrichtige Gottsucher durch eine altertümliche Lebensart abgeschreckt, die man ihnen aufzwingen wollte. Und manches überhebliche Spottwort über die Klugen kam wohl eher von angeborener Denkfaulheit als vom Geist Gottes.

Wie eng ist nun die Pforte, von der Jesus spricht? Immerhin ist Platz genug, dass jeder ohne Schwierigkeiten hindurch kann, der wirklich will. Keiner muss sich verstümmeln, um hindurch zu kommen. Keiner muss auf dem Bauch kriechen. Nur muss jeder für sich allein durch diese Tür.

Wer durch die Tür will, muss einige Schritte machen. An diesen Schritten scheitern viele. Sie haben zwar die Absicht, irgendwann einmal sich auf den Weg zu machen. Aber sie laufen nicht los.

Da war einer, der durch diese Tür wollte. Er hatte Sehnsucht, mit Jesus zu gehen. Da nahm er seine Kontobücher und bereinigte die Sache mit dem unrechten Geld. Ein anderer brach mit seinem gottlosen Leben. Er wollte durch die Tür hindurch, um die Hand Jesu zu fassen.

Welch ein Glück, dass die Pforte so eng ist! Das Alte muss zurückbleiben. Aber für uns ist Platz genug, um hindurchzugehen und heute mit Jesus zu leben.

 


Du musst ziehen, mein Bemühen ist zu mangelhaft.

Wo ihr's fehle, fühlt die Seele; aber du hast Kraft,

weil dein Wort ein Leben bringt

und dein Geist das Herz durchdringt.

Dort wird's tönen bei dem Krönen:

Gott ist's, der es schafft!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Pforte, von der Jesus spricht, führt zum Leben.

Matthäus 7, 14

Was zurückbleiben muss, ist das alte, nichtige Leben mit seinen verfehlten Zielen.

Epheser 2, 2-3

Der böse Weg muss verlassen werden.

Jesaja 55, 7

Von der Ungerechtigkeit muss man sich abwenden.

Hesekiel 18, 27

An der engen Pforte muss man sich nicht kleiner machen, als man ist, aber wohl sich seiner Kleinheit bewusst sein.

Matthäus 18, 2-3

Um das neue Leben bei Jesus zu finden, ist ganze Konzentration auf das eine Not: die völlige Umkehr zu Jesus hin.

Lukas 14, 33

Mit harten Worten brandmarkte Jesus die Heuchler, die mit menschlichen Zusatzgeboten den Zugang zum Reich Gottes völlig verschließen.

Matthäus 23, 13

Paulus tadelt die Engherzigkeit der Gemeinde, die sich in der Liebe nicht öffnet für die andern.

2. Korinther 6, 11-13


Worauf es ankommt

2. Chronik 33, 1-20

 

Als Manasse in Angst war, flehte er zu dem Herrn, seinem Gott, und demütigte sich vor dem Gott seiner Väter. Und als er bat, ließ sich der Herr erbitten und erhörte sein Flehen… Da erkannte Manasse, dass der Herr Gott ist.

 

Grauenhaftes kann man aus dem Leben Manasses berichten. Zu verdorben war sein Charakter. Er nutzte seine Macht als König aus, um ungeniert einen Rekord an gräulichen Untaten aufzustellen.

Aber dann kam der Tag. Da bekehrte er sich zu seinem Gott.

Das ist die Tür, durch die man gehen muss. Eltern können es nicht für ihre Kinder tun. Jeder steht für sich allein. Manche warten vor der Tür und zögern. Letztlich ist aber vor Gott das Entscheidende, ob man durch die Tür hindurchgeht.

55 Jahre lang war Manasse König. Die meiste Zeit in seinem hohen Amt brachte er damit zu, den lebendigen Gott zu erzürnen. Aber von einem Tag auf den andern strich Gott die furchtbare Schuld eines verfehlten Lebens durch. Manasse demütigte sich vor dem Gott seiner Väter. Und der Herr ließ sich erbitten. Es war nur ein Schritt zur Umkehr in ein neues, von Gott reich gesegnetes Leben. Aber auf diesen Schritt kommt alles an.

Das gräuliche Leben Manasses mag zu einem guten Teil auch in seiner Angst begründet gewesen sein. Er verfügte in seinem Zwergstaat nur über wenig Macht. So hoffte er, sich dem Druck der Nachbarstaaten am besten durch Anpassung entziehen zu können. Wie kläglich scheiterte dieses Durchlavieren mit zweideutigem Verhalten. Der König von Assyrien nahm ihn dennoch gefangen und legte ihn in Babel in Ketten. Damals machte man mit solchen Gefangenen kurzen Prozess. Manasses Nachfolger stachen sie kurzerhand die Augen aus.

In dieser Todesangst kam Manasse zur Besinnung. Er flehte zu dem Herrn, seinem Gott. Hatte er vorher viele Götter, so kannte er jetzt nur den einen, der ihn geschaffen hatte, seinen Gott.

Ihm allein wollte er von nun an gehören. Ihn nahm er als seinen Herrn an. Und der Herr ließ sich erbitten. Auf diesen persönlichen Glauben kommt alles an.

 


Ob bei uns ist der Sünden viel,

bei Gott ist viel mehr Gnade;

sein Hand zu helfen hat kein Ziel,

wie groß auch sei der Schade.

Er ist allein der gute Hirt,

der Israel erlösen wird

aus seinen Sünden allen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Offenbar erzwang der assyrische Staat die Aufstellung des Ascherahbildes im Tempel und die Verehrung des Götterhimmels.

2. Könige 23, 4-5

Aber mit ganzem Eifer stellte sich Manasse hinter alle Götzendienste. Wer sich dem widersetzte, wurde umgebracht.

2. Könige 21, 16

Gott kann aber dem die schlimmste Schuld vergeben, der an seine Brust schlägt.

Lukas 15, 18

Gott will sich in der aussichtslosesten Not unser erbarmen.

Psalm 50, 15

Saul konnte einst keine Vergebung zuteil werden, weil er vor dem Volk geehrt sein wollte.

1. Samuel 15, 30

Wer sich aber demütigt, dem kann vergeben werden.

Lukas 18, 13-14

So lässt sich Gott gewiss erbitten.

Lukas 23, 42-43

Ob die - wenn auch späte - Bekehrung auf die Gebete des gläubigen Vaters Hiskia zurückging?

2. Könige 19, 14


Die entscheidende Kurve

Matthäus 11, 25-30

 

Jesus sprach: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“

 

In einer belebten Großstadt hat sich ein Ortsfremder mit seinem Auto verfahren. Er findet sich nicht mehr zurecht. Er kurbelt das Fenster herunter und fragt Passanten nach dem Weg. „Es ist ganz einfach“, sagt der freundliche Helfer, „rechts ab, dann links, nicht gleich, etwas später wieder rechts, dann scharf rechts!“

Es ist wirklich gut gemeint und doch nur verwirrend. Warum gibt der gute Mann keinen Orientierungspunkt an? Wo muss man rechts ab? An der Ampel oder am Hochhaus?

Weil der Orientierungspunkt fehlt, gibt es auch in viel wichtigeren Dingen Verwirrung. Viele sind unsicher, welchen Kurs sie ansteuern sollen. Was ist wahr? Was ist gut? Kein Wunder, dass viele mit guten Absichten begonnene Reformen in der Sackgasse enden.

Jesus nennt den Punkt, um den sich alles dreht. Er gibt eine genaue Markierung. „Kommt her zu mir!“ ruft er. Ihn muss man haben.

Wer lange genug in der verkehrten Richtung herumgekurvt ist, achtet genau auf die klare Wegangabe. Jesus nennt solche Leute „mühselig und beladen“. Sie haben unter Aufbietung aller Energie versucht, ihrem Leben einen Sinn abzugewinnen. Doch erst bei Jesus fanden sie Ruhe und Frieden.

Die entscheidende Kurve, die in das neue Leben einmündet, zeigt hier Jesus. Müde Menschen entdecken sein Erbarmen. Es erquickt sie, wie er sich zu ihnen herunterbeugt und sie aufrichtet.

Aber auch der weitere Weg wird hier unmissverständlich gewiesen. Wie zwei Zugochsen unter einem Joch die schwere Last gemeinsam ziehen, so bindet sich der Herr mit uns Schwachen zusammen. Seine Kraft ist unbegrenzt. Mit einer unvergleichlichen Demut stellt sich der hohe und erhabene Herr unter unsere Schuldenlast und trägt sie weg. Wie erquickt das, wenn alles vergeben ist!

 


Kehre wieder, endlich kehre

in der Liebe Heimat ein,

in die Fülle aus der Leere,

in das Wesen aus dem Schein,

aus der Lüge in die Wahrheit,

aus dem Dunkel in die Klarheit,

aus dem Tode in das Leben,

aus der Welt ins Himmelreich!

Doch was Gott dir heut will geben,

nimm auch heute - kehre gleich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Wort Jesu schließt an ein Wort über das Erkennen Gottes an.

Matthäus 11, 25-27

Das eindrucksvolle Denken des weisen Menschen kann das Geheimnis Gottes nicht aufschließen. Es gefällt Gott, Schwachen dieses Erkennen zu schenken. Das führt in die Demut.

1. Petrus 5, 5

Durch das vor Gott erschrockene Gewissen erkennt man sich als mühselig und beladen.

Psalm 32, 3-5

Selbst kann man sich keinen Frieden schaffen und nicht zur Ruhe kommen.

Prediger 2, 22-23

Aber Rettung findet, wer umkehrt zum Herrn.

Jesaja 45, 22+25

Aus Trauernden werden Menschen, die ihn fröhlich preisen.

Jesaja 61, 3

Es ist ein Kampf notwendig, in die in Jesus angebotene Ruhe einzukehren.

Hebräer 4, 1

Der Sanftmütige lebt nicht stolz vor Gott.

Psalm 131, 1;

Matthäus 21, 5

Der Demütige ordnet sich Gott unter.