Matthäus 1, 19

Das Evangelium nach Matthäus (Matthäusevangelium)

Kapitel: 1, Vers: 19

Matthäus 1, 18
Matthäus 1, 20

Luther 1984:Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Da faßte Joseph, ihr Verlobter, der ein rechtschaffener-1- Mann war und sie nicht in üblen Ruf bringen wollte, den Entschluß, sich, ohne Aufsehen zu erregen, von ihr loszusagen. -1) w: gerechter = rechtbeschaffener (d.h. dem Gesetz und den Propheten treu ergebener), also sittenstrenger Mann.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Joseph aber, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht öffentlich bloßstellen-1- wollte-a-, gedachte sie heimlich zu entlassen-b-. -1) w: zur Schau stellen. a) 4. Mose 5, 30. b) 5. Mose 24, 1.
Schlachter 1952:Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht an den Pranger stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.
Schlachter 1998:Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht an den Pranger-1- stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. -1) d.h. nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte.++
Schlachter 2000 (05.2003):Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.
Zürcher 1931:Weil indessen Joseph, ihr Mann, rechtschaffen war und sie (doch) nicht in Schande bringen wollte, gedachte er sie heimlich zu entlassen. -5. Mose 24, 1-4.
Luther 1912:Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.
Luther 1912 (Hexapla 1989):Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.
Luther 1545 (Original):Joseph aber jr Man war from, vnd wolt sie nicht rügen, Gedacht aber sie heimlich zu verlassen. -[Rügen] Das ist, Er wolt sie nicht zu schanden machen fur den Leuten, als er wol macht hatte nach dem Gesetze. Vnd rhümet also S. Mattheus Josephs frömkeit, Das er sich auch seines Rechten, vmb liebe willen, verzihen hat.
Luther 1545 (hochdeutsch):Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht rügen, gedachte aber sie heimlich zu verlassen.
Neue Genfer Übersetzung 2011:Josef, ihr Verlobter, war ein Mann mit aufrechter Gesinnung. Er nahm sich vor, die Verlobung aufzulösen, wollte es jedoch heimlich tun, um Maria nicht bloßzustellen.
Albrecht 1912/1988:Josef aber, ihr Verlobter-1-*, der ein frommer Mann war* und sie nicht bloßstellen wollte, ging schon damit um, sich in aller Stille von ihr zu trennen*. -1) w: ihr Mann. Die Verlobung wurde bei den Juden als der Anfang der Eheschließung angesehen und auch rechtlich so behandelt (vgl. 5. Mose 22, 23f.).
Meister:Joseph aber, ihr Mann, der da gerecht war und sie nicht an den Pranger-a- stellen wollte, beschloß, sich heimlich von ihr zu trennen! -a) 5. Mose 24, 1.
Menge 1949 (Hexapla 1997):Da faßte Joseph, ihr Verlobter, der ein rechtschaffener-1- Mann war und sie nicht in üblen Ruf bringen wollte, den Entschluß, sich, ohne Aufsehen zu erregen, von ihr loszusagen. -1) w: gerechter = rechtbeschaffener (d.h. dem Gesetz und den Propheten treu ergebener), also sittenstrenger Mann.
Nicht revidierte Elberfelder 1905:Joseph aber, ihr Mann, indem er gerecht war und sie nicht öffentlich zur Schau stellen wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen.
Revidierte Elberfelder 1985-1991:Josef aber, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht öffentlich bloßstellen-1- wollte-a-, gedachte sie heimlich zu entlassen-b-. -1) w: zur Schau stellen. a) 4. Mose 5, 30. b) 5. Mose 24, 1.
Robinson-Pierpont (01.12.2022):Joseph nun, ihr Mann, gerecht seiend und sie nicht der Schande aussetzen wollend, beschloss, sie heimlich zu entlassen.
Interlinear 1979:Josef aber, ihr Mann, gerecht seiend und nicht wollend sie bloßstellen, wollte heimlich entlassen sie.
NeÜ 2021:Josef, der schon als ihr Ehemann galt, war ein gewissenhafter und gottesfürchtiger Mann. Er nahm sich deshalb vor, den Ehevertrag stillschweigend rückgängig zu machen, um sie nicht bloßzustellen.
Jantzen/Jettel (25.11.2022):Aber Josef, ihr Mann, war gerecht und wollte sie nicht der Schmach aussetzen(a), nahm sich ‹also› vor, sich heimlich von ihr zu scheiden(b).
-Fussnote(n): (a) o.: an den Pranger stellen; eigtl.: zu einem [warnenden] Exempel machen (b) o.: sie heimlich zu entlassen.
-Parallelstelle(n): 4. Mose 5, 15; 5. Mose 22, 23.24; 5. Mose 24, 1
English Standard Version 2001:And her husband Joseph, being a just man and unwilling to put her to shame, resolved to divorce her quietly.
King James Version 1611:Then Joseph her husband, being a just [man], and not willing to make her a publick example, was minded to put her away privily.
Robinson-Pierpont 2022:Ἰωσὴφ δὲ ὁ ἀνὴρ αὐτῆς, δίκαιος ὤν, καὶ μὴ θέλων αὐτὴν παραδειγματίσαι, ἐβουλήθη λάθρᾳ ἀπολῦσαι αὐτήν.
Franz Delitzsch 11th Edition:וְיוֹסֵף בַּעְלָהּ אִישׁ צַדִּיק וְלֹא אָבָה לְתִתָּהּ לְחֶרְפָּה וַיֹּאמֶר אֲשַׁלְּחֶנָּה בַּסָּתֶר



Kommentar:
Peter Streitenberger 2022:Matthäus fügt die Kennzeichen Josephs an, womit zu erklären ist, dass er beim Verdacht der Beziehung zu einem anderen Mann, Maria als seine Verlobte entlassen wollte. Das Attribut ὁ ἀνὴρ αὐτῆς („ihr Mann“) ist proleptisch, da dies zu der Zeit nicht realisiert war, aber später kommen würde, dass beide heiraten. Da er Maria nicht blamieren wollte, wollte er dies heimlich tun, ohne Aufhebens, da es für sie eine Blamage wäre, als Verlobte entlassen zu werden, sodass sie ggf. bestraft werden würde. Polybius benutzt in Historiae 2.60, 8 das Wort παραδειγματίζω („der Schande aussetzen“), um die Strafe für einen üblen Verräter und Übeltäter zu bezeichnen. Dieser sei: „[…] περιαγόμενον δ’ εἰς τὴν Πελοπόννησον καὶ μετὰ τιμωρίας παραδειγματιζόμενον οὕτως ἐκλιπεῖν τὸ ζῆν“. „[…] dann herumzuführen auf der Peloponnes und unter Folter zum abschreckenden Beispiel zu machen, auf die Art das Leben zu nehmen“. Vgl. dito 15.32, 5, wo die grölende Menge forderte, an einem Übeltäter sei ein Exempel zu statuieren: „συνεχῶς ἐβόων, ἄγειν κελεύοντες καὶ παραδειγματίζειν τοὺς πάντων τῶν κακῶν αἰτίους“. „Beständig schrien sie, man solle die Urheber all der Bosheiten herführen und ein abschreckendes Beispiel vollziehen“. Ein Kontrastbeispiel zeigt sich dito 27.1, 6, wo politischen Freunden geschmeichelt, Gegner aber widerwärtig behandelt werden. Dieses Beispiel zeigt auch, wie diese Haltung sich praktisch zeigt: „διὸ τοὺς μὲν περὶ τὸν Λασῆν καὶ τοὺς Χαιρωνεῖς καὶ τοὺς Λεβαδεῖς καὶ τοὺς ἄλλους, ὅσοι παρῆσαν ἀπὸ τῶν πόλεων, ἀσμένως ἀπεδέχοντο καὶ κατέψων, τὸν δ’ Ἰσμηνίαν παρεδειγμάτιζον, ἀποτριβόμενοι καὶ παρορῶντες“. „Daher empfingen sie zwar die um Lases und die Chaironäer, die Lebadäer und die anderen, die von den Städten gesandt waren, freundlich, indem sie schmeichelten. Aber Ismenias behandelten sie öffentlich abschreckend, indem sie ihn ablehnten und verachteten“. Im AT verwendet die Septuaginta das Wort in Numeri 25.4: καὶ εἶπεν κύριος τῷ Μωυσῇ λαβὲ πάντας τοὺς ἀρχηγοὺς τοῦ λαοῦ καὶ παραδειγμάτισον αὐτοὺς κυρίῳ ἀπέναντι τοῦ ἡλίου καὶ ἀποστραφήσεται ὀργὴ θυμοῦ κυρίου ἀπὸ Ισραηλ („Und der Herr sagte zu Mose: Nimm die Oberhäupter des Volkes und mache sie zum öffentlichen abschreckenden Beispiel für den Herrn, und so wird der Zorn des Eifers des Herrn von Israel abgewendet werden“).
John MacArthur Studienbibel:1, 19: Josua eph … der gerecht war … gedachte sie heimlich zu entlassen. Für diese Art von Ehebruch befahl das Gesetz die Steinigung (5. Mose 22, 23.24). Josua ephs Gerechtigkeit bedeutete, dass er auch barmherzig war und daher Maria »nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte«. Der Ausdruck »gerecht sein« bzw. »ein Gerechter« ist ein Hebraismus. Er besagt, dass er ein wahrer Gläubiger und somit durch Glauben gerechtfertigt war, der das Gesetz gewissenhaft befolgte (s. 1. Mose 6, 9). Sie zu »entlassen« bedeutet, eine rechtmäßige Scheidung zu vollziehen (19, 8.9; 5. Mose 24, 1), was nach jüdischem Brauch erforderlich war, um eine Verlobung zu lösen (s. Anm. zu V. 18).



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