Markus 14, 68

Das Evangelium nach Markus (Markusevangelium)

Kapitel: 14, Vers: 68

Markus 14, 67
Markus 14, 69

Luther 1984:Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Er aber leugnete und sagte: «Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du da sagst!» Er ging dann in die Vorhalle des Hofes hinaus,
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht, verstehe auch nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof-1-. -1) mehrere altHs. haben hier noch: Und der Hahn krähte.
Schlachter 1952:Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähte.
Zürcher 1931:Er leugnete jedoch und sagte: Ich weiss nicht und verstehe nicht, was du meinst. Und er ging hinaus in den Vorhof. Und der Hahn krähte.
Luther 1912:Er leugnete aber und sprach: Ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähte.
Luther 1545 (Original):Er leugnet aber vnd sprach, Ich kenne jn nicht, weis auch nicht was du sagest. Vnd er gieng hin aus in den Vorhoff, vnd der Han krehet.
Luther 1545 (hochdeutsch):Er leugnete aber und sprach: Ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagest. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähete.
Neue Genfer Übersetzung 2011:Aber Petrus stritt es ab. »Ich weiss nicht, wovon du redest; ich verstehe gar nicht, was du willst«, sagte er und ging hinaus in den Vorhof. Da krähte ein Hahn.
Albrecht 1912/1988:Er leugnete aber und sagte: «Ich weiß nicht - ich verstehe nicht - was meinst du denn?» Dann ging er aus dem inneren Hofe in den Vorhof. Da krähte ein Hahn.
Luther 1912 (Hexapla 1989):Er leugnete aber und sprach: Ich kenne ihn nicht, weiß auch nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähte.
Meister:Er aber leugnete und sagte: «Ich weiß nicht, ich verstehe nicht, was du sagst», und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte.
Menge 1949 (Hexapla 1997):Er aber leugnete und sagte: «Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du da sagst!» Er ging dann in die Vorhalle des Hofes hinaus,
Nicht revidierte Elberfelder 1905:Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht, verstehe auch nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähte-1-. -1) ein. lassen fehlen: und der Hahn krähte.++
Revidierte Elberfelder 1985-1991:Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht, verstehe auch nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof.-1- -1) mehrere altHs. fügen hinzu: Und der Hahn krähte.
Schlachter 1998:Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was du sagst! Und er ging in den Vorhof hinaus, und der Hahn krähte.
Interlinear 1979:Er aber leugnete, sagend: Weder weiß ich noch verstehe ich, du was sagst. Und er ging hinaus nach außen in die Vorhalle, und Hahn krähte.
NeÜ 2016:Aber Petrus stritt es ab. Ich weiß nicht, wovon du redest!, sagte er. Ich verstehe überhaupt nicht, was du willst!, und ging in den Vorhof hinaus. Da krähte ein Hahn.
Jantzen/Jettel 2016:Er a)leugnete und sagte: „Ich weiß nicht, noch ist mir bekannt, was du sagst.“ Und er ging hinaus, nach draußen, in den Vorhof. Und ein b)Hahn krähte 1).
a) Markus 14, 31
b) Markus 14, 30; 14, 72
1) Markus14, 68E.72: „Und ein Hahn krähte.“ 1. Zum Text Der Satz Ende V. 68 ist keine spätere Hinzufügung; er ist bestens bezeugt. Nach Pickering lassen nur neun von den ca. 1700 vorhandenen Handschriften ihn aus, und selbst bei den Auslassungen sind diese neun untereinander nicht konform. Ähnlich verhält es sich bei V. 72: Nur fünf von den ca. 1700 lassen „zum zweiten Mal“ aus und nur sieben lassen das griech. Wort für „zweimal“ in V. 72E aus. Nur drei Zeugen sind in Markus14, 30.68 und 72 in ihren Auslassungen konsequent, nämlich der Codex Sinaiticus, die Kursivschrift Nr. 579 und die altlateinische Übersetzung „c“. Pickering fasst zusammen: „Wenn die Absicht der Auslassungen die war, Markusmit den anderen Evangelien zu harmonisieren, dann ist das nur beim Codex Sinaiticus, 579 und it [„c“] gelungen... Es gibt keinen Grund, diese Auslassungen ernst zu nehmen, es sei denn man wäre in der Lage aufzuzeigen, warum die griech. Lesart von Sinaiticus und 579 (und von den Übersetzungen die des Altlateiners „c“) dem Gesamtzeugnis aller übrigen Handschriftenbefunde vorzuziehen sei.“ 2. Anmerkungen zur Frage der dreifachen Verleugnung des Petrus und des zweimaligen Hahnenschreis Wie oft hat Petrus den Herrn verleugnet? Bei welchen Gelegenheiten? Wie viele Hahnenschreie gab es? Und wie ist der nur von Markus berichtete erste Hahnenschrei (14, 68) mit Jesu Voraussage bei Matthäus (26, 34), Lukas (22, 34) und Johannes (13, 38) in Einklang zu bringen? Man hat versucht, mehrere voneinander verschiedene Voraussagen des Herrn und mehr als drei Verleugnungen des Petrus anzunehmen, aber nicht ohne Probleme. (Z. Bsp. Wilbur N. Pickering: „How often did Jesus say Peter would deny him“, 2005, unveröffentlichtes Manuskript.) Vieles spricht für die traditionelle Annahme von nur einer Voraussage und drei Verleugnungen. Der Herr Jesus sagte drei Verleugnungen voraus, und drei fanden statt. Jeder der vier Evangelisten berichtet von der einen Voraussage des Herrn, und jeder berichtet von drei Verleugnungen durch Petrus. Im Folgenden wird ein Versuch unternommen, die vier Evangelienberichte in Einklang zu bringen. a. Zur Voraussage der dreifachen VerleugnungDas Gespräch zwischen dem Herrn Jesus und Petrus von Johannes 13, 36ff fand anlässlich des Passamahles statt. Es handelte sich nicht um ein anderes Abendessen. Johannes 13, 1.2: „Vor dem Passafest, wissend, dass seine Stunde gekommen war, dass er wegginge aus dieser Welt …“ (V. 2:) „Und als das Mahl gekommen war …“ Die Voraussage der Verleugnung des Petrus geschah, nachdem Judas die Tischgesellschaft verlassen hatte, um Jesus der jüdischen Führung auszuliefern. (13, 21-38) Johannes 13, 21 steht parallel zu Matthäus 26, 21 und Markus14, 18. Johannes 13-17 kann man nicht auf zwei verschiedene Abendessen aufteilen. Alle diese Reden fanden am selben Abend statt. Danach wurde Jesus gefangengenommen. Alle vier Evangelisten berichten über die Voraussage der Verleugnung. Alle vier berichten über die Bereitschaft des Petrus, für Jesus zu sterben (Matthäus 26, 35; Markus14, 31; Lukas 22, 33; Johannes 13, 37). Gemäß Lukas und Johannes befanden sich die Jünger noch nicht auf dem Weg zum Garten. Aus Johannes 13, 36ff; 14, 31 und 18, 1 geht hervor, dass beim Aufbruch noch einige Gespräche und das Gebet von Johannes 17 stattfanden, darunter auch die Voraussage der dreifachen Verleugnung (Johannes 13, 38). Lukas 22, 31-34 findet vor dem Verlassen des Obersaals statt (22, 39). Weder Matthäus noch Markus sagt explizit, dass das Gespräch von der Verleugnung erst auf dem Weg zum Garten stattgefunden habe. In Matthäus 26, 30 bzw. Markus14, 26 heißt es zwar: „Und als sie eine Hymne gesungen hatten, gingen sie hinaus Richtung Berg der Olivenbäume“, aber die Worte von Matthäus 26, 31-35 sind bei Matthäus zeitlich unbestimmt. Matthäus sagt: „Zu der Zeit“ bzw. „Da“ (griech.: TOTE; Matthäus 26, 31). Er sagt nicht, dass das Gespräch von der Verleugnung erst nach dem Hinausgehen erfolgte. Markusund Matthäus müssen im Lichte von Lukas und Johannes betrachtet werden. Der Apostel Johannes, der den Bericht der Synoptiker ergänzt, lässt deutlich erkennen, dass die Voraussage der Verleugnung noch im Obersaal stattfand. Erst in Johannes 18, 1 begab man sich dann tatsächlich auf den Weg, auch wenn der Herr bereits in 14, 31 dazu aufforderte. Das Einkaufen „für das Fest“ (Johannes 13, 29) kann man nicht gleichsetzen mit einer Vorbereitung für das Passamahl (und daher als Argument verwenden, dass Johannes 13 sich nicht auf das Passamahl beziehe). Das „Fest“ dauerte eine Woche lang, und es gab am Donnerstagabend noch vieles, das man für das „Fest“ hätte einkaufen können. Die Annahme, die Ereignisse von Johannes 13 hätten an einem anderen – früheren – Abend stattgefunden als die Ereignisse von Matthäus 26//Markus14//Lukas 22, ist von daher nicht haltbar. Man hat versucht zu argumentieren, es hätte zwei Voraussagen gegeben, eine EHE Judas den Raum verlassen hatte und eine weitere, NACHDEM Judas hinausgegangen war. Aber Matthäus, Markus und Johannes sind sich einig, dass Judas bei der Einsetzung des Herrenmahls sowie bei der Voraussage der Verleugnung des Petrus nicht mehr dabei war. (Matthäus und Markus berichten, dass Jesus Christus den Verräter vor dem Herrenmahl bezeichnete. Johannes sagt, dass Judas sofort danach den Raum verließ (13, 30). Lukas sagt nichts Näheres über die Bezeichnung des Verräters (Lukas 22, 21.22). Nachdem Judas den Bissen der Freundschaft, den Jesus Christus ihm darbot, genommen hatte, ging er hinaus. Es hielt ihn nichts mehr zurück, noch länger in der Gesellschaft zu verweilen.) Die von Lukas berichtete Voraussage (Lukas 22, 34) ist also gleichzusetzen mit der von Markus26, 34 und Markus14, 30. b. Zur Reihenfolge der Verleugnungen . Matthäus und Markus stimmen im Großen und Ganzen überein.Die 1. Verleugnung fand vor der Torhüterin statt, im Hof, beim Feuer: Matthäus 26, 69.70: Aber Petrus saß draußen im Hof. Und es trat eine gewisse Magd zu ihm hin und sagte: „Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer.“ (70) Aber er leugnete vor allen und sagte: „Ich weiß nicht, was du sagst.“ Markus14, 66-68: Und während Petrus unten im Hof ist, kommt eine von den Mägden des Hohen Priesters (67) und sieht Petrus sich wärmen. Und sie blickt ihn an und sagt: „Auch du warst mit dem Nazarener Jesus.“ (68) Er leugnete und sagte: „Ich weiß nicht, noch ist mir bekannt, was du sagst.“ Und er ging hinaus, nach draußen, in den Vorhof. Und ein Hahn krähte. Die 2. Verleugnung fand vor einer anderen Magd statt. Markus spricht davon, dass dieselbe Magd noch einmal sprach. Es ist nicht ausgeschlossen, dass beiden Mägde beisammen waren. Matthäus 26, 71.72: Als er in den Torausgang hinausging, sah ihn eine andere, und sie sagt zu denen, die dort waren: „Auch dieser war mit Jesus, dem Nazarener.“ (72) Und wieder leugnete er, mit einem Eid: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“ Markus14, 69.70: Und als die Magd ihn wieder sah, fing sie an, den Dabeistehenden zu sagen: „Der ist einer von ihnen.“ (70) Aber er leugnete wieder. Die zweite Verleugnung fand demnach als Antwort auf die beiden Anschuldigungen der Mägde statt. Man muss nicht annehmen, dass Petrus auf jede der beiden Frauen einzeln antwortete. Es scheint so, dass beide sprachen, er aber nur einmal antwortete. Daher zählt diese Verleugnung als die zweite, nicht als die zweite UND dritte. Die 3. Verleugnung fand vor Dabeistehenden statt: Matthäus 26, 73-75: Nach kurzem traten die Umstehenden herbei und sagten zu Petrus: „Wahrlich, auch du bist einer von ihnen, denn auch dein Reden macht dich offenkundig.“ (74) Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“ Und sogleich krähte ein Hahn. (75) Und Petrus erinnerte sich an das Wort, das er ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er ging nach draußen und weinte bitterlich. Markus14, 70M-72: Und nach kurzem sagten wiederum die Dabeistehenden zu Petrus: „Wahrlich! Du bist einer von ihnen, denn du bist auch ein Galiläer, und dein Reden ist gleich.“ (71) Aber er fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: „Ich weiß nicht [von] diesem Menschen, von dem ihr redet!“ (72) Und ein Hahn krähte zum zweiten Maleachi Und Petrus erinnerte sich an das Wort Jesu, das er ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“, und bedachte es: Und er weinte. . Lukas berichtet:Die 1. Verleugnung fand statt vor einer Magd, im Hof, beim Feuer: Lukas 22, 55-57: Nachdem sie in der Mitte des Hofes ein Feuer angezündet und sich zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus mitten unter sie. (56) Aber eine gewisse Magd sah ihn im Licht sitzen und sah ihn unverwandt an und sagte: „Auch dieser war bei ihm.“ (57) Aber er verleugnete ihn: „Frau,“ sagte er, „ich kenne ihn nicht!“ Die 2. Verleugnung fand vor jemand anderem statt. Genaueres wird nicht gesagt. Lukas 22, 58: Und nach kurzem sah ihn ‹jemand› anderer und sagte: „Auch du bist [einer] von ihnen.“ Aber Petrus sagte: „Mensch, ich bin’s nicht!“ Zwischen der 2. und 3. Verleugnung verstrich etwa eine Stunde. Die 3. Verleugnung fand vor jemand anderem statt: Lukas 22, 59-62: Und nach Verlauf von etwa einer Stunde behauptete ‹jemand› anderer fest und steif: „In Wahrheit,“ sagte er, „auch dieser war bei ihm, denn er ist auch ein Galiläer.“ (60) Aber Petrus sagte: „Mensch, ich weiß nicht, was du sagst!“ Und auf der Stelle, während er noch redete, krähte der Hahn. (61) Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er ihm gesagt hatte: „Ehe [der] Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ (62) Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. . Johannes berichtet:Die 1. Verleugnung fand vor der Torhüterin statt. Wo, wird nicht gesagt. Johannes 18, 15-18: Simon Petrus folgte Jesus, auch der andere Jünger. Jener Jünger war dem Hohen Priester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohen Priesters. (16) Aber Petrus stand draußen bei der Tür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohen Priester bekannt war, hinaus und sagte der Türhüterin [etwas] und führte Petrus hinein. (17) Es sagt also die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: „Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Menschen?“ Er sagt: „Ich bin’s nicht.“ (18) Es standen [da] die leibeigenen Knechte und die Gerichtsdiener, die ein Kohlenfeuer gemacht hatten, weil es kalt war, und wärmten sich. Petrus war bei ihnen, stand und wärmte sich. Die 2. Verleugnung fand vor einigen Leuten statt, vor Gerichtsdienern und Mägden (V. 25: „sie“), scheinbar in der Nähe des Feuers: Johannes 18, 25: Aber Simon Petrus stand und wärmte sich. Da sagten sie zu ihm: „Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern?“ Der leugnete und sagte: „Ich bin’s nicht.“ Die 3. Verleugnung fand vor dem Verwandten von Malchus statt: Johannes 18, 26.27: Es sagt einer von den leibeigenen Knechten des Hohen Priesters, der ein Verwandter dessen war, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: „Sah ich dich nicht im Garten bei ihm?“ (27) Darauf leugnete Petrus wieder. Und sogleich krähte [der] Hahn. c. Ein Verflechtungsversuch . Die erste Verleugnung geschah im Hof, beim Feuer – anlässlich der Frage der Magd, der Türhüterin. Matthäus 26, 69 = Markus14, 66 = Lukas 22, 56 = Johannes 18, 17. Was die erste Verleugnung betrifft, harmonisieren die vier Evangelisten. WANN die Magd, die von innen her die Türhüterin war, Petrus beschuldigte (Johannes 18, 17), wird bei Johannes 18 nicht gesagt. Johannes sagt nicht, dass das Gespräch bereits beim Betreten der Torhalle stattfand. In 18, 17A heißt es wörtlich: „Es sagt also die Magd“, NICHT: „Da [i. S. v.: in diesem Moment] sagt die Magd“. Es scheint so zu sein, dass die Magd erst sprach, als Petrus bereits beim Feuer war, wie Markus und Lukas es berichten (Markus14, 54.66.67; Lukas 22, 54-56). Der Bericht von Johannes steht somit nicht im Widerspruch zu dem der Synoptiker (Mt/Mk/Lk). Petrus verleugnete „vor ihnen allen“ (Matthäus 26, 69); es handelt sich nicht um ein Privatgespräch am Tor. Er saß bereits beim Feuer (Matthäus 26, 58.69; Markus14, 54; Lukas 22, 55.56), und die Magd kam möglicherweise herbei. Bei Johannes 18, 18 heißt es zwar, dass Petrus STAND – nicht SAß –, aber der dort erwähnte Zeitpunkt ist bereits NACH der ersten Verleugnung. D. h., Petrus wird nach der ersten Verleugnung aufgestanden sein, vielleicht aus innerer Unruhe oder aus Unbehagen. Alle vier Evangelisten haben gemeinsam, dass Petrus im Hof war. Matthäus 26, 69 sagt: „draußen im Hof“ und meint damit den Hof im Freien im Gegensatz zu dem Raum „drinnen“, wo Jesus war. Markussagt „unten im Hof“ (14, 66), was nahelegt, dass der Gerichtsraum etwas höher gelegen war, entweder in einem oberen Stockwerk oder seitlich ein paar Treppen höher. Das Feuer war mitten im Hof (Lukas 22, 55). Die Torhüterin sah Petrus unverwandt an, sah sein Gesicht im Feuerschein, fragte ihn: „Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen?“ und rief aus: „Auch du warst mit dem Nazarener Jesus, dem Galiläer!“ und zu den anderen: „Auch dieser war mit ihm!“ Petrus sagte: „Ich bin’s nicht“ (Johannes 18, 17) und fügte hinzu: „Auch weiß ich nicht, was du sagst. Ich weiß nicht um ihn!“ (Matthäus 26, 70; Markus14, 68; Lukas 22, 57) . Die zweite VerleugnungMarkus berichtet, dass Petrus nach der ersten Verleugnung zur Torhalle hinausging (Markus14, 68M). Das PROAULION, der Vorhof, ist wahrscheinlich dasselbe, was Matthäus in 26, 71 der PÜLOON, den Torausgang / die Toreingangshalle, nennt. Petrus ging also zum Torausgang bzw. Vorhof direkt vor dem Hof. (Der Hof des Hohen Priesters heißt bei allen vier Evangelisten AULEE; vgl. Matthäus 26, 69 und die Parallelen.) Das Tor war wahrscheinlich verschlossen, weswegen es einen Torhüter gab, der nur denen Einlass gewähren durfte, die Erlaubnis hatten (Johannes 18, 16). Vielleicht wollte Petrus irgendwohin gehen, wo es dunkler war. Oder er wollte ganz hinausgehen; aber das konnte er nicht unauffällig tun. Er hätte die Torhüterin drinnen bitten müssen, das Tor zu öffnen. Zu diesem Zeitpunkt geschah der erste Hahnenschrei (Markus14, 68E). Danach sagte die Magd von vorhin, als sie Petrus sah, zu den Dabeistehenden: „Der ist einer von ihnen!“ (Markus14, 69) Ebenso eine andere Magd (Matthäus 26, 71): „Auch dieser war mit Jesus, dem Nazarener.“ Jemand anderer beschuldigte Petrus ebenfalls – unmittelbar vor oder nach den beiden Mägden – und sagte: „Auch du bist einer von ihm.“ (Lukas 22, 58). Es ist auch möglich, dass der Ausdruck „jemand anderer“ sich auf eine der beiden Mägde bezieht. Vom Griechischen her ist es nicht ausgeschlossen. Gemäß Johannes 18, 25 stand Petrus zum Zeitpunkt der zweiten Verleugnung in der Nähe des Feuers. Genaueres erfahren wir nicht. Wie Matthäus 26, 71 mit Johannes 18, 25 in Einklang zu bringen ist, stellt eine Schwierigkeit dar. Die Evangelisten berichten nicht alle Details. Andererseits ist es nicht unmöglich, die Berichte zu harmonisieren. Aber letzte Sicherheit, wie die Ereignisse im Detail abliefen, haben wir nicht. Man könnte annehmen, dass zwischen dem Satz „Petrus stand und wärmte sich“ (Johannes 18, 25) und „Sie sagten nun zu ihm“ (EIPON OUN AUTOO; Johannes 18, 25M) ein paar Momente vergingen und Petrus sich soeben aufgemacht habe, um sich von der Feuerstelle in Richtung Torhalle zu entfernen; und dann könnten ihn die beiden Mägde beschuldigt haben, während er gerade vom Feuer wegging. Aber gemäß Markus14, 68 ging er VOR der zweiten Verleugnung in den Torausgang hinaus; er stand also nicht mehr am Feuer. Diese Möglichkeit ist daher ausgeschlossen. Wie ist nun Markus14, 68 mit Johannes 18, 25 in Einklang zu bringen? – Es scheinen nur zwei Möglichkeiten zu bleiben: ENTWEDER war Petrus VOR der zweiten Verleugnung wieder zur Feuerstelle zurückgekehrt. ODER es gab draußen in der Torhalle eine zweite Feuerstelle. (Vgl. Kermit Zarley in: „Das Leben Jesu. Die authentische Biographie mit Erklärungen“, Hänssler, S. 355. Zarley selber tendiert zu der Annahme einer zweiten Feuerstelle.) Die Annahme einer zweiten Feuerstelle erscheint nicht recht befriedigend. Keiner der Evangelisten erwähnt eine zweite. Und Johannes, der das Wärmen des Petrus in 18, 18 und 18, 25 erwähnt, macht keinen Unterschied. Das Feuer von V. 18 war wohl kein anderes als das von V. 25. Man kann die Vorgänge nicht mit letzter Sicherheit rekonstruieren; aber fest steht, dass Petrus NACH der ersten Verleugnung in den Vorhof (die Torhalle / den Torausgang) hinausging und dann der (bzw. ein) Hahn zum ersten Mal krähte (Markus14, 68). Der Hahnenschrei und der Aufenthalt des Petrus in der Torhalle fanden VOR der zweiten Verleugnung statt. Das ist sicher. Die erste und die zweite Verleugnung folgten nicht unmittelbar aufeinander. Johannes berichtet von dem Verhör Jesu vor Hannas (Johannes 18, 19-24) NACH der ersten und VOR der zweiten Verleugnung. In V. 25 erwähnt er wieder, dass Petrus am Feuer stand. Es ist nicht ausgeschlossen, dass nach der ersten Verleugnung eine gewisse Zeit verstrich. Das „nach kurzem“ von Lukas 22, 58 war möglicherweise nicht ganz so kurz. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass Petrus zwischen Johannes 18, 18 und 18, 25 tatsächlich die Feuerstelle verlassen hatte und in den Vorhof (die Torhalle) hinausgegangen war, wie Matthäus und Markusberichten. Johannes schrieb zeitlich später als Mt, Markusund Lukas Mit hoher Wahrscheinlichkeit kennt er die Synoptikerberichte. Sein Bericht ist ein Ergänzungsbericht. Er muss nicht alles berichten. Wo fand nun die zweite Verleugnung statt? Gemäß Johannes stand Petrus beim Feuer, als er sprach (Johannes 18, 25). Lukas macht an dieser Stelle keine Ortsangaben. Er berichtet lediglich: „Und nach kurzem sah ihn jemand anderer“ (Lukas 22, 58). Markus berichtet, dass der Hahn das erste Mal krähte, als Petrus im Vorhof war. Dann sagt er: „Und als die Magd ihn wieder sah, …“ (14, 69). Wo sie ihn sah, berichtet Markus nicht. Man könnte annehmen, im Vorhof (in der Torhalle). Jedenfalls war sie nicht alleine, denn sie redete zu „den Dabeistehenden“. In V. 70 (bei der dritten Verleugnung) ist nochmals von „Dabeistehenden“ die Rede: „Und nach kurzem sagten wiederum die Dabeistehenden zu Petrus: …“. Der bestimmte Artikel vor „Dabeistehenden“ könnte andeuten, dass es sich um eine bereits bekannte Gruppe handelte, muss es aber nicht. Wenn es sich in Markus14, 70 um dieselbe Gruppe der „Dabeistehenden“ handelt wie in V. 69 und Johannes 18, 25.26, dann könnten sie von der Torhalle zum Feuer gekommen sein. Groß waren die Entfernungen ohnehin nicht. Sicher ist, dass die Magd ihn in der Torhalle (bzw. in der Nähe der Torhalle) sah und dort zu den in der Nähe Stehenden über Petrus sprach. (Weder Matthäus noch Markussagen, die Magd hätte Petrus direkt angesprochen.) Möglicherweise begab sich Petrus in dem Moment schnell weg, näher hin zum Feuer. Matthäus berichtet, dass die Magd ihn sah, „nachdem er in den Torausgang hinausgegangen war“.[ Das griechische Partizip Aorist drückt gewöhnlich ein VORZEITIGES Zeitverhältnis zum übergeordneten Verb aus. (Hoffmann, E. G., v. Siebenthal H., Griechische Grammatik zum Neuen Testament, Paragraph 228; 231d; 206f/i; Riehen 1990) EXELTHONTA (hinausgegangen seiend) sollte man daher in erster Linie, wenn es Sinn macht, vorzeitig aufzulösen versuchen, nicht gleichzeitig. Und an unserer Stelle macht es Sinn. Die Übersetzung „nachdem er hinausgegangen war“ bzw. „als er hinausgegangen war“ ist also naheliegender als die Übersetzung „als er hinausging“. Vorzeitig übersetzen denn auch Bengel, die unrev. Elberfelder 1871, 1905, 2003, die rev. Elberfelder, Menge, Herder, Henne-Rösch, Jantzen, Schumacher, Neue Welt Übersetzung; Zürcher 1860. Ebenso übersetzen sehr viele bekannte englische Übersetzungen: „WHEN HE HAD GONE OUT“ bzw. „WHEN HE WAS GONE OUT“. Vgl. American Standard Version 1901, Bible in Basic English 1949/64, Bishop 1595, Darby 1890, King James Version 1611, New King James Version 1982, New American Standard Bible 1977, New American Standard Bible 1995, Webster 1833, Revised Webster 1995, Tyndale 1534.] Das heißt nicht notwendigerweise, dass das Gespräch IN der Torhalle stattfand. Weder bei Matthäus noch bei Markusist zu lesen, dass Petrus IN DER TORHALLE verleugnete. Von der Formulierung bei Matthäus 26, 71 her ist es nicht ausgeschlossen, dass Petrus sich woanders befand: irgendwo zwischen Torhalle und Feuer zum Beispiel. Wenn es so war, dass die Magd ihn sah, als er zur Torhalle hinausgegangen war und dort – in der Torhalle – zu den Dabeistehenden sagte: „Auch dieser war mit Jesus“, ist noch nicht bewiesen, dass Petrus dort stehen blieb und/oder dort gleich antwortete. Johannes berichtet, dass Petrus BEIM FEUER stand (Johannes 18, 25). Man kann den Schluss ziehen, dass er in der Nähe der Torhalle (zwischen Torhalle und Feuerstelle) gestanden war, als die Magd zu den Dabeistehenden sprach, und dann rasch zum Feuer zurückkehrte. Es ist gut möglich, dass die Magd relativ laut redete, während Petrus zurückwich. Daraufhin haben die beim Feuer Stehenden Petrus direkt angesprochen: „Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern?“ (Johannes 18, 25; Lukas 22, 58) Daraufhin leugnete Petrus mit einem Eid: „Mensch, ich bin’s nicht!“ (Lukas 22, 58) und: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“ (Matthäus 26, 72). Auf diese Weise wäre der johanneische scheinbare Widerspruch zu den Synoptikern aufgelöst. . Die dritte VerleugnungNun verstrich wieder etwas Zeit. Lukas berichtet: „Und nach Verlauf von etwa einer Stunde“ (22, 59). Matthäus und Markushaben „Nach kurzem“ (Matthäus 26, 73; Markus14, 70). Matthäus und Markusstehen nicht im Widerspruch zu Lukas Das griechische BRACHÜ („kurz; wenig“) kann auch länger dauern (bzw. mehr sein; vgl. Hebräer 2, 7.9; 13, 22.). Und eine Stunde kann „kurz“ sein. Matthäus 26, 73: „Nach kurzem traten die Umstehenden herbei“. Petrus, der wahrscheinlich inzwischen in der Torhalle gewesen und wieder zurückgekehrt war, stand beim Feuer. Markus14, 70: „… sagten wiederum die Dabeistehenden“. (Wenn es sich um dieselbe Gruppe der „Dabeistehenden“ von V. 69 handelt, könnten sie inzwischen näher zum Feuer gekommen sein.) Einer von denen, die am Feuer standen, war der Verwandte des Malchus (Johannes 18, 26). Wahrscheinlich ist er derselbe, den Lukas in 22, 59 „jemand anderer“ nennt. Er sagte: „Sah ich dich nicht im Garten bei ihm?“ (Johannes 18, 26) und zu den Dabeistehenden: „Wahrlich, auch dieser war bei ihm, denn er ist auch ein Galiläer.“ (Lukas 22, 59) Die Dabeistehenden stimmten mit ein; sie sagten zu Petrus: „Wahrlich, auch du bist einer von ihnen, ein Galiläer, denn auch dein Reden macht dich offenkundig.“ (Vgl. Matthäus 26, 73; Markus14, 70.) Aber Petrus verleugnete unter Selbstverfluchungen und Verwünschungen: „Ich weiß nicht von diesem Menschen, von dem ihr redet!“ So nach Matthäus und Markus. Johannes und Lukas, die mit Petrus nicht zu Gericht gehen wollen, sondern ihn schonend darstellen, erwähnen die Selbstverwünschungen und Eide des Petrus nicht. Unmittelbar danach (EUTHEOOS, Matthäus 26, 74E), bzw. während er noch die letzten Worte sprach (Lukas 22, 60M), krähte der Hahn (Johannes 18, 27E). Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn Jesus. In diesem Moment blickte der Herr Jesus, der möglicherweise in diesem Augenblick gerade hinausgeführt wurde, Petrus an (Lukas 22, 61). Der ging nach draußen (mittlerweile wird das Tor geöffnet worden sein, denn die Verhandlung war wahrscheinlich bereits zu Ende); und er weinte bitterlich. (Matthäus 26, 75; Lukas 22, 62) Markus berichtet nur vom Weinen; Johannes, der sein Evangelium als Ergänzung versteht, berichtet weder vom Hinausgehen noch vom Weinen. d. Zum Hahnenschrei . Die BerichteMatthäus berichtet: 26, 34: Jesus sagte zu ihm: „Wahrlich! Ich sage dir: In dieser Nacht, ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ 26, 74.75: Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: „Ich weiß nicht von dem Menschen!“ Und sogleich krähte ein Hahn. Und Petrus erinnerte sich an das Wort, das er ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er ging nach draußen und weinte bitterlich. Lukas berichtet: 22, 34: Er sagte: „Ich sage dir, Petrus: [Der] Hahn wird heute keinesfalls krähen, ehe du dreimal verleugnen wirst, mich zu kennen.“ 22, 60.61: Aber Petrus sagte: „Mensch, ich weiß nicht, was du sagst!“ Und auf der Stelle, während er noch redete, krähte der Hahn. Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er ihm gesagt hatte: „Ehe [der] Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Johannes berichtet: 13, 38: Jesus antwortete ihm: „Deine Seele willst du für mich hingeben? Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Es wird gewisslich nicht [der] Hahn krähen, bis dass du mich dreimal verleugnet hast. 18, 27: Darauf leugnete Petrus wieder. Und sogleich krähte [der] Hahn. Markus berichtet: 14, 30: Und Jesus sagt ihm: „Wahrlich! Ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe ein Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ 14, 68.72: Er leugnete und sagte: „Ich weiß nicht, noch ist mir bekannt, was du sagst.“ Und er ging hinaus, nach draußen, in den Vorhof. Und ein Hahn krähte … (V. 72:) Und ein Hahn krähte zum zweiten Maleachi Und Petrus erinnerte sich an das Wort Jesu, das er ihm gesagt hatte: „Ehe ein Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“, und bedachte es: Und er weinte. . Das ProblemWie konnte der Herr sagen, der Hahn werde NICHT krähen, ehe Petrus den Herrn DREIMAL verleugnet habe, wenn der Hahn – gemäß Markus14, 68 – bereits nach der ERSTEN Verleugnung krähte? Da die Lösung nicht darin zu suchen ist, dass man 2 Textzeugen (Aleph und 579, den über 1700 Zeugen vorzieht (s. u.), muss man sich der Schwierigkeit stellen, die durch das Erwähnen des zweimaligen Hahnenschreis entsteht. . Ein LösungsvorschlagAusleger wie Carson (Carson, D. A., „The Gospel according to John“, Grand-Rapids, 1991, S. 487) und Lenski (Lenski, R. C. H., „The Interpretation of St. Mark’s Gospel“, Minneapolis, 1946, printing 1964, S. 632) machen darauf aufmerksam, dass in der Antike der „Hahnenschrei“ ein Zeitmarker war. Man hatte keine Uhren und war daher auf solche Zeitmarker, die halfen, die Nachtzeit zu erkennen, angewiesen. Man teilte die Nacht in vier Nachtwachen auf: ABEND, MITTERNACHT, HAHNENSCHREI (knapp vor Morgengrauen) und MORGEN (Markus13, 35). Die vier Nachtwachen dauerten je etwa drei Stunden. In Palästina gab es einen ersten Hahnenschrei üblicherweise etwa nach Mitternacht und den zweiten (wichtigeren und entscheidenden, s. Markus13, 35) kurz vor Beginn des Morgengrauens. Das war eine Hilfe, um die Nacht einzuteilen. Die Zeit vom Abend bis zur Mitternacht war Stille. Die Zeit von Mitternacht (erster Hahnenschrei) bis zum Beginn des Morgengrauens wurde beendet mit dem zweiten (eigentlichen und entscheidenden) Hahnenschrei. Von da an begann die vierte Nachtwache (etwa von 3 bis 6 Uhr morgens), die von den Römern „SECUNDUM GALLICUNUM“ (d. h.: „zweiter Hahnenschrei“) genannt wurde. (Plinius; s. Lenski.) Die Lösung des Problems liegt nun darin, dass man die Aussage Jesu auf den eigentlichen und entscheidenden bekannten Hahnenschrei bezieht. Das war der zweite. D. h., Mt, Lukas und Johannes beziehen sich alle auf diesen (eigentlich zweiten) Hahnenschrei. Da aber Markus (auch in anderen Details) genauer berichtet, erwähnt er auch den ersten, weniger bedeutenden Mitternachts-Hahnenschrei. Mt, Lukas und Johannes berichten nicht so detailliert wie Mk, aber sinngemäß genau das, was Jesus sagte: Bis zum Morgengrauen (bis zum Hahnenschrei, nämlich den entscheidenden und bekannten) wird Petrus den Herrn dreimal verleugnet haben. Bruins (Cor Bruins, „Er wohnte unter uns“, http://www.soundwords.de/artikel.asp?id=1180) schreibt zu Markus14, 30: (Ergänzungen in eckigen Klammern vom Verfasser)In Vers 30 wird uns mitgeteilt: „Wahrlich, ich sage dir, dass du heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen wirst.“ Die anderen Evangelien sagen einfach, „bevor der Hahn kräht“. Wir müssen verstehen, was Markus damit sagen will: „heute“ weist auf einen ganzen 24-stündigen Tag hin, der bereits begonnen hatte; „in dieser Nacht“ ist der Teil des Tages, wo die Dunkelheit vorherrscht; dadurch wird die Zeitspanne noch genauer abgegrenzt. „Ehe der Hahn zweimal kräht“ deutet auf übliche Zeitangaben hin – erstens gegen Mitternacht [erster Hahnenschrei] und zweitens dann einige Stunden später [zweiter Hahnenschrei]. Dies sind die wohlbekannten Grenzen der dritten Nachtwache, allgemein auch „Hahnenschrei“ genannt (Markus 13, 35). Da der zweite Hahnenschrei normalerweise zum Anzeigen der Zeit benutzt wurde, wird dieser Teil der Nacht mit den Worten gekennzeichnet „bevor der Hahn kräht“ (mit anderen Worten: „am Morgen“); dieser Ausdruck wird auch in den anderen Evangelien benutzt. Der Unterschied ist derselbe, wie wenn man sagt: „vor dem Glockenläuten“ und „vor dem zweiten Glockenläuten“. Die eigentliche Bezugnahme in beiden Fällen richtet sich auf das endgültige und wichtige Signal, dem das erste nur vorangeht [d. h.: auf den zweiten und eigentlichen Hahnenschrei]. Bruins zu Markus14, 68:In Vers 68 finden wir dann eine Unterbrechung: „und der Hahn krähte“. Nur Markus erwähnt das. Es war der frühere oder „Mitternachtsschrei“, der den Beginn der dritten Nachtwache anzeigte, ebenso wie der „Morgenschrei“ ihr Ende anzeigte. Die anderen Evangelien reden nur von dem letzteren, während Markus beide gesondert erwähnt. … Bei seiner ersten Verleugnung krähte der Hahn zur Warnung zum ersten Mal (Markus 14, 68). Petrus scheint das überhört zu haben. Trotzdem wollte er sich zurückziehen, da ihm unbehaglich zumute wurde. Aber die Magd von Markus 14, 69 redet weiter über Petrus, und wie es scheint, gesellte sich nun „eine andere“ (Matthäus 26, 71) hinzu. Petrus verleugnet seinen Meister zum zweiten Mal und kann seine Ankläger vorübergehend mit einem Eid beschwichtigen (V. 72). Als er dann zum Feuer zurückkehrt und sich in eine heikle Lage manövriert, indem er die Unterhaltung mit den Feinden Christi fortsetzt, verrät ihn schließlich seine Sprache (V. 73). e. SchlussWie konnte der Herr sagen, der Hahn werde NICHT krähen, ehe Petrus den Herrn DREIMAL verleugnet habe, wenn der Hahn – gemäß Markus14, 68 – bereits nach der ERSTEN Verleugnung krähte? In den Berichten von Matthäus, Lukas und Johannes wird der erste Hahnenschrei nicht als der eigentliche bekannte Morgen-Hahnenschrei gerechnet. Markus, der detailliert berichtet, zeigt, dass Jesus den eigentlichen Hahnenschrei, den ZWEITEN, im Auge gehabt hatte. Vergleichen wir den Bericht des Matthäus mit dem des Markus: Markus14, 30: Und Jesus sagt ihm: „Wahrlich! Ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe ein Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Matthäus 26, 34: Jesus sagte zu ihm: „Wahrlich! Ich sage dir: ______ In dieser Nacht, ehe ein Hahn ______ kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Die Aussage Jesu bei Matthäus ist dieselbe wie die bei Markus. Das dürfen wir voraussetzen, weil wir davon ausgehen, dass keiner der Evangelisten eine Falschaussage macht; jeder von ihnen hat unter Leitung des Heiligen Geistes geschrieben. Daher müssen beide Aussagen richtig sein. Die Diskrepanz der beiden Aussagen kann nur dann befriedigend gelöst werden, wenn bei Matthäus der „Hahnenschrei“ als der übliche bekannte Zeitmarker, nämlich der Morgendämmerungs-Hahnenschrei aufgefasst wird. Wir müssen also die allgemeine Aussage (bei Mt, Lukas und Jh) im Lichte der detaillierten bei Markusverstehen: Lukas 22, 34: Er sagte: „Ich sage dir, Petrus: [Der] Hahn wird heute keinesfalls krähen (gemeint ist der bekannte Morgen-Hahnenschrei), ehe du dreimal verleugnen wirst, mich zu kennen.“ … 22, 61: Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er ihm gesagt hatte: „Ehe [der] Hahn kräht (der bekannte Morgen-Hahnenschrei), wirst du mich dreimal verleugnen.“ Johannes 13, 38: Jesus antwortete ihm: „Deine Seele willst du für mich hingeben? Wahrlich! Wahrlich! Ich sage dir: Es wird gewisslich nicht [der] Hahn krähen (der Morgen-Hahnenschrei), bis dass du mich dreimal verleugnet hast.“ Auf diese Weise löst sich der scheinbare Widerspruch zu Markus auf. f. Zusammenfassung Die Voraussage Jesu fand statt, als die elf Jünger und der Herr sich aufmachten, um sich in den Garten Gethsemane zu begeben (Matthäus 26, 31-35; Markus14, 27-31; Lukas 22, 31-34; Johannes 13, 36-38). Die erste Verleugnung geschah im Hof, am Feuer, als die Magd, die Türhüterin, Petrus beschuldigte. Petrus leugnete beim Feuer vor allen Dabeistehenden (Matthäus 26, 69.70; Markus14, 66-68; Lukas 22, 56.57; Johannes 18, 17). Die zweite Verleugnung: Petrus hatte sich hinaus zur Torhalle begeben (Matthäus 26, 71; Markus14, 68); ein Hahn hatte zum ersten Mal gekräht. Eine gewisse Zeit war verstrichen (Johannes 18, 19-24). Die Türhüterin
English Standard Version 2001:But he denied it, saying, I neither know nor understand what you mean. And he went out into the gateway and the rooster crowed.
King James Version 1611:But he denied, saying, I know not, neither understand I what thou sayest. And he went out into the porch; and the cock crew.



Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung - Neues Testament und Psalmen
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