Psalm 107, 1

Das Buch der Psalmen

Kapitel: 107, Vers: 1

Psalm 106, 48
Psalm 107, 2

Luther 1984:-a-DANKET dem HERRN; denn er ist freundlich, / und seine Güte währet ewiglich. / -a) Psalm 106, 1.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):«DANKET dem HErrn, denn er ist freundlich, / ja, ewiglich währt seine Gnade»: /
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Preist den HERRN, denn er ist gut, / denn seine Gnade (währt) ewig-a-! / -a) Psalm 100, 5.
Schlachter 1952:«Danket dem Herrn, denn er ist gütig, / denn seine Gnade währt ewig!» /
Zürcher 1931:«DANKET dem Herrn, denn er ist freundlich, / und seine Güte währet ewig.» / -Psalm 106, 1; 118, 1; 136, 1.
Luther 1912:Danket a) dem Herrn; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich. - a) Psalm 106, 1.
Buber-Rosenzweig 1929:Danket IHM, denn er ist gütig, denn in Weltzeit währt seine Huld.
Tur-Sinai 1954:«Dem Ewgen huldigt, daß er gütig / daß ewig seine Liebe!
Luther 1545 (Original):Dancket dem HERRN, Denn er ist freundlich, Vnd seine Güte weret ewiglich. -[Dancket u.] Dieser Psalm ist ein gemein Danck, wie Gott allerley Menschen aus allerley Not hilffet, Wie Paulus saget 1. Tim. 2. Er ist ein Heiland aller Menschen.
Luther 1545 (hochdeutsch):Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.
NeÜ 2021:Fünftes Buch:Das Danklied der GerettetenPreist Jahwe, denn er ist gut! / Ja, seine Güte hört niemals auf!,
Jantzen/Jettel 2016:Dankt 1) dem HERRN, denn er ist gut, denn seine Freundlichkeit 2)* währt ewiglich. a) 3)
1) o.: Bekennt ‹Lob›
2) ‹und seine Gnade›
a) Psalm 100, 5*; 106, 1
3) Aufbau des fünften Buches: Psalm 107-150 Das fünfte und längste Psalmenbuch besteht aus 44 Psalmen. 15 sind von David (Psalm 108-110; 122; 124; 131; 132; 138-145); einer ist von Salomo (Psalm 127), der einzige nicht davidisch benannte Psalm im letzten Buch; er steht im Zentrum der Stufenlieder (120-134). Die restlichen 27 Psalmen sind unbenannt. Buch V enthält verschiedene Sammlungen: Auffallend ist die Anordnung und Anzahl der einzelnen Psalm: 1 + 11 (3 + 8) + 1 + 15 + 11 (3 + 8) + 5. 107: Einleitungspsalm (Hoodu-Psalm, an 106 anschließend) 108-110: drei Davidpsalmen 111-118: acht unbenannte Psalm (mit dem Doppel-Akrostichon 111.112 als Hinführung zum „ägyptischen Hallel“; 113-118: das ägyptische Hallel, endend mit dem Hoodu-Psalm 118 als Hinführung zu Psalm 119) 119: langes alphabetisches Akrostichon über das Wort Gottes, Zentrum von Buch V 120-134: 15 Wallfahrtspsalmen/Stufenlieder 135-137: drei unbenannte Psalmen: das „große Hallel“ (in der Mitte der Hoodu-Psalm 136 [Nach anderen Rabbinern bilden das große Hallel die Psalm 120-136]) 138-145: acht Davidpsalmen (mit dem alphabetischen Akrostichon 145 als Hinführung zum kleinen Hallel) 146-150: das kleine Hallel (5 unbenannte Hallelu-Jah-Psalm) Der Hallelu-Jah-Psalm 150 bildet den Abschluss und Höhepunkt des Psalters. Das Buch V wendet sich zuerst mit dem Aufruf an die zurückgekehrten Exilanten, die Frommen (hebr. chassidim, die Gottergebenen, die Heiligen). Sie sollen Gott loben (Psalm 107, 1-3a) für seine Wundertaten der Vergangenheit. Im Verlauf des Buches wird klar, dass Jahweh nicht nur von Israel angebetet werden soll, sondern dass unter allen Völkern sein Lob erklingen und sein Königtum anerkannt werden soll. Das Buch stellt die Situation des Volkes nach der Rückkehr aus dem Exil dar und gibt Antwort auf Buch IV, wo sich vor allem die Situation des Volkes während des Exils widerspiegelte. (Man beachte die Brücke von 106, 47 zu 107, 3.) Buch V beginnt mit einem Aufruf zum Lobpreisen (Psalm 107: Weisheitspsalm über die Erbarmungen Gottes in der Vergangenheit, die man erfuhr, als man zu ihm rief) und endet mit dem Gericht über die Völker durch die chassidim, die Frommen, das Volk Gottes (Psalm 149). Damit ist das Reich Gottes zu seinem Ziel gekommen: Der Schöpfer (wörtl. „Macher“) Israels ist König (149, 2), und die Völker werden gerichtet (149, 4-9). Das Endziel des Psalters ist erreicht. Thema des fünften Buches ist das Endziel des davidischen Königtums und das Lob Jahwehs unter den Völkern. Das Buch schließt mit einem großen Hallelu-Jah. Die Frage nach dem davidischen Königtum Wenn Jahweh selbst als universeller König die Antwort auf die Frage von Psalm 89 (Buch III) ist (s. Buch IV), stellt sich die Frage, was demnach aus Davids Königtum geworden ist und aus der göttlichen Verheißung, dass der Sohn Davids (ein Mensch!) ewiglich auf Israels Thron sitzen werde. Einen Hinweis für die Antwort auf diese Frage gibt Buch V, das Buch, in dem wieder eine Reihe von Davidpsalmen und wieder ein Salomopsalm zu finden sind. David und Davids Sohn tauchen wieder auf! Und Gott bestätigt seine Verheißung an David (132, 17). Wie kann das sein, wenn doch im vierten Psalmbuch Jahweh das messianische Königtum übernommen hat? Buch V offenbart: Das Jahweh-Königtum steht nicht im Widerspruch zum davidischen Königtum, sondern der verheißene ewige König aus dem Samen Davids, als „Gott“ (45, 7.8) und als Davids „Herr“ (110, 1) betitelt, wird in Psalm 110 aufgefordert, sich zur Rechten Jahwehs zu setzen. Die Endredaktion des Psalters Wer sind diejenigen, die dem Psalmbuch seine Endgestalt gegeben haben? Jedenfalls waren es Leute mit großer Autorität, die darüber wachten, dass es so für Israel bewahrt wurde. Wahrscheinlich waren es dieselben Männer, die das Alte Testament schließlich (um 400 v. Chr. zur Zeit des Esra und Nehemia) abschlossen. Das Buch Chronika (1. Chronik u. 2Ch) steht am Ende des hebräischen alttestamentlichen Kanons. Es wurde geschrieben, um den Kanon des Alten Testamentes abzuschließen und zu versiegeln. Es ist das jüngste Buch des AT und fasst dieses zusammen, beginnend mit Adam und endend mit dem Edikt des Kores (Cyrus), welches deshalb erwähnt wird, weil es der Anfang des vorletzten Buches, nämlich Esr, ist. Der nachexilische Chronist hat zwei Hauptthemen, David und den Tempel, und will sagen, dass Esra und Nehemia vom persischen König einen Staatsauftrag erhalten haben, in Jerusalem wieder Ordnung zu schaffen. Diese Männer setzten sich auch dafür ein, dass die Tempelgesänge wiederhergestellt wurden. Das bedeutet, dass sie auch mit der Endredaktion des Psalters zu tun hatten. Der Psalter in seiner Endform gehört daher mit 1/2Ch, Esr und Nehemia zu den jüngsten Büchern des AT. Das Thema des Psalters Das Psalmbuch ist ein Weisheitsbuch, worin ersichtlich wird, dass das Leben in Weisheit (für den Einzelnen und für das Volk) seine Endperspektive im Gesalbten hat: Der HERR, Jahweh, ist König! Die Bücher I und II gehören zusammen (Seligpreisung als Klammer: 2, 12 und 72, 17). Buch III hat starken eigenen Charakter; es ist das Mittelbuch des Psalters und stellt die Frage nach dem davidischen messianischen Königtum, das in Ewigkeit bestehen soll (Psalm 89). Dieses ist das Hauptthema des gesamten Psalters. In allen fünf Büchern kommt David vor. Als Überschrift zum Psalter könnte man also setzen: „Eine Liedersammlung über den davidischen Bund“. Die davidische Messianität wird im AT immer wieder bedroht. Es gibt ein ständiges Auf und Nieder. Der Gläubige ist mit dem Gesalbten, dem König, seinem „David“ (jeder König Judas war ein Davidsnachkomme), verbunden. Er ist in den „Gesalbten“ - den jeweiligen König Israels - hineinversetzt worden und ringt gemeinsam mit dem Gesalbten. Aber dieses Ringen tut er „weisheitlich“; d. h., er hat die verschiedenen Zeugnisse und sucht, sie zu verstehen. Er ist verbunden mit einer geschichtlichen Linie des Heilshandelns Gottes, aber durch die Weisheit lebt er es nun aus. Die Antwort Moses in Psalm 90 auf die Frage von 89, 47ff ist die Hauptantwort (Weisheit denkt an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens). Sie mündet in der Sicht, dass Jahweh selbst König, der „Gesalbte“, ist: die Erfüllung der davidischen Verheißung. In diesem Glauben, in dieser Schau, lebt der Gläubige weislich mit dem Gesetz und legt Zeugnis ab an die Völker.
English Standard Version 2001:Oh give thanks to the LORD, for he is good, for his steadfast love endures forever!
King James Version 1611:O give thanks unto the LORD, for [he is] good: for his mercy [endureth] for ever.



Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:107, 1: Die erste Zeile der Psalm 105-107, »Dankt dem HERRN«, verbindet diese Psalmen zu einer zusammengehörigen Liedertrilogie, die Gott für seine Güte und Barmherzigkeit gegenüber Israel preisen. Höchstwahrscheinlich ist dieser Psalm nachexilischen Ursprungs (vgl. 107, 3). Der Psalm entfaltet zwei Hauptthemen: 1.) das Lob Gottes für seine fortwährende Rettung (107, 4-32), und 2.) die Erinnerung an Gottes Reaktion auf den Gehorsam bzw. Ungehorsam des Menschen (107, 33-42). I. Der Aufruf zum Lob (107, 1-3) II. Der Grund zur Freude – Errettung (107, 4-32) III. Die Konsequenzen von Gehorsam bzw. Ungehorsam (107, 33-42) IV. Der Kommentar zu Weisheit und Verständnis (107, 43) 107, 1-3 All jene, die aus der Hand der Feinde Israels gerettet (erlöst) worden sind, blicken auf Gottes Güte und ewige Gnade. Sie wurden in allen Jahrhunderten gerettet aus Ägypten im Süden (vgl. 2. Mose 12-14), Syrien und Assur im Norden (vgl. 2. Könige 19, 29-37), vor den Philistern im Westen (vgl. 2. Samuel 8, 1; 2. Könige 18, 8) und vor Babylon im Osten (vgl. Esra 1). Vgl. das Gebet des Psalmisten in 106, 47 mit V. 3.




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