2. Korinther 10, 1

Der zweite Brief des Paulus an die Korinther (Zweiter Korintherbrief)

Kapitel: 10, Vers: 1

2. Korinther 9, 15
2. Korinther 10, 2

Luther 1984:ICH selbst aber, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Güte Christi, der ich in eurer Gegenwart unterwürfig sein soll, aber mutig, wenn ich fern von euch bin.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):PERSÖNLICH aber ermahne ich, Paulus, euch mit dem Hinweis auf die Sanftmut und Milde Christi, ich, der ich (angeblich) «Auge in Auge zwar demütig bei euch bin, aus der Ferne-1- aber mich selbstbewußt-2- gegen euch zeige». -1) o: abwesend. 2) = mutig.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:ICH selbst aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmut und Milde Christi-a-, der ich «ins Gesicht zwar demütig unter euch, abwesend aber mutig gegen euch bin». -a) Matthäus 11, 29.
Schlachter 1952:ICH selbst aber, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Freundlichkeit Christi, der ich unter Augen zwar demütig bin bei euch, abwesend aber mutig gegen euch:
Zürcher 1931:ICH selbst aber, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Freundlichkeit Christi, der ich unter euch «ins Angesicht zwar demütig, abwesend selber mutig» gegen euch bin - -1. Korinther 2, 3.
Luther 1912:Ich aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmütigkeit und Lindigkeit Christi, der ich gegenwärtig unter euch a) gering bin, abwesend aber dreist gegen euch. - a) 1. Korinther 2, 3.
Luther 1545 (Original):Ich aber Paulus, ermane euch, durch die sanfftmütigkeit vnd lindigkeit Christi, der ich gegenwertig vnter euch geringe bin, im abwesen aber bin ich thürstig gegen euch.
Luther 1545 (hochdeutsch):Ich aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmütigkeit und Lindigkeit Christi, der ich gegenwärtig unter euch gering bin, im Abwesen aber bin ich türstig gegen euch.
Neue Genfer Übersetzung 2011:Was nun mich selbst, Paulus, betrifft, möchte ich euch eindringlich um etwas bitten; ich will es mit der Güte und Freundlichkeit tun, die Christus uns erwiesen hat. 'Angeblich' verhalte ich mich unterwürfig, solange ich persönlich bei euch bin, doch aus der Ferne gebe ich mich stark und selbstbewusst.
Albrecht 1912/1988:Nun habe ich*, Paulus, - mit dem Hinweis auf Christi Freundlichkeit und Milde* - noch ein besondres Wort der Ermahnung an euch zu richten. Ich bin ja (nach den Worten meiner Gegner) feige, wenn ich euch Aug in Auge gegenüberstehe, doch mutig, wenn ich aus der Ferne zu euch rede.
Luther 1912 (Hexapla 1989):ICH aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmütigkeit und Lindigkeit Christi, der ich gegenwärtig unter euch -a-gering bin, abwesend aber dreist gegen euch. -a) 1. Korinther 2, 3.
Meister:ICH selbst aber, Paulus, ich ermahne-a- euch durch die Sanftmut und durch die Freundlichkeit des Christus, der ich vor Augen zwar erniedrigt-b- bin unter euch, abwesend aber beherzt bin unter euch! -a) Römer 12, 1. b) Vers(e) 10; 2. Korinther 12, 5.7.9.
Menge 1949 (Hexapla 1997):PERSÖNLICH aber ermahne ich, Paulus, euch mit dem Hinweis auf die Sanftmut und Milde Christi, ich, der ich (angeblich) «Auge in Auge zwar demütig bei euch bin, aus der Ferne-1- aber mich selbstbewußt-2- gegen euch zeige». -1) o: abwesend. 2) = mutig.
Nicht revidierte Elberfelder 1905:Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmut und Gelindigkeit des Christus, der ich unter euch gegenwärtig-1- zwar demütig, abwesend aber kühn gegen euch bin. -1) eig: ins Angesicht.++
Revidierte Elberfelder 1985-1991:ICH selbst aber, Paulus, ermahne euch durch die Sanftmut und Milde Christi-a-, der ich ins Gesicht zwar demütig unter euch, abwesend aber mutig gegen euch bin. -a) Matthäus 11, 29.
Schlachter 1998:Ich selbst aber, Paulus, ermahne euch angesichts der Sanftmut und Freundlichkeit des Christus, der ich (angeblich) ins Angesicht zwar demütig bin in eurer Mitte, abwesend aber mutig gegen euch;
Interlinear 1979:Selbst aber ich, Paulus, ermahne euch bei der Sanftmut und Milde Christi, der im Angesicht zwar demütig unter euch, abwesend aber mutig bin gegen euch;
NeÜ 2016:Paulus verteidigt seine Autorität Ich, Paulus, der im persönlichen Umgang mit euch so demütig auftreten, aber aus der Ferne den starken Mann spielen soll, ich ermahne euch mit der Güte und Freundlichkeit von Christus:
Jantzen/Jettel 2016:Aber ich selbst, Paulus, a)rufe euch auf durch die b)Sanftmut und Milde Christi, der ich, dem Gesicht nach, bescheiden unter euch bin, wenn abwesend aber c)kühn gegen euch.
a) 2. Korinther 8, 8
b) Matthäus 11, 29
c) 2. Korinther 10, 10 .11*
English Standard Version 2001:I, Paul, myself entreat you, by the meekness and gentleness of Christ I who am humble when face to face with you, but bold toward you when I am away!
King James Version 1611:Now I Paul myself beseech you by the meekness and gentleness of Christ, who in presence [am] base among you, but being absent am bold toward you:


Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:10, 1 – 13, 14: Hier ändert sich der Tonfall von Kap. 1-9 plötzlich. Das hat zu verschiedenen Erklärungen geführt, in welcher Beziehung die Kap. 10-13 zu 1-9 stehen. Manche Gelehrte meinen, Kap. 10-13 habe ursprünglich zum »Tränenbrief« gehört (2, 4) und gehöre daher chronologisch vor Kap. 1-9. Die Kap. 10-13 können jedoch nicht vor Kap. 1-9 geschrieben worden sein, da sie Titus’ Besuch als vergangen erwähnen (12, 18; vgl. 8, 6). Außerdem wird der Übeltäter, dessen Ungehorsam gegenüber Paulus den »Tränenbrief« veranlasste (2, 5-8), in Kap. 10-13 nirgends erwähnt. Andere stimmen zu, dass Kap. 10-13 auf Kap. 1-9 folgen, glauben jedoch, diese Kapitel bildeten einen eigenständigen Brief. Nachdem Paulus Kap. 1-9 an die Korinther geschickt hatte – so nehmen sie an –, wurde ihm von neuen Problemen in Korinth berichtet, worauf er mit den Kap. 10-13 reagierte. Eine Variante dieser Ansicht besagt, Paulus habe die Abfassung des 2. Korintherbriefes nach Kap. 9 unterbrochen und dann schlechte Nachrichten aus Korinth empfangen, bevor er mit Kap. 10-13 fortfuhr. Diese Sicht bewahrt zwar die Einheit des 2. Korintherbriefes, aber Paulus erwähnt nirgends in den Kap. 10-13, dass er Nachrichten aus Korinth empfangen habe. Die beste Auslegung sieht 2. Korinther als einheitlichen Brief, wobei sich Kap. 1-9 an die bußfertige Mehrheit richtet (vgl. 2, 6) und Kap. 10-13 an die Minderheit, die immer noch von den falschen Lehrern beeinflusst war. Für diese Sichtweise gibt es folgende Belege: 1.) Es gibt keine historischen Indizien darauf (aus gr. Handschriften, den Schriften der Kirchenväter oder aus frühen Übersetzungen), dass Kap. 10-13 jemals als eigenständiger Brief im Umlauf war; alle gr. Handschriften enthalten diese Kapitel im Anschluss an Kap. 1-9. 2.) Der Unterschied im Tonfall zwischen Kap. 10-13 und 1-9 wurde übertrieben dargestellt (vgl. 11, 11; 12, 14 mit 6, 11; 7, 2). 3.) Die Kap. 10-13 sind die logische Schlussfolgerung aus Kap. 1-9, da Paulus die Korinther auf seinen angekündigten Besuch vorbereitet (1, 15.16; 2, 1-3). 10, 1 Sanftmut. Die demütige und sanfte Haltung, die in geduldigem Ertragen ungerechter Behandlung zum Ausdruck kommt. Ein sanftmütiger Mensch ist nicht verbittert oder ärgerlich und rächt sich nicht, wenn ihm Unrecht getan wird. S. Anm. zu Matthäus 5, 5. Freundlichkeit. Dieser Begriff hat eine ähnliche Bedeutung wie Sanftmut. Bei Autoritätspersonen bezeichnet er Nachsicht und Milde. Freundliche Menschen üben keine Vergeltung, auch wenn diese in ihrer Macht steht (Philemon 4, 5). demütig … mutig gegen euch. Paulus wiederholt sarkastisch eine weitere Eigenschaft, die die Korinther ihm vorwarfen. Leider hatten sie seine Sanftmut und Freundlich missverstanden und als Schwäche gedeutet. Außerdem warfen sie ihm Feigheit vor; er sei nur dann mutig, wenn er ihnen aus weiter Ferne schreibe (vgl. V. 10).



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