Matthäus 27, 19

Das Evangelium nach Matthäus (Matthäusevangelium)

Kapitel: 27, Vers: 19

Matthäus 27, 18
Matthäus 27, 20

Luther 1984:Und als er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Während er aber auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: «Habe du mit diesem Gerechten nichts zu schaffen! Denn ich habe heute nacht im Traum viel um seinetwillen ausgestanden.»
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Während er aber auf dem Richterstuhl saß-a-, sandte seine Frau zu ihm und ließ (ihm) sagen: Habe du nichts zu schaffen mit jenem Gerechten-b-! Denn im Traum habe ich heute um seinetwillen viel gelitten. -a) Johannes 19, 13. b) Lukas 23, 47.
Schlachter 1952:Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traume seinetwegen viel gelitten!
Schlachter 1998:Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum seinetwegen viel gelitten!
Schlachter 2000 (05.2003):Als er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum seinetwegen viel gelitten!
Zürcher 1931:Während er aber auf dem Richterstuhl sass, sandte seine Frau zu ihm und liess sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum seinetwegen viel gelitten.
Luther 1912:Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum seinetwegen.
Luther 1912 (Hexapla 1989):Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum seinetwegen.
Luther 1545 (Original):Vnd da er auff dem Richtstuel sass, schickte sein Weib zu jm, vnd lies jm sagen, Habe du nichts zuschaffen mit diesem Gerechten, Ich habe heute viel erlitten im trawm, von seinet wegen.
Luther 1545 (hochdeutsch):Und da er auf dem Richterstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen.
Neue Genfer Übersetzung 2011:Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ seine Frau ihm ausrichten: »Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig! Ich habe seinetwegen heute Nacht im Traum viel Schweres durchgemacht.«
Albrecht 1912/1988:Während er auf dem Richterstuhl-1- saß, ließ seine Frau* ihm sagen: «Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten*; denn ich habe heute nacht einen unheilvollen Traum über ihn gehabt*.» -1) der vor seinem Palaste unter freiem Himmel stand.
Meister:Während er aber auf seinem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ sagen: «Habe du nichts mit jenem Gerechten zu schaffen; denn ich habe heute viel im Traum Seinetwegen gelitten!»
Menge 1949 (Hexapla 1997):Während er aber auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: «Habe du mit diesem Gerechten nichts zu schaffen! Denn ich habe heute nacht im Traum viel um seinetwillen ausgestanden.»
Nicht revidierte Elberfelder 1905:Während er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte sein Weib zu ihm und ließ (ihm) sagen: Habe du nichts zu schaffen mit jenem Gerechten; denn viel habe ich heute im Traum gelitten um seinetwillen.
Revidierte Elberfelder 1985-1991:Während er aber auf dem Richterstuhl saß-a-, sandte seine Frau zu ihm und ließ (ihm) sagen: Habe du nichts zu schaffen mit jenem Gerechten-b-! Denn im Traum habe ich heute um seinetwillen viel -a-gelitten. -a) Johannes 19, 13. b) Lukas 23, 47.
Robinson-Pierpont (01.12.2022):Als er sich nun auf der Tribüne setzte, sandte zu ihm seine Frau, sagend: Nichts (sei zwischen) dir und jenem Gerechten! Viele (Dinge) erlitt ich nämlich heute im Traum wegen ihm.
Interlinear 1979:Saß aber er auf dem Richterstuhl, sandte zu ihm seine Frau, sagend: Nichts dir und jenem Gerechten! Denn vieles habe ich gelitten heute im Traum seinetwegen.
NeÜ 2021:Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ seine Frau ihm ausrichten: Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig! Seinetwegen hatte ich heute Nacht einen schlimmen Traum.
Jantzen/Jettel (25.11.2022):Während er auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und sagte: ‹Habe› du nichts ‹zu schaffen› mit jenem Gerechten! - denn ich litt heute im Traum viel seinetwegen.
-Parallelstelle(n): Gerechten Matth 27, 24; Jesaja 53, 11; Apostelgeschichte 3, 14*; Traum Hiob 33, 15-17
English Standard Version 2001:Besides, while he was sitting on the judgment seat, his wife sent word to him, Have nothing to do with that righteous man, for I have suffered much because of him today in a dream.
King James Version 1611:When he was set down on the judgment seat, his wife sent unto him, saying, Have thou nothing to do with that just man: for I have suffered many things this day in a dream because of him.
Robinson-Pierpont 2022:Καθημένου δὲ αὐτοῦ ἐπὶ τοῦ βήματος, ἀπέστειλεν πρὸς αὐτὸν ἡ γυνὴ αὐτοῦ, λέγουσα, Μηδέν σοι καὶ τῷ δικαίῳ ἐκείνῳ· πολλὰ γὰρ ἔπαθον σήμερον κατ᾽ ὄναρ δι᾽ αὐτόν.
Franz Delitzsch 11th Edition:וַיְהִי בְּשִׁבְתּוֹ עַל־כִּסֵּא הַדִּין וַתִּשְׁלַח אֵלָיו אִשְׁתּוֹ לֵאמֹר אַל־תְּהִי יָדְךָ בַּצַּדִּיק הַזֶּה כִּי בַעֲבוּרוֹ הַרְבֵּה עֻנֵּיתִי הַיּוֹם בַּחֲלוֹם



Kommentar:
Peter Streitenberger 2022:Mit βῆμα („Tribüne, Plattform, Bühne“) kommt wörtlich zum Ausdruck, dass zu einer erhöhten Position gestiegen wurde (βαίνω„laufen“), die zu einer Tribüne oder erhöhten Plattform gehört. Bei Herodotus wird das Wort auch für den Schritt eines Menschen gebraucht (Historiae, 4.82, 5); vgl. auch Heraclitus, Testimonia, 3b.4: „ἀναβὰς ἐπὶ τὸ βῆμα“. „auf die Tribüne hinaufsteigend“. Auch ging es von dort nach unten, sodass man hinabsteigen musste, vgl. Diodorus Siculus, Bibliotheca Historica 17.109, 2: „καταβὰς ἀπὸ τοῦ βήματος“. „Herabsteigend von der Tribüne“. Dort wurde nach Wettkämpfen das Urteil über die Spieler gesprochen. Es muss nicht ein Stuhl oder Sitz etc. sein, denn dafür stünden andere Worte bereit, sodass es offen bleibt, ob der Preisrichter stand oder saß. Dass es ein Richterstuhl war, wird durch eine Stelle bei Antiphon, De choreuta 40.4 fraglich: „Τὸ τελευταῖον, ὦ Ζεῦ καὶ θεοὶ πάντες, Φιλοκράτης αὐτὸς οὑτοσὶ ἐν τῷ βουλευτηρί ῳ ἐναντίον τ ῆς βουλ ῆς, ἑστ ὼς μετ’ ἐμο ῦ ἐ πὶ το ῦ βήματος, ἁπτόμενος ἐμο ῦ διελέγετο, ὀνόματι ο ὗτος ἐ μ ὲ προσαγορεύων“. „Der Abschluss, oh Zeus und ihr Götter alle, wurde in der Kammer vor dem Rat erreicht, als Philokrates selbst mit auf der Tribüne stehend, mich berührend, sich mit mir unterhielt, als dieser mich mit meinem Namen anredete“. Vgl. Flavius Josephus, Antiquitates Judaicae 4.209, 3: „ ὁ ἀρχιερε ὺς ἐ πὶ βήματος ὑψηλο ῦ σταθείς“. „Der Hohepriester, der auf einer hohen Tribüne stand“. Da die Personen auf der Tribüne standen, zu ihr hinauf und herunterstiegen, ist ein Stuhl per se unplausibel, auch wenn es wohl dort zusätzlich Stühle gegeben haben kann, wie dies bei einigen Autoren anzunehmen ist, sodass man sich auf der Tribüne auch setzen konnte, im Begriff selbst ist dies jedoch wohl nicht inbegriffen, so könnte man auch Johannes 19.13 etc. verstehen. Diese Dinge kannten die Korinther aus der Begebenheit in Apostelgeschichte 18.12ff. Dazu kommt noch Folgendes: Flavius Josephus verwendet an einer Stelle beide Begriffe in einem Satz: Der Thron (θρόνος), den der König sich anfertigen ließ, war aus Elfenbein, ungemein groß und von einem aus sechs Stufen bestehenden Auftritt (βῆματος) umgeben. Auf jeder Stufe standen zwei Löwen zu beiden Seiten und ebenso viele oben neben dem Thronsessel. (Antiquitates Judaicae, 8.140.2). Der Begriff θρόνος („Thron“) ist hier also der Stuhl oder Sitz des Königs selbst und βῆμα („die Tribüne“) der Auftritt mit Stufen dazu. Dann verwendet auch Chrysostomus in seinem Kommentar zum Römerbrief (60.669.9) beide Nomen: Wie kann also der Apostel sagen: ‘Zu lehren gestatte ich dem Weibe aber nicht?’ Damit untersagt er ihr nur, den Vorsitz in der Versammlung zu führen und den Sitz auf der Rednerbühne (το ῦ θρόνου το ῦ ἐν τῷ βήματι „des Throns auf der Bühne“) einzunehmen, nicht aber überhaupt mit Worten zu lehren. Der θρόνος ist also der Sitz selbst und βῆμα die Bühne (vgl. auch Bauer/Aland, Sp. 280). Somit könnte man festhalten, dass θρόνος Sitz eines Königs, βῆμα die Bühne bzw. Tribüne oder das Podest bedeutet. Vom βῆμα aus kann man also reden, jedoch auch zu Gericht sitzen: Platon schreibt an einer Stelle von den βῆματα als den Gerichtsstellen (Politeia, 564.d.10). An anderer Stelle schreibt auch Platon, dass ein Redner auf eine hohe βῆμα hinaufsteigen muss: ἀναβάντα ἐπί τι βῆμα ὑψηλὸν, „Hinaufsteigend auf eine erhöhte Bühne“ (Politeia, 617.d.5). In der griechischen Polis wurden βῆματα als Bühnen zur politischen Rede genutzt. Das macht Platon deutlich, wenn er schreibt: καὶ ἔγωγε ἐξ ἐκείνου ἅλις ἔσχον το ῦ βήματος καὶ χαλεπώτερον οὐδὲν ἐφάνη μοι πολιτείας. „und ich hatte seitdem genug von der Rednerbühne und es scheint mir, es ist nichts ärgerlicher als die Politik“ (Spuria, 369.a , 4). Der Sprecher hat also genug davon, auf der Rednerbühne zu stehen und Politik zu betreiben. Polybius beschreibt eine ganz interessante Begebenheit: μέλλοντός τινος τῶν ἐκ τῆς γερουσίας ἀντιλέγειν τοῖς προτεινομένοις καὶ καταρχομένου, προελθόντα τὸν Ἀννίβαν κατασπάσαι τὸν ἄνψρωπον ἀπὸ το ῦ βήματος. „Als um diese Zeit ein Mitglied des Rates gegen die Friedensbedingungen Einspruch erheben wollte und zu reden begann, da, erzählt man, trat Hannibal auf und zog ihn von der Rednerbühne herab “ (Historiae 15.19 , 3) . Ein Ratsmitglied wollte also eine Rede gegen die Friedensbedingungen halten. Als er zu reden begann, wurde er von Hannibal von der βῆμα (Rednerbühne) heruntergeholt. An anderer Stelle schreibt Polybius, dass eine βῆμα aufgerichtet wurde (es handelt sich also um eine Konstruktion, wohl aus Holz), um von dort den Tod des Königs zu verkündigen (Historiae 15.25.3).



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Predigten über Matthäus 27, 19
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