Psalm 12, 8

Das Buch der Psalmen

Kapitel: 12, Vers: 8

Psalm 12, 7
Psalm 12, 9

Luther 1984:Du, HERR, wollest sie bewahren / und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich! /
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Du, HErr, wirst treulich sie halten, wirst uns schirmen / vor diesem Geschlecht-1- zu jeder Zeit, / -1) = Gelichter.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Du, HERR, wirst sie einhalten, / wirst ihn behüten vor diesem Geschlecht ewig-a-. / -a) Johannes 17, 15.
Schlachter 1952:Du, HERR, wollest sie bewahren, / sie behüten vor diesem Geschlecht ewiglich! /
Zürcher 1931:Du, o Herr, wollest uns bewahren, / du wollest uns beschützen / vor diesem Geschlecht auf ewig. /
Luther 1912:Du, Herr, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich!
Buber-Rosenzweig 1929:Hüten wirst du sie, DU, wirst einen bewahren vor dem Geschlecht da in Weltzeit,
Tur-Sinai 1954:Du, Ewger, wirst sie hüten / vor dem Geschlecht du ihn bewahren / der du in Ewigkeit /
Luther 1545 (Original):Du HERR woltest sie bewaren, Vnd vns behüten fur diesem Geschlecht ewiglich.
Luther 1545 (hochdeutsch):Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behüten vor diesem Geschlecht ewiglich.
NeÜ 2021:(8) Jahwe, du hältst immer, was du versprichst, / bewahrst den Schwachen vor dieser Brut,
Jantzen/Jettel 2016:Du, HERR, wirst sie 1) bewahren, wirst es 2) behüten vor diesem Geschlecht ewiglich, a)
1) d. i.: die Worte, V. 7A; o.: die Gebeugten, V. 6A
2) d. i.: das Silber, V. 7; o.: ihn, d. i.: den Schmachtenden, V. 6E. Worauf sich „sie“ und „es“ (oder „ihn“) beziehen ist nicht ganz eindeutig. Der Zahlwechsel der Pronomina dieses Verses (zuerst „sie“, dann „ihn/es“) ist ungewohnt, aber nicht unüblich. (Vgl. V. 2, wo für dieselben Personen einmal „der Fromme“ und einmal „die Treuen“ steht.) Combs argumentiert: Sollte das „sie” sich auf die „Worte” in V. 7 beziehen, müsste man ein „und“ nach „behüten“ erwarten. Zudem: Beide Pronomina in V. 8 sind männlich. Combs meint: Bezöge sich das erste auf die „Worte“ (amaroth, V. 7A; im Hebräer weiblich), so müsse das erste Pronomen weiblich sein und nur das zweite männlich; die Wörter „sie“ und „ihn“ würden sich daher auf dieselben, nämlich auf die Treuen der Verse 2-6, beziehen: Gott wird „sie“, die Gebeugten (V. 6A), bewahren, und er wird „ihn“, den Schmachtenden (V. 6E), behüten vor diesem Geschlecht ewiglich. Strouse bringt allerdings zwei Argumente dagegen: Erstens ist der natürliche, dem Zusammenhang entsprechende vorhergehende Bezug für „sie“ „die Worte des Herrn“ (V. 7). Der Zusammenhang des ganzen Psalms spricht stark dafür, dass die V. 7 u. 8 sich auf die Bewahrung des reinen Gotteswortes für jede Generation beziehen: „Die Worte des HERRN sind reine Worte, sind Silber, [das] ausgeschmolzen im Schmelzofen zur Erde hin [fließt], geläutert siebenmal. Du, HERR, wirst sie [d. i.: die Worte] bewahren, wirst es [d. i.: das Silber, V. 7] behüten vor diesem Geschlecht ewiglich.“ Zweitens, argumentiert Strouse, ist es nicht ungewöhnlich (vor allem im Psalter nicht), dass weibliche Mehrzahl-Nomen, welche Synonyme für die „Worte“ des Herrn sind, die vorhergehenden Bezugswörter für männliche Mehrzahl-Pronomen bzw. pronominale Suffixe sind; sie scheinen die verbale Verlängerung des patriarchalischen Gottes des AT männlich zu machen. Strouse führt Psalm 119, 111 als Beispiel an, wo auf das weibliche Mehrzahl-Nomen (edwothächa, deine Zeugnisse) das männliche Mehrzahl-Pronomen (hemmah, sie) folgt. Weitere Beispiele: Psalm 119, 129.152.167.
a) Psalm 37, 28; 145, 20; 1. Samuel 2, 9; Johannes 17, 15; 2. Thessalonicher 3, 3; 1. Petrus 1, 5*; Offenbarung 3, 10
English Standard Version 2001:You, O LORD, will keep them; you will guard us from this generation forever.
King James Version 1611:Thou shalt keep them, O LORD, thou shalt preserve them from this generation for ever.



Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:12, 1: Menschenworte verletzen, aber die Worte des Herrn heilen. Diese Gedanken beschäftigen David in Psalm 12. Der Psalm beginnt und endet mit der Realität der gegenwärtigen Herrschaft der Gottlosen. Doch vor diesem finsteren Hintergrund strahlt die kostbare Wahrheit von V. 5 umso glänzender hervor. Diese 9 Verse sind charakterisiert von feinen Wiederholungen und krassen Gegensätzen. Im Verlauf dieses Psalms liefert David ein Musterbeispiel für das Bestehen eines geistlichen Gehörtests: Echte Jünger hören und reagieren entsprechend auf zwei radikal gegensätzliche Informationsquellen. I. Überleben trotz der Propaganda verdorbener Sprache (12, 1-4) A. Durch Bittgebet (12, 2.3) B. Durch Verwünschungsgebet (12, 4.5) II. Sicherheit unter dem Schutz durch göttliche Sprache (12, 6-9) A. Ihre göttlichen Verheißungen (12, 6) B. Ihre göttliche Reinheit (12, 7) C. Ihre göttliche Beharrlichkeit (12, 8.9)




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