1. Korinther 14, 2

Der erste Brief des Paulus an die Korinther (Erster Korintherbrief)

Kapitel: 14, Vers: 2

1. Korinther 14, 1
1. Korinther 14, 3

Luther 1984:Denn wer -a-in Zungen** redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen. -a) Apostelgeschichte 2, 4; 10, 46.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):DENN der Zungenredner redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; niemand versteht ihn ja, vielmehr redet er im Geist-1- Geheimnisse. -1) o: unter der Einwirkung des Geistes.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Denn wer in einer Sprache-1- redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott-a-; denn niemand versteht-2- es, im Geist aber redet er Geheimnisse. -1) w: ¦in einer Zunge»; so auch V. 4.13.14.19.27. 2) w: hört. a) Apostelgeschichte 10, 46.
Schlachter 1952:Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand vernimmt es, im Geiste aber redet er Geheimnisse.
Schlachter 1998:Denn wer in Sprachen redet-1-, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist-2-. -1) d.h. durch eine Gnadengabe Fremdsprachen redet, die er na-türlicherweise nicht beherrscht; so auch im ganzen Kap. (vgl. 1. Korinther 12, 10; Apostelgeschichte 2, 4-12). 2) o: mit dem Geist; vgl. V. 14.++
Schlachter 2000 (05.2003):Denn wer in Sprachen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist.
Zürcher 1931:Denn wer in Zungen* redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, durch den Geist vielmehr redet er Geheimnisse.
Luther 1912:Denn der mit Zungen redet, der redet nicht den Menschen, sondern Gott; denn ihm hört niemand zu, im Geist aber redet er die Geheimnisse.
Luther 1912 (Hexapla 1989):Denn der mit -1-Zungen redet, der redet nicht den Menschen, sondern Gott; denn ihm hört niemand zu, im Geist aber redet er die Geheimnisse. -1) -+Zunge-, auch = Sprache; -+mit Zungen reden-, im Zustand der Verzückung in Lauten und Worten beten o. reden, die ohne Auslegung für andere nicht verständlich sind.
Luther 1545 (Original):Denn der mit der Zungen redet, der redet nicht den Menschen, sondern Gotte, Denn jm höret niemand zu, Im geist aber redet er die geheimnis.
Luther 1545 (hochdeutsch):Denn der mit der Zunge redet, der redet nicht den Menschen, sondern Gott. Denn ihm höret niemand zu; im Geist aber redet er die Geheimnisse.
Neue Genfer Übersetzung 2011:Wenn jemand in einer 'von Gott eingegebenen' Sprache redet, richten sich seine Worte nicht an Menschen, sondern an Gott. Keiner versteht ihn; was er durch Gottes Geist gewirkt- ausspricht, bleibt ein Geheimnis.
Albrecht 1912/1988:Wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott. Es kann ihn ja niemand verstehn; durch die Eingebung des Geistes redet er Geheimnisse.
Meister:Denn der in Zungen Redende redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn keiner versteht es, er redet aber Geheimnisse im Geist.
Menge 1949 (Hexapla 1997):DENN der Zungenredner redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; niemand versteht ihn ja, vielmehr redet er im Geist-1- Geheimnisse. -1) o: unter der Einwirkung des Geistes.
Nicht revidierte Elberfelder 1905:Denn wer in einer Sprache-1- redet, redet nicht Menschen, sondern Gott; denn niemand versteht-2- es, im Geiste aber redet er Geheimnisse. -1) o: Zunge. 2) w: hört.++
Revidierte Elberfelder 1985-1991:Denn wer in einer Sprache-1- -ptp-redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott-a-; denn niemand versteht-2- es, im -ub-Geist aber redet er Geheimnisse. -1) w: in einer Zunge; so auch V. 4.13.14.19.27. 2) w: hört. a) Apostelgeschichte 10, 46.
Robinson-Pierpont (01.12.2022):Der nämlich in einer Sprache Redende redet nicht für Menschen, sondern für Gott, denn niemand versteht es; durch (den) Geist nun redet er Geheimnisse.
Interlinear 1979:Denn der Redende mit einer Zunge nicht zu Menschen redet, sondern zu Gott; denn niemand hört; durch Geist aber redet er Geheimnisse;
NeÜ 2024:Denn wer in einer Sprache (Bei der "Sprachenrede" im Neuen Testament handelt es sich um das Gottesgeschenk, eine nicht erlernte Fremdsprache bei völliger Selbstkontrolle aktiv sprechen zu können, wie die nachfolgenden Verse deutlich machen (siehe auch Apostelgeschichte 2, 1-21).) redet, spricht nicht zu Menschen, sondern zu Gott. Niemand versteht ihn. Was er durch Geisteswirkung redet, bleibt ein Geheimnis.
Jantzen/Jettel (25.11.2022):denn der, der ‹in› einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott, denn niemand versteht(a) [sein Reden]. ‹Durch› den Geist redet er Geheimnisse(b).
-Fussnote(n): (a) Das Wort im Gt. bedeutet in erster Linie hören aber auch verstehen. Hier ist der zweite Sinn gemeint. (b) Inhalte, die den anderen (weil sie die Sprache nicht verstehen) Geheimnisse sind.
-Parallelstelle(n): 1. Korinther 14, 14-16.28; Apostelgeschichte 10, 46; Geheimnisse 1. Korinther 14, 9.16
English Standard Version 2001:For one who speaks in a tongue speaks not to men but to God; for no one understands him, but he utters mysteries in the Spirit.
King James Version 1611:For he that speaketh in an [unknown] tongue speaketh not unto men, but unto God: for no man understandeth [him]; howbeit in the spirit he speaketh mysteries.
Robinson-Pierpont 2022:Ὁ γὰρ λαλῶν γλώσσῃ οὐκ ἀνθρώποις λαλεῖ, ἀλλὰ τῷ θεῷ· οὐδεὶς γὰρ ἀκούει, πνεύματι δὲ λαλεῖ μυστήρια.
Franz Delitzsch 11th Edition:כִּי הַמְדַבֵּר בְּלָשׁוֹן אֵינֶנּוּ מְדַבֵּר לְאָדָם כִּי אִם־לֵאלֹהִים כִּי אֵין־אִישׁ שֹׁמְעוֹ וּבָרוּחַ הוּא מְדַבֵּר סוֹדוֹת



Kommentar:
Peter Streitenberger 2022:In diesem Vers stellt Paulus den Nachteil der Sprachenrede gegenüber der Weissagung an, die er im nächsten Vers positiv gegenüberstellt. Dies leitet er mit γὰρ („denn, nämlich“) ein, d.h. er erklärt nun, warum Weissagung vor allen anderen Gnadengaben den Vorzug hat. Die Gnadengabe der Rede in einer Sprache etwa richtet sich nicht an Menschen und dient nicht der Erbauung aller, sondern richtet sich an Gott und erbaut, wie Paulus später ausführen würde, nur den Redner selbst. Mit ἀκούει („er hört“) ist wohl das Verstehen des Gehörten gemeint bzw. das fehlende Zuhören, wenn man etwas nicht verstehen kann. Die beiden indirekten Objekte geben den Empfänger der Rede in einer anderen Sprache an: nicht ἀνθρώποις („Menschen“), sondern θεῷ („Gott“). Menschen kämen nur als Empfänger in Frage, wenn sie das Gesagte hören bzw. verstehen könnten, das setzt einen Übersetzer voraus, wie Paulus später ausführen würde. Die Rede in Sprachen ist als Reden von Geheimnissen im oder durch den Geist definiert. D.h. diese Geisteswirkung offenbart unbekannte Dinge über Gott und da sie niemand außer Gott, falls kein Übersetzer da war, verstehen konnte, ist sie nur an ihn gerichtet, ggf. als Gebet. Da es andere nicht verstehen können, bleibt es für sie unbekannt, worum es geht, d.h. der Redner redet μυστήρια („Geheimnisse“). Wenn jemand auch heute eine Sprache hört, die er nicht kennt, bleibt im der Inhalt des Geredeten ein Geheimnis.
John MacArthur Studienbibel:14, 2: Für die richtige Auslegung dieses Kapitels ist es von grundlegender Wichtigkeit, zwischen dem Singular Sprache und dem Plural Sprachen zu unterscheiden. Paulus bezeichnet mit dem Singular offenbar die falsche Gabe des heidnischen Geplappers, die er so von der echten Gabe unterscheidet, in einer Fremdsprache zu reden. Dafür verwendet er das Plural (s. Anm. zu V. 2). Mit Ausnahme von V. 2 (im Grundtext: »wer in einer Sprache redet«) hält sich die Schlachterbibel konsequent an diese Unterscheidung. Die Bedeutungen dieser Unterscheidungen sind jeweils in den Anmerkungen angegeben. Um gegen das Zurückfallen in Fleischlichkeit vorzugehen und gegen falsche ekstatische Sprachenrede, die durch die Erfahrungen im Heidentum erlernt wurde, spricht Paulus drei elementare Themenbereiche an, bei denen es um die Sprachenreden als Gabe des Heiligen Geistes geht: 1.) ihre geringere Bedeutung als die der Weissagung (V. 1-19), 2.) ihr Zweck als Zeichen nicht für Gläubige, sondern für Ungläubige (V. 20-25) und 3.) ihre systematische, begrenzte und geordnete Ausübung (V. 26-40). 14, 2 wer in Sprachen redet. Dieser Singular (wörtl. »wer in einer Sprache redet«, s. vorige Anm.; vgl. V. 4.13.14.19.27), zeigt an, dass es hier um das falsche Geplapper der vorgetäuschten ekstatischen Sprache geht, wie sie im Heidentum bekannt war. Der Singular wird deshalb verwendet, weil Geplapper kein Plural sein kann; es gibt keine verschiedenen Arten von »Unsprache«. Es gibt jedoch verschiedene Fremdsprachen, und so verwendet Paulus den Plural, wenn er von der wahren Sprachengabe spricht und unterscheidet diese somit vom Geplapper (V. 6.18.22.23.29). Einzige Ausnahme ist V. 27.28 (s. Anm. dort), wo der Singular sich auf eine einzelne Person bezieht, die eine einzelne echte Fremdsprache spricht. redet nicht für Menschen, sondern für Gott. Die bessere Übersetzung wäre »zu einem Gott«. Der gr. Text hat hier keinen bestimmten Artikel (s. die entsprechende Übersetzung in Apostelgeschichte 17, 23: »einem unbekannten Gott« - Elberfelder Bibel). Ihr Geplapper war Anbetung von heidnischen Gottheiten. In der Bibel gibt es kein Beispiel für einen Gläubigen, der zu Gott in irgendeiner unverständlichen Sprache redet. niemand versteht es, sondern er redet Geheimnisse im Geist. Die fleischlichen Korinther machten Gebrauch von ihrer ekstatischen Sprache des Heidentums. Dabei ging es ihnen nicht darum, verstanden zu werden, sondern um eine dramatische Zurschaustellung. Der Geist, durch den sie sprachen, war nicht der Heilige Geist, sondern ihr eigener menschlicher Geist oder irgendein Dämon. Und die Geheimnisse, die sie verkündeten, glichen denen der heidnischen Mysterienreligionen, wobei es sich angeblich um tiefe Erkenntnisse handelte, die nur wenige Eingeweihte wissen und verstehen durften. Diese Geheimnisse (»Mysterien«, so lautet auch das gr. Wort für »Geheimnisse«) waren völlig anders als die in der Bibel erwähnten Geheimnisse (z.B. Matthäus 13, 11; Epheser 3, 9), bei denen es sich um Offenbarungen Gottes handelt, mit denen er zuvor verborgene Wahrheiten bekannt machte (s. Anm. zu 12, 7; Epheser 3, 3-6).


«Grammatische Kürzel» der Elberfelder Studienbibel
aAorist (2)
amAorist Medium (2, 24)
apAorist Passiv (2, 31)
artbestimmter Artikel (3)
bpmbetontes Personalpronomen (4)
bvftbetonte Verneinung im Futur (5)
fFemininum (6)
ftFutur (7)
ftmFutur Medium (7, 24)
ftpFutur Passiv (7, 31)
gnGenitiv (8)
idpIndikativ Präsens (12, 13)
idpfIndikativ Perfekt (12, 32)
idppIndikativ Perfekt Passiv (12, 31, 32)
ippIndikativ Präsens Passiv (12, 13, 31)
ifaInfinitiv Aorist (14, 15)
ifapInfinitiv Aorist Passiv (2, 14, 31)
ifftInfinitiv Futur (7, 14)
ifgnInfinitiv im Genitiv (16)
ifpInfinitiv Präsens (14, 17)
ifpfInfinitiv Perfekt (14, 32)
ifppInfinitiv Präsens Passiv (14, 17, 31)
imaImperativ Aorist (9)
imapImperativ Aorist Passiv (9, 31)
impImperativ Präsens (10)
ipfImperfekt (11)
kaKonjunktiv Aorist (19, 20)
kaakKonjunktiv Aorist Aktiv (19, 20)
kaimKonjunktiv Aorist als Imperativ (21)
kamKonjunktiv Aorist Medium (19, 20, 24)
kapKonjunktiv Aorist Passiv (19, 20, 31)
komKomparativ (18)
kpakKonjunktiv Präsens Aktiv (1, 22)
kpmpKonjunktiv Präsens Medium / Passiv (22, 24, 31)
mMaskulinum (23)
nNeutrum (25)
nomNomen (26)
optOptativ (27)
pfPerfekt (32)
plPlural (33)
ppPräsens Passiv (13, 31)
ppfPartizip Perfekt (28, 32)
ppfpPartizip Perfekt Passiv (28, 31, 32)
pqpfPlusquamperfekt (34)
prdPrädikat (35)
ptaPartizip Aorist (28, 29)
ptapPartizip Aorist Passiv (28, 29, 31)
ptpPartizip Präsens (30)
ptppPartizip Präsens Passiv (28, 30, 31)
sadsubstantiviertes Adjektiv (38)
sgSingular (37)
sifdsubstantivierter Infinitiv mit dia (39)
sifesubstantivierter Infinitiv mit en (41)
sifmsubstantivierter Infinitiv mit meto (42)
sifpsubstantivierter Infinitiv mit pro (43)
sifpssubstantivierter Infinitiv mit pros (44)
sifssubstantivierter Infinitiv mit eis (40)
ubunbestimmt (45)

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