2. Thessalonicher 2, 7

Der zweite Brief des Paulus an die Thessalonicher (Zweiter Thessalonicherbrief)

Kapitel: 2, Vers: 7

2. Thessalonicher 2, 6
2. Thessalonicher 2, 8

Luther 1984:Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit; nur muß der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden,
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Freilich - im geheimen ist die (Macht der) Gesetzlosigkeit bereits wirksam; nur muß erst der aus dem Wege geräumt werden-1-, der sie bis jetzt noch zurückhält. -1) o: sein.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur (offenbart es sich nicht), bis der, welcher jetzt zurückhält, aus dem Weg ist;
Schlachter 1952:Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon an der Arbeit, nur muß der, welcher jetzt aufhält, erst aus dem Wege geschafft werden;
Zürcher 1931:Denn das Geheimnis der Gesetzesfeindschaft ist schon in Wirksamkeit; nur (kann es sich nicht offenbaren,) bis der, welcher jetzt aufhält, weggeschafft ist. -1. Johannes 4, 3.
Luther 1912:a) Denn es regt sich bereits das Geheimnis der Bosheit, nur daß, der es jetzt aufhält, muß hinweggetan werden; - a) Apostelgeschichte 20, 29.
Luther 1545 (Original):Denn es reget sich schon bereit die bosheit heimlich, On das der es jtzt auff helt, mus hinweg gethan werden,
Luther 1545 (hochdeutsch):Denn es reget sich schon bereits die Bosheit heimlich, ohne daß, der es jetzt aufhält, muß hinweggetan werden.
Neue Genfer Übersetzung 2011:Im Verborgenen ist die Gesetzlosigkeit zwar schon jetzt am Werk, aber 'offen zeigen wird sie sich erst,' wenn der, der das bisher noch verhindert, nicht mehr da ist.
Albrecht 1912/1988:Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist freilich jetzt schon wirksam. Nur muß er, der es-1- bisher noch zurückhält, beiseite treten. -1) das Auftreten des Widerchrists.
Luther 1912 (Hexapla 1989):-a-Denn es regt sich bereits das Geheimnis der Bosheit, nur daß, der es jetzt aufhält, muß hinweggetan werden; -a) Apostelgeschichte 20, 29.
Meister:Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon wirksam, nur muß der jetzt Zurückhaltende aus dem Wege geschafft werden. -1. Johannes 2, 18; 4, 3.
Menge 1949 (Hexapla 1997):Freilich - im geheimen ist die (Macht der) Gesetzlosigkeit bereits wirksam; nur muß erst der aus dem Wege geräumt werden-1-, der sie bis jetzt noch zurückhält. -1) o: sein.
Nicht revidierte Elberfelder 1905:Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur ist jetzt der, welcher zurückhält, bis er aus dem Wege ist,
Revidierte Elberfelder 1985-1991:Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam; nur (offenbart es sich nicht), bis der, welcher jetzt -ptp-zurückhält, aus dem Weg -ka-ist;
Schlachter 1998:Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken, nur muß der, welcher jetzt aufhält, erst aus dem Weg sein;
Interlinear 1979:Denn das Geheimnis schon ist wirksam der Gesetzlosigkeit; nur der Aufhaltende jetzt, bis aus Mitte er genommen ist.
NeÜ 2021:Die geheime Kraft der Gesetzlosigkeit ist allerdings schon am Werk. Das wird so bleiben bis der, der sie noch zurückhält, aus dem Weg genommen ist.
Jantzen/Jettel 2016:denn das Geheimnis ist bereits am a)Wirken, [das] der Gesetzlosigkeit; nur [ist] der, der jetzt zurückhält, bis 1) er 2) sich b)mitten herausbegeben hat 3); 4)
a) 1. Johannes 2, 18; 4, 3
b) Daniel 7, 8; 7, 20; Offenbarung 9, 1 .2; 13, 1
1) o.: nur [ist] der jetzt Zurückhaltende, bis; o.: nur [ist] jetzt der Zurückhaltende [da] , [und zwar so lange,] bis
2) d. i. der Zurückhaltende; o.: es [mit Bezug auf „das Geheimnis“]
3) eigtl.: bis aus [der] Mitte er geworden [o.: entstanden/gekommen] ist; bzw.: bis er mitten herausgeworden ist
4) 2. Thessalonicher 2, 7: „denn das Geheimnis ist bereits am Wirken, [das] der Gesetzlosigkeit; nur [ist] der, der jetzt zurückhält, bis er [d. i. der Zurückhaltende; o.: es, d. i. das Geheimnis] sich mitten herausbegeben hat [eigtl.: aus der Mitte geworden/entstanden/gekommen ist];“ Für das Gefüge „sich mitten herausbegeben hat“ (V. 7E) steht im Griech.: EK MESOU GENEETAI. 1) Zum Wort GENEETAI DAS VERB GINESTHAI bezeichnet einen Prozess, d. h. einen Prozess hin zu einem Zustand. Die Primärbedeutung ist „werden“. Je nach gemeintem Zustand (z.B. durch Orts- bzw. Zielbestimmungen signalisiert), kann es auch mit „sich begeben“, „gelangen“, „kommen“, „entstehen“ oder sogar „auftreten“ übersetzt werden. Beispiele: Galater 4, 4: „geworden (entstanden, i. S. v.: geboren) aus einer Frau“; Johannes 8, 58: „bevor Abraham wurde (entstand), bin ich“; Matthäus 21, 19: „nicht soll aus dir Frucht werden (entstehen, hervorkommen) in Ewigkeit“; Markus1, 11: „es geschah (entstand, kam hervor) eine Stimme aus den Himmeln“; 1. Timotheus 6, 4: „woraus Neid, Streit, Lästerungen, böser Argwohn entstehen“; 1Johannes 2, 18: „jetzt sind viele Antichristusse geworden (gekommen)“. In manchen dt. Bibelübersetzungen wird GINESTHAI auch mit „sein“ übersetzt, z. Bsp. an Stellen wie Matthäus 10, 16; Markus4, 10; 16, 10; Lukas 6, 49; 13, 4; Johannes 1, 30; 1. Korinther 16, 10. Aber an allen diesen Stellen ist die Wiedergabe mit „werden“, „entstehen“ oder „kommen“ exakter. In 2. Thessalonicher 2, 7 ist zuerst davon die Rede, dass die Gesetzlosigkeit als „Geheimnis“, d. h., im Verborgenen, am Wirken ist („das Geheimnis ist bereits am Wirken, [das] der Gesetzlosigkeit;“). GENEETAI steht der Aktionsart nach in der „Medium“-Form, d. i. die Sichform; allerdings spielt der Unterschied zwischen Medium und Passiv in diesem Fall kaum eine Rolle. In unserem Fall bietet sich die Sichform an (wörtlich „sich heraus- [o.: hervor-]werden“): „sich begeben“. Zusammen mit EK MESOU könnte man also recht genau übersetzen: „sich mitten herausbegeben (oder hervorbegeben)“. 2) Zum Ausdruck EK MESOU Die Wendung EK MESOU (w.: „aus [der] Mitte“; im AT die Übersetzung des hebr. MITTOOCH bzw. MIQEREB) muss nicht die „Mitte“ betonen, sondern kann einfach „mitten aus“ bzw. „mitten aus etw. heraus“; „mitten von etw. hervor“ bedeuten. Vgl. die griech. Übersetzung von 1. Mose 19, 29 (mitten aus der Umstürzung); 2. Mose 24, 16 (mitten aus der Wolke); 5. Mose 4, 12.15.33.36; 5, 4.23 (mitten aus dem Feuer); 1Kg 8, 51 (mitten aus dem eisernen Schmelzofen); Psalm 74, 11 (mitten aus deinem Schoß); Amos 6, 4 (mitten aus dem Maststall). Daher wird in der griech. Übersetzung des hebr. AT der hebr. Ausdruck MITTOOCH/MIQEREB oft auch lediglich mit EK (aus) übersetzt (z. B. 2. Mose 3, 2.4; 12, 31; 28, 1; 2. Mose 33, 11; 4. Mose 14, 44; 15, 30; 5. Mose 2, 14.15; Psalm 72, 14; Sprüche 5, 15; Jesaja 24, 18). „Aus der Mitte“ und „aus“ / „aus … heraus“ können also im griech. AT synonym verwendet werden. Barnouin [Barnouin, Michel, Les Problemes de la traduction concernant II Thess II.6-7, in: New Testament Studies 23/4 (1977), S. 482-498] zeigt auf, dass die Formel „AUS DER MITTE“ in 2. Thessalonicher 2, 7 nicht notwendigerweise ein Objekt verlangt. Der Sinn ist einfach, dass jemand (oder etwas) von dort hervorkommt, wo er (oder es) gewesen war, also aus der Verborgenheit heraus/hervor. 3) Zum Ausdruck EK MESOU in Verbindung mit GENEETAI Newton [Newton Benjamin Wills, Notes Expository of the Greek of the first chapter of the Romans; with remarks on the force of certain synonyms etc., London 1856] weist darauf hin, dass EK MESOU (aus der Mitte) im biblischen Griechisch nur dann den Sinn von „aus der Mitte weg“ bekommt, wenn es in Verbindung mit Verben wie AIREIN, EXAIREIN, EXERCHESTHAI, HARPADSEIN steht, und zwar aufgrund eben dieser Verben (so z. B. in Kol 2, 14 und Jesaja 52, 11). Wenn EK MESOU aber in Verbindung mit GINESTHAI (werden, entstehen) steht und sich auf etwas bezieht, das bisher verborgen war, hat es im biblischen Griechisch die Bedeutung: „aus der Mitte hervor“ bzw. „mitten heraus/hervor“. (Zur Bedeutung „hervor“ für EK MESOU vgl. die griech. Üsg. von 4. Mose 25, 7; 5. Mose 4, 15; 4, 33.36; 5, 22-26; 2Kg 9, 2; Psalm 74, 11; 104, 12; Jeremia 49, 19; Sacharja 6, 1.) 4) Zur Wendung HEOOS EK MESOU GENEETAI Die wörtliche Übersetzung ist: „bis er/es [sich] aus der Mitte [heraus/hervor] werde“. Der Zusammenhang legt nahe, das „aus der Mitte werden“ nicht im Sinne eines Entfernt-Werdens (bzw. Sich-Entfernens) zu deuten. Wenn die Rede von etwas ist, das verborgen war, bedeutet die Wendung: „aus der Mitte werden“ schwerlich „aus der Mitte entfernt werden“. Was in einem verborgenen Zustand ist, wird nicht „aus der Mitte entfernt“ (bzw. „entfernt sich“ nicht aus der Mitte), sondern tritt „mitten heraus“ bzw. „mitten hervor“. Wenn im neutestamentlichen Griechisch in anderen Fällen (unter Verwendung von GINESTHAI) das Element des Entfernens ausgedrückt wird, geschieht dieses zusammen mit der Präposition APO (weg): Vgl. 1. Petrus 2, 24: „damit wir, den Sünden weggeworden [o.: entzogen / entfernt; griech.: TAIS HAMARTIAIS APOGENOMENOI], für die Gerechtigkeit leben sollen“; Johannes 9, 22: „dass er aus der Synagogengemeinschaft [weg- / hinaus-]getan werden sollte [griech.: APOSÜNAGOOGOS GENEETAI]“. 5) Zur Übersetzung der V. 6 und 7. V. 6 wörtlich: V. 6A: „Und nun wisst ihr das Zurückhaltende,“ V. 6M: „damit er enthüllt werde zu seinem ‹eigenen› Zeitpunkt;“ Der V. 7 ist schwierig zu übersetzen. Er besteht aus zwei Teilen (V. 7A, V. 7M). Sie sind durch Semikolon getrennt. V. 7 wörtlich: V. 7A: „denn das Geheimnis ist bereits am Wirken, [das] der Gesetzlosigkeit;“ V. 7M: „nur der Zurückhaltende jetzt, bis aus [der] Mitte er/es geworden [o. entstanden] ist“; o.: „…, bis er/es sich mitten heraus begeben hat“. Der Satz „nur der Zurückhaltende jetzt“ bzw. „nur der jetzt Zurückhaltende“ hat im Griechischen kein Prädikat. Es besteht die Möglichkeit, „der jetzt Zurückhaltende“ als das Subjekt des Nebensatzes „bis er sich mitten heraus begeben hat“ aufzufassen. Die Wortstellung lässt sich als „Prolepsis“ bzw. „Antizipation“ erklären: d. h., zur Hervorhebung kann das Subjekt eines Nebensatzes häufig in der übergeordneten Konstruktion stehen. (Vgl. Kurzgrammatik Paragraph 507; Hoffmann-von Siebenthal Paragraph 292.) Man könnte daher übersetzen: „bis der, der jetzt zurückhält, sich mitten herausbegeben hat“. Allerdings bliebe V. 7 dann unvollständig. Er würde lauten: „denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist bereits am Wirken, nur, bis der, der jetzt zurückhält, sich mitten herausbegeben hat.“ Wie sollte das „nur“ aufgefasst werden? Die Rev. Elberfelder Übersetzung muss daher einen Satz als Ergänzung einfügen: „…, nur [offenbart es sich nicht], bis … Die bessere Lösung scheint die, sich einfach das Wort „ist“ zu ergänzen: „denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist bereits am Wirken; nur [ist] jetzt der Zurückhaltende“ bzw. „…; nur [ist] der jetzt Zurückhaltende [da]“. Das substantivierte Partizip „der Zurückhaltende“ kann aufgelöst werden in: „der, der zurückhält“: V. 7M also: „nur [ist] der, der jetzt zurückhält“; bzw. „nur [ist] jetzt der, der zurückhält, [da]“. Der letzte Teil von V. 7 („bis er sich mitten heraus- (o. hervor-)begeben) hat“), wurde oben bereits besprochen. Man könnte V. 7 also folgendermaßen wiedergeben: „… denn das Geheimnis ist bereits am Wirken, [das] der Gesetzlosigkeit; nur [ist] der, der jetzt zurückhält, bis er sich mitten herausbegeben hat [o.: bis er mitten herausgeworden ist; o.: bis er aus der Mitte geworden / entstanden / gekommen ist].“ 6) Andere Stimmen Newton (PROSPECTS und NOTES EXPOSITORY) schlägt für die Verse 6.7 die Übersetzung vor: „And ye know that at present there is that which restraineth, in order that he might be revealed in his season [and not before], (7) for the mystery of lawlessness is already working (only there is at present one that restraineth) until it become developed out of the midst ...“ [Newton, B. W., Prospects of the ten Kingdoms of the Roman Empire, 1873/1955, S. 211f] Zu Deutsch: „Und ihr wisst, dass jetzt das da ist, was zurückhält, damit er geoffenbart/enthüllt werde zu seiner bestimmten Zeit [und nicht vorher], (7) denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken (nur ist jetzt einer da, der zurückhält), bis es entwickelt/manifestiert werde [o.: sich entwickle] aus der Mitte hervor …“ M. Barnouin [in dem Aufsatz: La traduction de 2. Thessalonicher ess. 2, 6.7, in: New Testament Studies 23, 1977, S. 482-498] übersetzt: „Car cette réalité mystérieuse de l’impiété est déjà en action. Quelqu’un le tenant seulement gardé actuellement jusqu’à ce que, sortant de là, il vienne.“ Zu Deutsch: „Denn diese geheime Realität der Gesetzlosigkeit ist bereits am Wirken [o.: in Aktion; am Werk]; nur, jemand hält gegenwärtig über ihn Wacht, bis dass, von dort ausgehend [o.: hervorkommend], er komme.“ Alfred Marshall [Alfred Marshall, The R.S.V. Interlinear Greek-English NT, Samuel Bagster and Sons, London, 1968] übersetzt 2. Thessalonicher 2, 7 folgendermaßen: „For the mystery of lawlessness already operates, only [there is] the [one] restraining just now until it comes out of [the] midst.“ Zu Deutsch: „Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirkt schon, nur [da ist] der [eine], der zurückhält eben jetzt, bis es aus [der] Mitte kommt.“ J. P. Green [Jay P. Green, Sr., The Interlinear Bible, Sovereign Grace Publishers, Lafayette, Indiana, 1986] übersetzt in seiner LITERAL TRANSLATION den Vers so: “For the mystery of lawlessness already is working, only he holding back now, until it comes out of THE midst.“ Zu Deutsch: „Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Werk [o.: am Wirken], nur [ist] er jetzt zurückhaltend, bis es aus [der] Mitte kommt.“ McReynolds [Paul R. McReynolds, Word Study Greek-English NT – a Literal, Interlinear Translation, Tyndale House Publishers, Inc.Wheaton, Illinois, 1999] übersetzt: „For the mystery of the lawlessness already operates; alone the one holding down now until from middle he might become.“ Zu Deutsch: „Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirkt schon; allein, der eine, der jetzt zurückhält [o.: der jetzt Zurückhaltende], bis aus [der] Mitte er werden möge.“ Zeolla [Gary F. Zeolla, Analytical-Literal Translation of the NT, Darkness to Light ministry, http://www.dtl.org, 2001] gibt 2. Thessalonicher 2, 7 wie folgt wieder: „For the secret [or, mystery] of lawlessness is already supernaturally working, only the one [or, the One] now restraining [will continue to do so] until he [or, He] comes [or, appears] out of [the] midst.“ Zu Deutsch: „Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist bereits übernatürlich am Wirken, nur, der eine [o.: der Eine], der jetzt zurückhält [wird dies weiterhin tun], bis er [o.: Er] aus [der] Mitte kommt [o.: erscheint].“ Lofstrom [LOFSTROM, Elmer E. „Lawlessness and its Restrainer: A New Translation of II Thess II.6-8 in: The EXPOSITORY TIMES 28 (1917), S 379] übersetzt: „for the mystery of lawlessness is already working (only there is he who is restraining it just now) – until it shall arise out of the midst, (V. 8A:) and then shall the lawless one be revealed.” Zu Deutsch: „denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist bereits am Wirken (nur, da ist er, der es gerade jetzt [noch] zurückhält), bis es sich aus der Mitte erhebt [o. hervorkommt], und dann wird der Gesetzlose enhüllt werden.“ Heward [Heward, Percy W., Taken out of the way: Is this the true rendering of the words of the Holy Spirit in 2 Thessalonians 2.7?” London] übersetzt: „bis er aus der Mitte geworden ist“ [ins Deutsche übertragen in: www.neuesundaltes.de/pdf/pwh-2thes2-7-deu.pdf]. Dr. Joseph Grimm [Joseph Grimm: „Der KATECHON des zweiten Thessaloniker-Briefes (2. Thess. 2, 7), Stadtamhof 1861 (UB Augsburg: www.bibliothek.uni-augsburg.de) ] schlägt vor: „nämlich das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist bereits in Thätigkeit, nur der, der jetzt noch zurückhält, bis er aus der Mitte [dieses Geheimnisses] entstehe/geboren werde“. O.: „nämlich das Geheimnis der Anomie [Gesetzlosigkeit] ist bereits in Thätigkeit, nur der jetzt Zurückhaltende [o. jetzt noch im Wege Stehende], bis der mitten heraus geschafft ist“ bzw. „mitten [aus dem Geheimnisse] hinaus geschafft ist“. 7) Einwände Gegen die vorgeschlagene wörtliche Übersetzung von EK MESOU GENEETAI wurden Einwände vorgebracht. a. So behauptet E. W. Bullinger, das Gefüge EK MESOU GINESTHAI wäre im klassischen Griechisch in dem Sinne von „aus der Mitte entfernen“ verwendet worden. [„[...] The same usage is seen in the classics: Plutarch (Timol.( p. 238, 3); Herodotus (3, 83 and 8, 22); Terence (Phorm. v. 8, 30); and Xenophon (Cyr. 5, 2, 26). It is absurd therefore to take this idiomatic phrase literally (as B.W. Newton does) and render it: ‘until he (Antichrist) arises (or is revealed) out of the midst’“ - Ethelbert W. Bullinger (1837-1913), Commentary on Revelation, Grand Rapids, Kregel-Classics, Repr. 1984 der 3. Aufl. von 1935; S. 407]. Diese Wendung dürfe man daher nicht wörtlich verstehen. Er führt Plutarch (Tim. S. 238, 3), Herodot (3, 83 und 8, 22), Terence (Phorm. V. 8, 30) und Xenophon (Cyr. 4, 2, 26) als Belege an, um seine Behauptung zu stützen. Harold Holmyard argumentiert [in einem amerikanischen Internetforum für Bibelgriechisch (http://lists.ibiblio.org/pipermail/b-greek.html): „A good argument in my opinion is that the Greek phrase EN MESOO EINAI means TO BE IN THE WAY in the sense of being a hindrance. So the phrase EK MESOO GINESTHAI in 2 Thess 2, 7 naturally can suggest the removal of such activity.“], wenn das griech. Gefüge EN MESOO EINAI „im Wege sein“ (i. S. v.: ein Hindernis sein) bedeute, dann könne EK MESOO GINESTHAI in 2 Th 2, 7 entsprechend ein „ENTFERNEN“ bedeuten. Newton dazu: „Das Hauptargument gegen die vorgeschlagene Wiedergabe wird auf den Gebrauch von EIS MESON, EN MESOO und EK MESOU gegründet, besonders im klassischen Griechisch... EIS MESON wird oft gebraucht von dem, das in die Mitte von Menschen gebracht wird... EN MESOO deutet nicht selten an, dass etwas/jemand in der Mitte ist bzw. in die Mitte gestellt wird und im Wege von etwas ist... EK MESOU, wenn mit einem Ausdruck für Entfernen verbunden, kann das Entfernen von dem sprechen, das im Wege ist. Die Schrift liefert mehrere Beispiele dieses Gebrauchs, z. B. Kol 2, 14... Zwei Stellen bei Herodot werden ebenfalls zitiert als solche, die diesen Gebrauch aufweisen... Doch ist keines der zwei von Wert, wenn es darum geht, die UNABHÄNGIGE Bedeutung von EK MESOU festzustellen, weil es weitere Wörter in den Wendungen sind (auch in Kol 2, 14), die für den Gedanken des Entfernens verantwortlich sind.“ [„The chief argument against the rendering proposed is founded on the use of EIS MESON, EN MESOO and EK MESOU, especially in CLASSICAL Greek... EIS MESON – is frequently used of any thing brought into the midst of men ... EN MESOO not unfrequently signifies ‘interposition’ or the being in a middle place, so as to stand obstructively in the way of any thing... EK MESOU sometimes, WHEN CONNECTED WITH WORDS SIGNIFYING REMOVAL, implies removal from such obstructive place. Scripture supplies several examples of this use of EK MESOU, e.g., Kolosser 2, 14: EXALEIPSAS TO KATH HEEMOON CHEIROGRAPHOON TOIS DOGMASIN, HO EEN HÜPENANTION HEEMIN, KAI AUTO EERKEN EK TOU MESOU &c. Two passages from Herodotus are also quoted as shewing a similar use of EK MESOU, viz., Herod. 3, 83 and 8, 22(3). But neither of these two passages are of any value in determining the INDEPENDENT force of EK MESOU, because the words KATHEDSESTHAI and ESESTHE, as here used, necessarily give to EK the meaning of „secession“, quite as much as its conexion with AIROO in Kolosser 2, 14 gives to it there the meaning of REMOVAL.“ Newton, Notes an Romans, S. 96-97] b. Ein starkes Argument gegen die vorgeschlagene Lösung ist eine Stelle in der weltlichen griech. klass. Literatur, in der EK MESOU GINESTHAI im Sinne von „sterben“ vorkommt (Aesch. Epist. xii). Dazu bemerkt Newton: „Die Stelle, auf die man sich am meisten verlässt, um zu zeigen, dass EK MESOU die unabhängige Bedeutung von Entfernen / Entziehen hat, ist [die zitierte] aus Aeschin. EPIST. Zu dieser Stelle bemerkt Stephens ..., dass GIGNOMAI, für sich genommen, nicht den Sinn von ‘abtrennen’ oder ‘entfernen’ bekommen kann. [Das] stimmt ganz offensichtlich... Im ersten Teil der zitierten Stelle spricht [Aeschines] von denen, die durch Tod oder Verbannung entfernt wurden... ‘wenn sie durch Tod oder Verbannung aus der Mitte entfernt worden sind’. Der erste Teil des Satzes bestimmt den zweiten näher. Auch kenne ich keine Stelle, in welcher GIGNOMAI oder TITHEEMI oder KATHEDSOOMAI oder ESOMAI zusammen mit EK MESOU im Sinne von ‘abtrennen aus der Mitte’ gebraucht werden, wo dieser Gedanke nicht aus dem Zusammenhang bezogen wird... Diese verschiedenen Gebrauchsweisen von EK MESOU zeigen zur Genüge, wie es für seine jeweilige Bedeutung vom Zusammenhang abhängig ist... In dem Satzteil in 2. Thessalonicher 2 ist keine Erwähnung von ‘Entfernung’, nur vom AUFHÖREN des Zurückhaltens. Wer als Zurückhaltender fungiert, mag seine Tätigkeit abbrechen oder sie zum Abbruch veranlassen, ohne dass er selbst entfernt würde bzw. sich selbst entfernen würde... Im vorderen Teil des Satzes ist jedoch kein Wort, das von Entfernen spricht oder es unbedingt andeutet...“ [„The passage most relied on, to shew that EK MESOU has the independent force of removal or withdrawal, is from Aeschin. EPIST. The passage is as follows: TIS GAR OUK OIDEN, HOTI APOTHANONTES HOI ANTHROOPOI HOUTOI KAI PHEÜGONTES EK TEES PATRIDOS, TOTE DEE KAI MALISTA, HOPOIOI TINES EGENONTO TOUS TROPOUS, DIADEIKNÜNTAI; KAI GAR HA SÜNEKRÜPTON AUTOI PROTERON, EK MESOU GENOMENOON ANAPHEINETAI KATHAROOS (Aesch. EPIST. 12). On this passage Stephens remarks ... that GIGNOMAI, taken by itself, cannot imply ‘secession’ or ‘removal’ [This] is very obviously true... In the first part of the passage quoted, he [Aeschines] speaks of those removed either by death or by banishment... – ‘when by death or banishment they have been removed out of the midst’. The first part of the sentence defines the second. Nor do I know any passage in which GIGNOMAI or TITHEEMI or KATHEDSOOMAI or ESOMAI are used with EK MESOU in the sense of ‘abstraction or separation from the midst, in which that meaning is not derived from the context... These various uses of EK MESOU sufficiently show, how it must depend on the context for its specific definition... There is in this clause [in 2. Thessalonicher 2] no mention of ‘REMOVAL’ but only of CESSATION of restraining agency. One who acts in the way of restraint may suspend his agency or cause it to cease without being himself removed or even withdrawing himself... But there is no word in the former part of the sentence that denotes or necessarily implies removal...” Newton, Notes on Romans, S. 97ff.] c. Das Gefüge EK MESOU GINESTHAI kommt in der griech. Literatur noch an anderen Stellen [Plutarch Timoleos 5, 4; Plutarch, Vergleichung von Nikias und Crassus, 2, 6; Chrysostomos, Matth.komm. 54. Homilie - XVI, 13-23; Chrys., De diabolo tentatore, homiliae 1-3; Chrys., In epistulam ad Romanos, 155 60.659.25; Chrys. Ephes.komm. II, 17- III, 7; Chrys., Ephes.komm. VI, 5-13; Chrys., In Matthaeum homiliae I-XC; Chrys., 54. homil.XVI, 13-23; Cyrill v. Alexandria, Commentarii in Joannem, 002 1.702.27; Cyrill, Johann.komm. XII, 32; Theodoret, Eranistes 002 154.11; Severianus, Fragmenta in epistulam II ad Thessalonicienses, 047 334.20-23; Achilles Tatius, Leukippe und Kleitophon, Buch II, K. 27, 2; Athanasius, Expositiones in Psalmos, 27.257.54; ebd. 27.308.25; ebd. 27.324.4; ebd. 27.389.17. (Angaben z. Großteil nach TLG, Thesaurus Linguae Graece)] vor, wo es „entfernen“ bedeuten könnte. Aber man darf nicht außer Acht lassen, dass zwischen der Verfassung des 2. Thessalonicher und den Verfassern dieser Zitate etliche Jahrhunderte liegen. So kann es im Verlauf der Zeit bei gewissen griech. Begriffen oder Wendungen zu einem Bedeutungswandel gekommen sein. Es ist möglich, dass im Weiteren die Kirche in der Übersetzung von EK MESOU GINESTHAI vom Lateinischen her beeinflusst wurde. Im Lateinischen wurde das Gefüge passivisch übersetzt (DE MEDIO FIAT, d. h.: „von der Mitte [weg] werde“) und i. S. v. „entfernt werden“ aufgefasst, ebenso in der syrischen Peschitta. [Die syrische Peschitta übersetzt EK MESOU GENEETAI mit AT’CM NM LAQTSCHN ... George Lamsa übersetzt das in seiner Peschitta-Übersetzung mit „is taken out of the way“, David Bauscher in seiner Interlinearübersetzung der Peschitta mit „will be taken from the midst“. … Das Verb in 2. Thessalonicher 2, 7 ist eine Passivform. … Die syrische Harklensis, die sich sonst bedenkenlos dem Griechischen anschließt, stimmt hier mit der Peschitta überein. (Aus einem Beitrag von Markus Lembke, dt. Bibelgriechisch-Forum, www.domeus.de/groups/bibelgriechisch)] Aber das griech. GINESTHAI ist eine Mediumform (Sichform); wollte man also den Gedanken des „Entfernens“ annehmen, müsste man, um der griech. Mediumform gerecht zu werden, das Gefüge mit „sich aus der Mitte entfernen“ / „sich wegbegeben“ / „sich herausbegeben“ übersetzen. J. N. Darby bemerkte richtigerweise, dass der Gedanke, dass jemand „wegnimmt“, nicht im Text enthalten sei. [„The only fault in this translation [taken away from the midst, Anm. Verf.] is that it expresses the thought that there is someone who takes away, which is not said”; www.stempublishing.com/authors/darby/index.html u. www.stempublishing.com/authors/darby/letters: Vol 3, 209.] Die Auffassung, dass EK MESOU GINESTHAI „sich entfernen“ bedeutet bzw. bedeuten kann, kam wohl schon früh auf und hatte im Weiteren einen Einfluss auf die Übersetzung dieses Gefüges. Johannes Chrysostomos (selbst Liebhaber der griechischen Sprache – wie auch sein Lehrer Libinius) lebt im ausgehenden 4. Jh., im röm. Reich, in einer von Rom geprägten Kirche; er bedauert in seinen Schriften, dass die lateinische Literatur so starken Einfluss auf das Griechische hat. Wenn also in der späteren griech. Literatur EK MESOU GINESTHAI in gewissen Zusammenhängen die Bedeutung von „sich entfernen“ bzw. „sich aus der Mitte wegbegeben“ annehmen kann, ist dieses kein Beleg dafür, dass das Gefüge in 2. Thessalonicher 2, 7 so übersetzt werden muss. Weder im NT noch in der griech. Üsg. des AT gibt es einen Fall, wo EK MESOU GINESTHAI diese Bedeutung haben muss. 8) Schwierigkeiten mit der traditionellen Übersetzung Wenn der Zurückhaltende zuerst „entfernt werden“ muss, ehe das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ungehindert wirksam werden kann, bleibt unklar, wer oder was das Zurückhaltende ist. Durch die traditionellen Übersetzungen wird für den heutigen Leser der „jetzt Zurückhaltende“ zu einem Geheimnis, zu etwas, das nur die von Paulus unterwiesenen Thessalonicherchristen wussten. Mit der traditionellen Übersetzungsweise von V. 7 entstehen Probleme, die in der Auslegungsgeschichte bis heute unlösbar waren. [L. J. Lietaert Peerbolte (in: The katechon-katechoon on 2.Thess. 2, 6-7, Kampen; Novum Testamentum, Vol. 39, Fasc. 2 (Apr., 1997), pp. 138-150) erkennt dieses und gibt die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten an, die alle nicht befriedigen. Er selbst kommt zu einer bibelkritischen „Lösung“, die noch weniger zufriedenstellend ist.] Im Falle der oben vorgeschlagenen Übersetzung von EK MESOU GENEETAI lösen sich die Schwierigkeiten auf. Es muss nicht jemand „weggenommen“ werden. 9) „Das“ bzw. „der Zurückhaltende“, ein besonderes Problem Die richtige Übersetzung von 2. Thessalonicher 2, 7 hängt mitunter von der Identität des KATECHOON (des Zurückhaltenden) ab. Es ist entscheidend, was und wer zurückhält. a. Der „Zurückhaltende“ kann nicht das römische Reich sein. Es ist nicht mehr vorhanden; der Mensch der Sünde ist aber noch nicht da. Auch wegen seines Wesens kann es nicht Rom sein. Wenn Rom für Gesetz und Ordnung bekannt war, darf es deswegen nicht idealisiert werden, denn seine Geschichte ist durchzogen von Intrigen, Streitigkeiten und viel Ungerechtigkeit. Das zukünftige neu erstandene römische Reich kann es auch nicht sein, denn eben dieses soll ja das antichristliche Reich sein, in dem sich das Geheimnis der Bosheit offenbart. b. Das Zurückhaltende könnte im Prinzip der Heilige Geist sein, aber diese Lösung ist hier zu weit hergeholt. Dieses Argument wird vor allem von Vertretern der Vorentrückungslehre verwendet. Zwar ist der Geist in und unter den Entrückten, aber als der allgegenwärtige Gott ist er größer als die weggeraffte Gemeinde. Übrigens ist es gerade durch den Geist Gottes, dass der Rest Israels am Ende der großen Bedrängnis zur Buße kommt. Der Heilige Geist bleibt bei den Heiligen, wo immer sie sind. Solange es Heilige auf Erden gibt, ist der Geist bei ihnen und in ihnen; und durch sie wirkt er, überführt er, spricht er (Offenbarung 11). „In ihnen“ war er auch im AT (1. Petrus 1, 11). Und als der allgegenwärtige Gott bleibt der Geist auf der Erde, solange sie besteht. Und wenn man sagt, in der antichristlichen Zeit sei der Geist „anders“ (nämlich so wie im AT) gegenwärtig als vorher, müsste man das zuvor aus der heiligen Schrift belegen können. Und man sollte bedenken: Wenn der Heilige Geist in der alttestamentlichen Zeit in derselben Weise „gegenwärtig“ war wie in der antichristlichen, so war er demzufolge auch im AT „der Zurückhaltende“. Aber wenn er (und die Art und Weise seiner Gegenwart im AT) DAMALS der Zurückhaltende war, warum sollte er dann in der antichristlichen Zeit nicht mehr der Zurückhaltende sein? Und wenn die Zurückhaltung der Gesetzlosigkeit (im AT wie im NT bis heute) auf die spezielle Gegenwart des Heiligen Geistes zurückzuführen sein soll, er aber in der antichristlichen Zeit EBENSO gegenwärtig sein soll wie im AT, wie kann er dann zwar im AT der Zurückhaltende gewesen sein, zur Zeit des Antichristus aber als weggenommen gelten, sodass er dann nicht mehr der Zurückhaltende sei? Und warum soll die Zurückhaltung des Bösen überhaupt auf die Gegenwart des Gottesgeistes auf Erden zurückzuführen sein? Wo gibt es einen biblischen Beleg dafür? Und warum muss der Heilige Geist WEGGENOMMEN werden, um der Gesetzlosigkeit das volle Ausbrechen zu ermöglichen? Er könnte auch, OHNE sich zu entfernen, mit dem Zurückhalten aufhören. Im Übrigen ist nicht die ERDE in erster Linie der Schauplatz des geistlichen Kampfes. (Epheser 6, 12). Warum also müsste er VON DER ERDE weggenommen werden, um der Gesetzlosigkeit freien Raum zu geben? c. Ist mit dem „Zurückhaltenden“ eine Engelmacht bzw. ein Engel (z. B. Michael, Offenbarung 12, 7; Da 8, 10-12; 10, 13.20.21; 12, 1) gemeint? [William Arnold III schreibt in „The Post Tribulation Rapture“ (http://www.apostolic.net/biblicalstudies/post/link4.htm): „Daniel says that the TIME OF DISTRESS begins right after Michael GETS UP (Daniel 12, 1). The Greek in our passage for EK MESOU GENEETAI could also be translated UNTIL HE STEPS OUT OF THE WAY (NLT), UNTIL HE BE GONE (Darby) … Possibly, the masculine reference is to Michael personally, and the neuter is to the angelic army as a whole. The antichrist would not be revealed, then, until Michael and his forces get out of the way.“ Für den Engelsfürsten Michael als „Zurückhaltenden“ argumentiert auch Nicholl, Colin R. in: From Hope to Despair in Thessalonica: Situating 1 and 2 Thessalonians, Cambridge University Press, 2004, S. 27-53] In den angeführten Texten geht es nicht um ein Aufhalten, sondern um einen Machtkampf. Wenn es aber eine Engelmacht (z. Bsp. ein bestimmter Engelsfürst) ist, warum redet Paulus so geheimnisvoll? Warum spricht er nicht offen? Warum nennt er den Engelsfürsten nicht mit Namen, wie Daniel und Johannes (Offenbarung 12) es tun? Und weshalb muss diese Engelmacht (o. der Engelsfürst) SICH ENTFERNEN, damit die Gesetzlosigkeit voll zum Ausbruch kommen kann? Und WOVON soll sie (o. er) sich entfernen? d. Gott als der Zurückhaltende? Die These, dass Gott der Zurückhaltende ist, ist sehr sympathisch. Wenn Paulus von den ersten Lesern erwartete, dass sie wussten, wer der Zurückhaltende sei, sollten es vielleicht auch die späteren Leser wissen. Wer der Zurückhaltende ist, müsste dann aus der übrigen heiligen Schrift zu erkennen sein. Der Prophet Daniel macht, ehe er seine eigenen Gesichte schildert, in den Kapiteln 1-6 klar, wer die Geschicke der Völker in der Hand hat, besonders in K. 4. Auf Grund dieser Überlegungen, könnte man schließen, dass in 2. Thessalonicher 2, 7 Gott der Zurückhaltende sei. Dann aber kann er nicht der sein, der ENTFERNT WIRD bzw. SICH ENTFERNT. „Entfernt werden“ (passiv) ist ausgeschlossen, da niemand über Gott bestimmt und ihn entfernen könnte. Gegen den Gedanken, dass Gott sich selbst entfernen würde, spricht der Wortlaut. Es wäre eine äußerst befremdende Art, dieses so auszudrücken. Paulus hätte sagen können, dass Gott seine Hand zurückziehen werde, aber kaum, dass Gott sich „aus der Mitte entfernen oder wegbegeben“ werde. Und gemäß der Offenbarung ist Gott in der antichristlichen Zeit keineswegs abwesend. Er ist mitten im Geschehen, bewahrt die Seinen (7, 1ff; 9, 4; 12, 6), sendet warnende Gerichte (K. 8 und 9), warnende Boten (14, 6ff), spricht durch Propheten (11, 3ff). Nichts entgleitet seiner Hand. Von einem SICH-ENTFERNEN Gottes kann also nicht die Rede sein, im Gegenteil: Ruhig bleibt er auf seinem Thron sitzen, wo er auch zuvor saß; und alles, was geschieht, geschieht auf sein Geheiß. (Vgl. 13, 5.7.14.15; 16, 16; Sacharja 14, 2; Hesekiel 38, 4; 2. Thessalonicher 11.12.) Wie oben gezeigt, ist der Gedanke des Entfernt-Werdens eigentlich nicht im Text enthalten, sondern nur, dass jemand sich „mitten herausbegibt“. Und der Zusammenhang legt nahe, dass es der „Geheimnis-Zustand“ der Gesetzlosigkeit ist, aus welchem er/sie/es sich „mitten herausbegibt“. Nimmt man an, dass mit dem Zurückhaltenden Gott gemeint sei, so müsste man im letzten Teil des Verses 7 mit „es“ übersetzen (was von griech. Text her durchaus möglich ist) und „es“ auf das Geheimnis beziehen: „Das Geheimnis ist bereits am Wirken, [das] der Gesetzlosigkeit; nur [ist] der [da], der jetzt zurückhält, bis es [d. i. das Geheimnis der Gesetzlosigkeit] mitten herausbegeben hat“, nämlich mitten aus der Verborgenheit heraus. Wenn Gott der Zurückhaltende ist, bleiben allerdings einige Fragen: Warum nennt Paulus Gott in V. 6 „das, was zurückhält“ (w.: das Zurückhaltende)? Warum sagt er nicht „der Zurückhaltende“ wie in V. 7? Und warum die ungewöhnliche Ausdrucksweise, die befremdende Formulierung? Warum wird Gott nicht erwähnt? Warum sagt Paulus nicht: „Das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist bereits am Wirken, nur, Gott hält es noch zurück, bis es mitten hervorgetreten ist“? Ganz befriedigend ist auch diese Möglichkeit nicht. e. Ein Lösungsvorschlag Die in V. 3 erwähnte Apostasie und das Erscheinen des Menschen der Sünde sind „DAS Zurückhaltende“; und der „Mensch der Sünde“, der „Gesetzlose“ als Person ist „DER Zurückhaltende“. Diesem Vorschlag wurde in der Auslegungsgeschichte zu wenig Beachtung geschenkt. Er liegt auf der Hand, bietet am wenigsten Schwierigkeiten und entspricht dem Zusammenhang des 2. Thessalonicherbriefes wohl am besten. (Siehe die Ausführungen unten und den Üsgsk. zu 2. Thessalonicher 2, 1-6.) Aber wer ist dann der, der zurückgehalten wird? Die kurze Antwort: Unser Herr, Jesus Christus (2, 1). Die lange Antwort: In 2, 2 wird von Irrlehrern berichtet, die behaupteten, der Tag Christi wäre da. Damit beunruhigten sie die Christen. (Siehe den Üsgsk. zu 2. Thessalonicher 2, 1-6.) Paulus erklärt, der Tag Christi kann noch nicht da sein, denn es gibt etwas, das den Herrn zurückhält. Er nennt Zweierlei: „Wenn nicht zuerst der Abfall ‹und Aufstand› gekommen und der Mensch der Sünde enthüllt worden ist, …“ (2, 3). Dann erinnert er die Thessalonicherchristen daran, dass er über die beiden zurückhaltenden Elemente bereits zu ihnen gesprochen hatte. Sie sind daher bestens informiert, um nun zu wissen, was es ist, das den Herrn zurückhält...
English Standard Version 2001:For the mystery of lawlessness is already at work. Only he who now restrains it will do so until he is out of the way.
King James Version 1611:For the mystery of iniquity doth already work: only he who now letteth [will let], until he be taken out of the way.



Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:2, 7: das Geheimnis der Gesetzlosigkeit. Das ist der Geist der Gesetzlosigkeit, der in der Gesellschaft bereits vorherrscht (vgl. 1. Johannes 3, 4; 5, 17), aber jetzt noch ein Geheimnis ist in dem Sinne, dass er noch nicht vollständig offenbart ist. Vollständig offenbaren wird sich der Geist der Gesetzlosigkeit in demjenigen, der sich so dreist Gott widersetzt, dass er in gotteslästerlicher Weise den Platz Gottes auf Erden einnimmt, den Gott für Jesus Christus vorbehalten hat. Der Geist eines solchen Menschen ist bereits wirksam (vgl. 1. Johannes 2, 18; 4, 3), doch der Mensch, der diesen Geist vollends verkörpern wird, ist noch nicht gekommen. Mehr über den Begriff Geheimnis s. Anm. zu Matthäus 13, 11; 1. Korinther 2, 7; Epheser 3, 4.5. aus dem Weg sein. Hier geht es nicht um räumliches Entfernen (daher kann es sich nicht um die Entrückung der Gemeinde handeln), sondern vielmehr um ein »zur Seite treten«. Der zugrunde liegende Gedanke ist nicht »weg sein«, sondern »aus dem Weg sein« (vgl. Kolosser 2, 14, wo unsere Sünden aus dem Weg geräumt sind, die eine Barriere zwischen Gott und uns waren); s. Anm. zu V. 3.4. Diese zurückhaltende Macht wird bestehen bleiben, bis der Antichrist offenbar wird. Das wird in der Mitte der Trübsalszeit geschehen. Dann verbleiben dem Antichrist noch 42 Monate Regierungszeit (Daniel 7, 25; Offenbarung 13, 5).


«Grammatische Kürzel» der Elberfelder Studienbibel
aAorist (2)
amAorist Medium (2, 24)
apAorist Passiv (2, 31)
artbestimmter Artikel (3)
bpmbetontes Personalpronomen (4)
bvftbetonte Verneinung im Futur (5)
fFemininum (6)
ftFutur (7)
ftmFutur Medium (7, 24)
ftpFutur Passiv (7, 31)
gnGenitiv (8)
idpIndikativ Präsens (12, 13)
idpfIndikativ Perfekt (12, 32)
idppIndikativ Perfekt Passiv (12, 31, 32)
ippIndikativ Präsens Passiv (12, 13, 31)
ifaInfinitiv Aorist (14, 15)
ifapInfinitiv Aorist Passiv (2, 14, 31)
ifftInfinitiv Futur (7, 14)
ifgnInfinitiv im Genitiv (16)
ifpInfinitiv Präsens (14, 17)
ifpfInfinitiv Perfekt (14, 32)
ifppInfinitiv Präsens Passiv (14, 17, 31)
imaImperativ Aorist (9)
imapImperativ Aorist Passiv (9, 31)
impImperativ Präsens (10)
ipfImperfekt (11)
kaKonjunktiv Aorist (19, 20)
kaakKonjunktiv Aorist Aktiv (19, 20)
kaimKonjunktiv Aorist als Imperativ (21)
kamKonjunktiv Aorist Medium (19, 20, 24)
kapKonjunktiv Aorist Passiv (19, 20, 31)
komKomparativ (18)
kpakKonjunktiv Präsens Aktiv (1, 22)
kpmpKonjunktiv Präsens Medium / Passiv (22, 24, 31)
mMaskulinum (23)
nNeutrum (25)
nomNomen (26)
optOptativ (27)
pfPerfekt (32)
plPlural (33)
ppPräsens Passiv (13, 31)
ppfPartizip Perfekt (28, 32)
ppfpPartizip Perfekt Passiv (28, 31, 32)
pqpfPlusquamperfekt (34)
prdPrädikat (35)
ptaPartizip Aorist (28, 29)
ptapPartizip Aorist Passiv (28, 29, 31)
ptpPartizip Präsens (30)
ptppPartizip Präsens Passiv (28, 30, 31)
sadsubstantiviertes Adjektiv (38)
sgSingular (37)
sifdsubstantivierter Infinitiv mit dia (39)
sifesubstantivierter Infinitiv mit en (41)
sifmsubstantivierter Infinitiv mit meto (42)
sifpsubstantivierter Infinitiv mit pro (43)
sifpssubstantivierter Infinitiv mit pros (44)
sifssubstantivierter Infinitiv mit eis (40)
ubunbestimmt (45)

Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung - Neues Testament und Psalmen
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Predigten über 2. Thessalonicher 2, 7
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