Hebräer 4, 13

Der Brief an die Hebräer (Hebräerbrief)

Kapitel: 4, Vers: 13

Hebräer 4, 12
Hebräer 4, 14

Luther 1984:Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):und es gibt nichts Geschaffenes, das sich vor ihm-1- verbergen könnte, nein, alles liegt entblößt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft abzulegen haben. -1) d.h. vor Gott.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar-a-, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben-b-. -a) Jeremia 23, 24; Johannes 2, 25. b) Psalm 33, 13-15; 90, 8; 1. Johannes 3, 20.
Schlachter 1952:und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, welchem wir Rechenschaft zu geben haben.
Schlachter 1998:Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.
Schlachter 2000 (Stand 05.2003):Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.
Zürcher 1931:und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, vielmehr ist alles entblösst und aufgedeckt vor seinen Augen, dem wir Rede zu stehen haben.
Luther 1912:Und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar; es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir.
Luther 1912 (Hexapla 1989):Und keine Kreatur ist vor ihm unsichtbar, es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen. Von dem reden wir.
Luther 1545 (Original):vnd ist keine Creatur fur jm vnsichtbar, Es ist aber alles blos vnd entdeckt fur seinen augen, Von dem reden wir.
Luther 1545 (hochdeutsch):Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar; es ist aber alles bloß und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir.
Neue Genfer Übersetzung 2011:Kein Geschöpf ist vor Gott verborgen; alles liegt offen und ungeschützt vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Albrecht 1912/1988:Ja nichts in der ganzen Schöpfung ist vor Gott verborgen; alles liegt unverhüllt und aufgedeckt vor seinen Augen. Und dieser Gott ist's, dem wir Rechenschaft zu geben haben.
Meister:Und es ist nicht ein Geschöpf unsichtbar vor Ihm, alles aber ist vor Seinen Augen entblößt und aufgedeckt, zu dem uns das Wort ist. -Hiob 26, 6; 34, 21.22; Psalm 33, 13; 90, 8; 139, 11.12; Sprüche 15, 11.
Menge 1949 (Hexapla 1997):und es gibt nichts Geschaffenes, das sich vor ihm-1- verbergen könnte, nein, alles liegt entblößt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft abzulegen haben. -1) d.h. vor Gott.
Nicht revidierte Elberfelder 1905:und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben.
Revidierte Elberfelder 1985-1991:und kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar-a-, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben-b-. -a) Jeremia 23, 24; Johannes 2, 25. b) Psalm 33, 13-15; 90, 8; 1. Johannes 3, 20.
Robinson-Pierpont (deutsch) 2022:Und kein Geschöpf ist verborgen vor ihm. Alles aber ist bloß und aufgedeckt (vor) seinen Augen, dem gegenüber wir Rechenschaft (geben).
Interlinear 1979:und nicht ist ein Geschöpf unsichtbar vor ihm, alles aber nackt und offen gelegt den Augen von ihm, vor dem uns die Rechenschaft.
NeÜ 2021:Vor Gott ist ja nichts verborgen. Alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen da, vor dem wir Rechenschaft ablegen müssen.
Jantzen/Jettel 2022:Und es ist kein Geschöpf unsichtbar vor ihm: Es ist alles bloß und aufgedeckt für seine Augen; ihm [schulden] wir Rechenschaft(a).
-Fussnote(n): (a) o.: ihm haben wir Rede [und Antwort] zu stehen; o.: ihm sind wir ein[e] [Ant]wort schuldig.
-Parallelstelle(n): Jeremia 23, 24; Psalm 33, 13-15; Psalm 90, 8; Offenbarung 2, 23
English Standard Version 2001:And no creature is hidden from his sight, but all are naked and exposed to the eyes of him to whom we must give account.
King James Version 1611:Neither is there any creature that is not manifest in his sight: but all things [are] naked and opened unto the eyes of him with whom we have to do.
Robinson-Pierpont 2022:Καὶ οὐκ ἔστιν κτίσις ἀφανὴς ἐνώπιον αὐτοῦ· πάντα δὲ γυμνὰ καὶ τετραχηλισμένα τοῖς ὀφθαλμοῖς αὐτοῦ πρὸς ὃν ἡμῖν ὁ λόγος.
Franz Delitzsch 11th Edition:וְאֵין יְצוּר נִסְתָּר מִלְּפָנָיו כִּי־הַכֹּל חָשׂוּף וְגָלוּי לְעֵינֵי־בַעַל דְּבָרִים שֶׁלָּנּוּ



Kommentar:
Peter Streitenberger 2022:Die verneinte Aussage im ersten Satz ist vergleichbar mit den positiven im Rest des Verses, wobei δὲ („sondern“) keinen Gegensatz im eigentlichen Sinn bedeutet (da die Aussagen identisch und nicht gegensätzlich sind), sondern eine Änderung in der Aussageform, in Form einer Gegenüberstellung. Zum außergewöhnlichen Wort τραχηλίζω („aufgedeckt sein“) vgl. Philo, De Cherubim 1.17, wo er die Sagengestalt Sisiphus beschreibt: „τραχηλίζουσι δεινοῖς ὑποβεβλημένος“. „unterworfen niederdrückenden Schrecklichkeiten“. Plato verwendet das Wort im Sinne von „ringen“ (Amatores 132.C, 8: „ἢ οὐκ οἶσθα τοῦτον ὅτι τραχηλιζόμενος καὶ ἐμπιμπλάμενος καὶ καθεύδων πάντα τὸν βίον διατετέλεκεν“. „Oder weißt du nicht von diesem, dass er ringend und sich vollfüllend und schlafend das ganze Leben zubrachte?“. Der Ausdruck stammt aus dem Umstand, dass der Nacken („τράχηλος“) beim Kampf nach hinten gedehnt wurde und so der Hals bloß war bzw. der Gegner so zu Boden gerungen wurde und dann kampfunfähig ergeben war. Vgl. Plutarchus, Antonius 33.4, der von Antonius schreibt, als er überschwänglich von einem Sieg erfährt und dann wohl aus Übermut jungen Sportlern bereits auf dem Weg zur Arena den Kopf nach hinten streckt und sie dadurch niederringt: „καὶ διαλαμβάνων τοὺς νεανίσκους ἐτραχήλιζεν“. „Und als er die jungen Männer gepackt hatte, rang er sie (durch Kinngriff) nieder“. Dies erklärt auch die metaphorische Bedeutung hier bei Paulus, da durch das Niederringen der Gegner bloß und wehrlos daliegt und der Kampf erledigt ist. Zum idiomatischen Ausdruck πρὸς ὃν ἡμῖν ὁ λόγος („dem gegenüber wir Rechenschaft geben“) vgl. Joannnes Chrysostomus, In Epistulam ad Galatas commentarius, 61.625, 25. Dort paraphrasiert er Paulus und seine Argumente, wem jener verantwortlich ist und wem er Rechenschaft geben wird: “Μὴ γὰρ πρὸς ὑμᾶς μοι ὁ λόγος ἐστί; μὴ γὰρ ἄνθρωποί μοι δικάζειν μέλλουσι; πρὸς τὸν Θεὸν ἡμῖν ὁ λόγος ἐστὶ, καὶ ὑπὲρ τῶν εὐθυνῶν τῶν ἐκεῖ ἅπαντα πράττομεν, καὶ οὐκ ἂν εἰς τοσοῦτον ἤλθομεν ἀθλιότητος, ὡς μέλλοντες ἀπολογεῖσθαι τῷ πάντων Δεσπότῃ ὑπὲρ ὧν κηρύττομεν, διαφθείρειν τὰ δόγματα”. “Ist meine Rechenschaft etwa euch gegenüber? Soll ich denn von Menschen beurteilt werden? Meine Rechenschaft ist Gott gegenüber“. Vgl. ebenso Meletius Pegas, Epistulae 112.10, der beschreibt, wann dies stattfinden wird: „[…] καὶ μεριμνῆσαι τὰ τοῦ Σωτῆρος ἡμῶν, πρὸς ὃν ἡμῖν ὁ λόγος ἐν ἡμέρᾳ κρίσεως“. „[…] und Sorge tragen für die Dinge unseres Heilandes, dem gegenüber wir Rechenschaft geben am Tag des Gerichts“. Ähnlich drückt sich Paulus in Hebräer 13.17 aus.
John MacArthur Studienbibel:4, 13: aufgedeckt vor den Augen dessen. »Aufgedeckt« ist ein spezieller Ausdruck, der nur hier im NT verwendet wird. Ursprünglich bedeutete er, den Hals darbieten, nämlich entweder bei einem Opfer, das geschlachtet werden soll, oder vor einer Enthauptung. Vielleicht war das »Schwert« im vorigen Vers der Auslöser für diesen Begriff. Jeder einzelne Mensch wird nicht nur durch das Wort Gottes beurteilt (vgl. Johannes 12, 48), sondern von Gott selbst. Wir sind gegenüber dem lebendigen, geschriebenen Wort verantwortlich (vgl. Johannes 6, 63.68; Apostelgeschichte 7, 38) und auch gegenüber dem lebendigen Gott, dem Autor dieses Wortes.



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Predigten über Hebräer 4, 13
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