Psalm 89, 7

Das Buch der Psalmen

Kapitel: 89, Vers: 7

Psalm 89, 6
Psalm 89, 8

Luther 1984:Denn wer in den Wolken könnte dem HERRN gleichen / und dem HERRN gleich sein unter -a-den Himmlischen? / -a) 1. Könige 22, 19.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Denn wer in der Wolkenhöhe kommt dem HErrn gleich, / ist dem HErrn vergleichbar unter den Gottessöhnen-1-, / -1) d.h. Engeln.
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Denn wer in den Wolken ist mit dem HERRN zu vergleichen-a-? / Wer ist dem HERRN gleich unter den Göttersöhnen-b-? / -a) Psalm 86, 8; Offenbarung 13, 4. b) Psalm 29, 1.
Schlachter 1952:Denn wer in den Wolken ist dem HERRN zu vergleichen, / wer ist dem HERRN ähnlich unter den Göttersöhnen? /
Zürcher 1931:Denn wer in den Wolken darf neben den Herrn sich stellen, / wer ist dem Herrn gleich unter den Gottessöhnen? /
Luther 1912:Denn wer mag in den Wolken dem Herrn gleich gelten, und gleich sein unter den a) Kindern Gottes dem Herrn? - a) Hiob 1, 6.
Buber-Rosenzweig 1929:Denn wer im Luftraum reihte sich DIR an, ähnelte DIR unter den Gottessöhnen!
Tur-Sinai 1954:Denn wer reicht, in den Wolken, an den Ewigen / wer gleicht dem Ewgen unter Götterwesen? /
Luther 1545 (Original):Denn wer mag in den Wolcken dem HERRN gleich gelten? Vnd gleich sein vnter den Kindern der Götter dem HERRN?
Luther 1545 (hochdeutsch):Denn wer mag in den Wolken dem HERRN gleich gelten und gleich sein unter den Kindern der Götter dem HERRN?
NeÜ 2021:(7) Wer über den Wolken ist so wie Jahwe, / welches himmlische Wesen gleicht ihm?
Jantzen/Jettel 2016:denn wer in der Wolkenhöhe 1) ist mit dem HERRN zu vergleichen? Wer ist dem HERRN gleich unter den Gottessöhnen 2)? a)
1) o.: im Himmelsgewölbe; o.: im Wolkenhimmel; andere Üsg.: in lichter Höhe
2) o.: unter den Söhnen der Starken; vgl. 72, 4; Matthäus 9, 15. Gemeint sind vermutlich die Engel. Vgl. V. 8; 29, 1; Hiob 2, 1; 5, 1; 15, 15. Moll (bei Lange): „Grammatisch und etymologisch zulässig ist die Übersetzung „Söhne der Gewaltigen“ (Gewaltige, Machthaber, Fürsten …), desgleichen „Söhne der Götzen“ (Götzendiener …). Gegen beide Deutungen spricht aber Vers 9c, wonach die Angeredeten sich im Himmel befinden. Da nun ELIM im Sprachgebrauch niemals als PLUR. MAJEST. [Majestätsplural] mit Singularbegriff vorkommen, sondern stets plural. die Götter der Heiden (2. Mose 15, 11; 18, 11; Psalm 95, 3 96, 4; 97, 9), die THEOI LEGOMENOI [so genannte Götter] (1. Korinther 8, 5) bezeichnet, denen gegenüber als der wirkliche Gott Jehovah EL ELIM [der HERR, der Gott der Götter/Gottheiten] heißt (Daniel 11, 36) oder auch EL ELOHIM [Gott der Götter] (Josua 22, 22; Psalm 50, 1), EL HA-ELOHIM [der Gott der Götter] (5. Mose 10, 17) oder ELOHEE HA-ELOHIM [Gott der Götter] (Psalm 136, 2), weil diese auch [als] Götter den Namen ELOHIM haben (Psalm 86, 8), so darf man nicht geradzu übersetzen: Söhne oder Kinder Gottes (Sept[uaginta] u. a.) und den Plural ELIM rechtfertigen wollen durch Bezugnahme auf die grammatische Form einer Attraktion bei Kompos. … wie 2. Mose 1, 11; 1Chr 7, 5 … oder durch die Annahme, es sei ein Plural von BEN EL nach Analogie von Jesaja 42, 22 (vergl. V. 7); Jesaja 51, 9 (vergl. 1. Mose 9, 12); Jeremia 42, 8 (vergl. 2S 24, 4) gebildet (Hitz.). Nun sind aber hier weder die heidnischen Götter noch deren angebliche Söhne angeredet, sondern offenbar die Engel, denn diese bilden die himmlische Umgebung Gottes (Hi 1, 6; 2, 1); das himmlische Heer (1Kg 22, 19; Nehemia 9, 6), welchem das Preisen Gottes obliegt (Psalm 89, 6; 103, 20; Hi 38, 7; vergl. Jesaja 6, 3). Diese heißen zwar, wenn sie nicht nach dem ihnen gleichfalls obliegenden Berufe, den Willen Gottes anzukündigen und zu vollstrecken, MALEACHIM genannt werden, sonst Elohimssöhne …, werden aber auch als die Schar der Heiligen (QEDOSCHIM) bezeichnet (Hi 5, 1; 15, 15), welche den Jehovah umgeben, Psalm 89, 6.8; und diesen stehen 89, 7 parallel die BENE ELIM, so daß über den Sinn kein Zweifel vorhanden ist (Psalm 82 … gehört nicht hierher). Auch der Chald. umschreibt in unserer Stelle: Engelscharen. Die Form des Ausdrucks erklärt sich daraus, daß die Vokabeln ELIM wie ELOHIM allgemeinere Bedeutung (8, 6) haben und auf verschiedene Wesen von überirdischer Kraft, welche Gegenstände religiöser Verehrung geworden sind, angewendet werden, und daß der Ausdruck BEN, BENE nicht immer die physische, durch Zeugung vermittelte Abstammung, sondern teils die physische, teils die moralische Abhängigkeit ausdrückt und die so Bezeichneten als eine Gemeinschaft zusammenfaßt...“.
a) Psalm 86, 8*; 113, 5; Psalm 29, 1; 103, 20; Hiob 1, 6; 2, 1
English Standard Version 2001:For who in the skies can be compared to the LORD? Who among the heavenly beings is like the LORD,
King James Version 1611:For who in the heaven can be compared unto the LORD? [who] among the sons of the mighty can be likened unto the LORD?



Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:89, 1: Dieser Psalm beschreibt den Versuch des Autoren, die offensichtlichen Widersprüche zwischen seiner Theologie und den realen Zuständen seiner Nation zu versöhnen. In den ersten 38 Versen wiederholt er, was er für theologisch richtig hält: Gott hat Israel souverän als seine Nation erwählt und Davids Nachkommen als Regenten. Das letzte Drittel des Psalms spiegelt den Verdruss des Psalmisten darüber wider, dass die Nation verwüstet worden und die davidische Monarchie offenbar schmachvoll zugrunde gegangen ist. Man muss es dem Psalmisten hoch anrechnen, dass er sich weigert, seine Theologie wegzuerklären, sondern stattdessen die Spannung aufrecht erhält, und zwar in der Hoffnung, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt gelöst werden kann, wenn das verheißene irdische Reich unter einem Nachkommen Davids wiederaufgerichtet wird (vgl. Psalm 110; 132). I. Gottes offenkundige Treue zum Davidsbund (89, 2-38) A. Gottes Bundesliebe (89, 2-5) B. Gottes Löblichkeit (89, 6-19) C. Gottes Bund mit David (89, 20-38) II. Gottes offenbare Missachtung des Davidsbunds (89, 39-53) A. Die Wehklage des Psalmisten (89, 39-46) B. Die Bestürzung des Psalmisten (89, 47-52) C. Der Lobgesang (89, 53) 89, 1 Etan, dem Esrachiter. Das ist möglicherweise der levitische Sänger, der in 1. Chronik 6, 27 und 15, 17.19 erwähnt wird (s. Anm. zu Psalm 88, 1.). 89, 2 Gnadenerweise. S. Anm. zu Psalm 85, 7 (vgl. V. 2.14.24.28.33.49).




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