Psalm 1, 6

Das Buch der Psalmen

Kapitel: 1, Vers: 6

Psalm 1, 5
Psalm 2, 1

Luther 1984:Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, / aber der Gottlosen Weg vergeht.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):Denn es kennt der HErr den Weg der Gerechten; / doch der Gottlosen Weg führt ins Verderben-1-. -1) w: vergeht spurlos, o: verliert sich (= führt zum Untergang).
Revidierte Elberfelder 1985/1986:Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten-a-; / aber der Gottlosen Weg vergeht-b-. -a) Psalm 37, 18; 142, 4. b) 1. Samuel 2, 9.
Schlachter 1952:denn der HERR kennt den Weg der Gerechten; / aber der Gottlosen Weg führt ins Verderben.
Zürcher 1931:Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten; / aber der Gottlosen Weg führt ins Verderben.
Luther 1912:Denn der Herr a) kennt den Weg der Gerechten; aber der Gottlosen Weg vergeht. - a) Psalm 37, 18; Hiob 23, 10; 2. Timotheus 2, 19.
Buber-Rosenzweig 1929:Denn ER kennt den Weg der Bewährten, aber der Weg der Frevler verliert sich.
Tur-Sinai 1954:Weiß ja der Ewige um der Gerechten Pfad / der Pfad der Bösen aber schwindet.»
Luther 1545 (Original):Denn der HERR kennet den weg der Gerechten, Aber der Gottlosen weg vergehet.
Luther 1545 (hochdeutsch):Denn der HERR kennet den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergehet.
NeÜ 2016:Um den Weg der Gerechten sorgt sich Jahwe, / doch von den Gottlosen bleibt zuletzt keine Spur.
Jantzen/Jettel 2016:denn der HERR kennt den 1) Weg der Gerechten, aber der Weg der Ehrfurchtslosen vergeht 2). a) 3) 4)
1) o.: nimmt ‹beständig› Kenntnis vom
2) o.: verliert sich; o.: verdirbt; im Sinne von: führt ins Verderben
a) Psalm 37, 18; 142, 4; Hiob 23, 10; Johannes 10, 14 .27; 1. Korinther 8, 3; 2. Timotheus 2, 19; Psalm 37, 20; 112, 10; 1. Samuel 2, 9; Sprüche 14, 12; Jesaja 64, 6; Matthäus 7, 13; 1. Johannes 2, 17
3) Zahlen zu Psalm 167 Wörter; 17 Zeilen;Zentrumswort (von 33 + 1 + 33 Wörtern): „zu seiner Zeit“ (V. 3);7 Zentrumswörter (von den 30 + 7 + 30 Wörtern): V. 3bc;15 Zentrumsw. (von den 26 + 15 + 26 Wörtern): V. 3bcde. Die 15 Zentrumsw. sind umrahmt von je 26 Wörtern: 26 + (4 + 3 + 1 + 3 + 4) + 26;5 Mittelzeilen (von den 6 + 5 + 6 = 17 Zeilen): V. 3;Mittelstrophe (bestehend aus 17 Wörtern): V. 3;3 Strophen: V. 1.2 (24 Wörter) | V. 3 (17 Wörter) | V. 4-6 (26 Wörter).Der erste Psalm im Buch I ähnelt im Aufbau dem letzten, Psalm 41;52 ist der Zahlenwert von „selig“, ASCHREE (1 + 21 + 20 + 10 = 52) = 2x26. „Selig“ umrahmt die beiden Einleitungspsalmen (1, 1; 2, 12). Es kommt im gesamten Psalter 26mal vor, wenn man die 2 Vorkommen in den Einleitungspsalmen 1 und 2 nicht mitrechnet): 17, 5; 32, 1.2; 33, 12; 34, 9; 40, 3.5; 41, 2; 65, 5; 73, 2; 84, 5.6.13; 89, 16; 94, 12; 106, 3; 112, 1; 119, 1.2; 127, 5; 128, 1; 137, 8.9; 144, 15 (2mal); 146, 5.
4) Zum formellen Aufbau der einzelnen PsalmenDie folgenden Ausführungen basieren vor allem auf wissenschaftlichen Untersuchungen von Casper J. Labuschagne, Numerical Features of the Psalms and Other Selected Texts (A Logotechnical Quantitative Structural Analysis), 2008; www.labuschagne.nl Zur ZeileneinteilungWir unterscheiden zwischen von den Masoreten festgelegten Verseinheiten (übereinstimmend mit den deutschen Versen) und hebräischen Verszeilen in den Ausgaben der hebräischen Bibel. Eine Verseinheit kann aus einer oder mehreren hebräischen Verszeilen bestehen. So besteht z. Bsp. der erste Vers in Psalm 1 in der hebräischen Bibelausgabe Biblia Hebraica Stuttgartensia (BHS) aus zwei, der zweite aus einer und der dritte aus drei Verszeilen. Die Masoreten fügten Trennzeichen in den Text ein und teilten den Vers bzw. die Verszeile in kleinere Sinneinheiten. Ein Haupttrenner innerhalb eines Verses ist z. Bsp. der Atnach. Üblicherweise teilt der Atnach einen Vers in zwei Hälften. Weitere Trenner teilen weiter auf. Die Trenner können für den Übersetzer eine Hilfe sein, die Verse bzw. die hebr. Verszeilen in Sinnabschnitte aufzuteilen und gedichtartig durch Kurzzeilen darzustellen. Dieses wurde auch in der vorliegenden Übersetzung versucht. So wird z. Bsp. der erste Vers in Psalm 1 durch vier den Sinnabschnitten entsprechende Zeilen dargestellt, Vers 2 durch zwei, Vers 3 durch fünf. (In seltenen Fällen ist nicht eindeutig, wie der Vers bzw. die hebr. Verszeile aufgeteilt werden soll. Psalm 1, 1 z. Bsp. - in der vorliegenden Üsg. ein Vierzeiler - kann als Drei- oder als Vierzeiler aufgefasst werden.); Wir unterscheiden im Folgenden Verse (V.), hebr. Verszeilen (Verszeilen) und Zeilen (Zl., d. h., die in der Übersetzung ersichtlichen Kurzzeilen). Das Zentrum eines PsalmsIn der hebr. Dichtkunst spielt das Zentrum eines Gedichtes bzw. Liedes eine große Rolle. Fast jeder Psalm hat ein Zentrum. Mit dem „Zentrum“ ist eine in der Mitte des Psalm sich befindende Wortgruppe (bzw. Verszeilen. oder Zeilen) gemeint, die die (oder eine) Hauptaussage des Psalm beinhaltet. Einige Psalmen - bestehend aus zwei Hauptteilen - haben zwei Zentren (z. Bsp. 73; 74; 79; 86). Zur Ermittlung des Zentrums zählten die Masoreten Verse, Verszeilen, Wörter und sogar Buchstaben. In diesem Anhang werden für jeden Psalm einige Zahlen angegeben, die eine Hilfe zur Ermittlung des Zentrums sein sollen. Bei der Zählung der Wörter sind die Überschriften bzw. einleitenden musikalischen oder kommentierenden Angaben (wie SELA, HIGGAJOON und a.) nicht mitgerechnet, auch nicht die Anfangs- und Schluss-HALLELU-JAH in den Psalmen (104-106; 111-113; 115-117; 135; 146-150), da sie nicht zum eigentlichen Korpus des Psalms gehören. Zum ZahlenwertDer Zahlenwert ist die Summe des numerischen Wertes der Buchstaben eines Wortes. Es gibt zwei Methoden der Zuordnung von Zahlen zu den Buchstaben: der dezimale Zahlenwert der Buchstaben (ALEPH = 1; BETH = 2; …; JOD = 10; KAPH = 20, LAMED = 30; …; QOPH = 100; RESCH = 200; SCHIN/SIN = 300; TAPH = 400) und der positionelle Zahlenwert (ALEPH = 1; BETH = 2; …; JOD = 11; KAPH = 12, LAMED = 13; …; TAPH = 22). Beide Arten sind bei den Juden bekannt und werden bei Zahlenwertberechnungen angewandt. Besondere Zahlenwerte (Summen von Buchstabenwerten) sind die Summen 13, 17, 23, 26 und 32, sowie deren Vielfache: . Der Gottesname JAHWEH („er ist“, JHWH, ausgesprochen: JACHWEH, s. unter II. Begriffserklärungen, bei „HERR“) hat den Zahlenwert 26 (= 10 + 5 + 6 + 5). . Der Gottesname in der 1. Person: „ich bin“ (EHWH, eine alte Schreibweise von EHJEH; ausgesprochen: ECHWEH; vgl. 2. Mose 3, 14) hat den Zahlenwert 17 (= 1 + 5 + 6 + 5). . ECHAD, „[der] Eine“ (Bezug auf die Einheit JAHWEHS, 5. Mose 6, 4), hat den Zahlenwert 13 (= 1 + 8 + 4). Die 13 ist auch der Zahlenwert von EL (Gott* / der Mächtige). . KAWOOD, „Herrlichkeit“, hat den dezimalen Zahlenwert 26 (= 20 + 2 + 4) bzw. (in SCRIPTIO PLENA, d. h., mit WAW) 32 (= 20 + 2 + 6 + 4). KAWOOD hat den positionellen Zahlenwert 17 (= 11 + 2 + 4) bzw. (in SCRIPTIO PLENA) den Zahlenwert 23 (= 11 + 2 + 6 + 4). Die Zahlen 17 und 26 repräsentieren sowohl JAHWEH als auch KAWOOD (Herrlichkeit), was möglicherweise kein Zufall ist, denn Gottes Name und Gottes Herrlichkeit sind aufs Engste miteinander verquickt. Vgl. z. Bsp. 2. Mose 33, 17-23; Psalm 29; 96, 8; 115, 1. Da die Zahlensummen 13, 17, 23, 26 und 32 (und ihre Vielfachen) besondere Bedeutung haben, ist es nicht verwunderlich, dass sie im Psalter häufig vorkommen. Auch die Zahl 7, die Zahl der Fülle, spielt im Psalter eine besondere Rolle. Im jüd. Denken steht die Zahl 7 auch für die Weisheit Gottes oder für etwas, das in vollkommener Übereinstimmung mit dem göttlichen Ratschluss steht.
English Standard Version 2001:for the LORD knows the way of the righteous, but the way of the wicked will perish.
King James Version 1611:For the LORD knoweth the way of the righteous: but the way of the ungodly shall perish.


Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:1, 1: Dieser Weisheitspsalm dient als Einleitung für den gesamten Psalter. Sein Thema ist so umfassend wie die ganze Bibel, denn hier geht es um Menschen, Wege und ewige Schicksale (für eine bedeutende Parallele s. Jeremia 17, 5-8). In zwei kontrastierenden Zyklen ordnet Psalm 1 alle Menschen ihren jeweiligen geistlichen Kategorien zu: I. Die Beobachtung zeigt, dass sich alle Menschen sittlich in zwei Gruppen einteilen lassen (1, 1-4) A. Ein Bild der Gottesfürchtigen (1, 1-3) B. Ein Bild der Gottlosen (1, 4) II. Die Konsequenzen zeigen, dass sich alle Menschen juristisch in zwei Gruppen einteilen lassen (1, 5.6) A. Das Versagen der Gottlosen (1, 5) B. Die Früchte der Lebensstile (1, 6) 1. Die Anerkennung der Gottesfürchtigen (1, 6a) 2. Das Verderben der Gottlosen (1, 6b) 1, 1 Wohl dem. Aus Sicht des Einzelnen ist das die tief verwurzelte Freude an Gott; aus Sicht der Gemeinschaft der Gläubigen bezieht sich das auf die Gnade der Erlösung (vgl. die Segnungen und Flüche von 5. Mose 27, 11 – 28, 6). nicht wandelt … noch tritt … noch sitzt. Der »Glückselige« (vgl. Matthäus 5, 3-11) wird zunächst als jemand beschrieben, der Verbindungen wie diese meidet, die Beispiele sind für die verderbliche Kraft der Sünde.




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