Psalm 40, 7

Das Buch der Psalmen

Kapitel: 40, Vers: 7

Psalm 40, 6
Psalm 40, 8

Luther 1984:-a-Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. / Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. / -a) Psalm 50, 8-13; 51, 18; 1. Samuel 15, 22; Hebräer 10, 5-10.
Menge 1926/1949 (Hexapla 1989):An Schlacht- und Speisopfern hast du kein Gefallen, / doch offne Ohren hast du mir gegeben; / nach Brand- und Sündopfern trägst du kein Verlangen. /
Revidierte Elberfelder 1985/1986:An Schlacht- und Speisopfern hattest du kein Gefallen,-a- / Ohren hast du mir gegraben-b-; / Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert-c-. / -a) Psalm 51, 18. b) Jesaja 50, 4.5. c) Psalm 50, 9.13.
Schlachter 1952:Opfer und Gaben begehrst du nicht; / die Ohren hast du mir aufgetan; / Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt. /
Zürcher 1931:Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, / doch Ohren hast du mir gegraben; / Brandopfer und Sündopfer forderst du nicht. / -Psalm 50, 13; 51, 18; Jesaja 1, 11; Jeremia 6, 20; 7, 22; Amos 5, 22; Micha 6, 6.7.
Luther 1912:a) Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die b) Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. - a) Psalm 51, 18; Hebräer 10, 5-10. b) Jesaja 50, 5.
Buber-Rosenzweig 1929:Nach Schlachtmahl, Hinleitspende gelüstets dich nicht: Ohren hast du mir gebohrt. Darhöhung, Entsündungsgabe heischest du nicht..
Tur-Sinai 1954:Hast Schlachtung, Spende nicht begehrt / da du die Ohren mir geöffnet; / Hochopfer und Entsündungsgabe hast du nicht verlangt. /
Luther 1545 (Original):Opffer vnd Speisopffer gefallen dir nicht, Aber die Ohren hastu mir auffgethan, Du wilt weder Brandopffer noch Sündopffer.
Luther 1545 (hochdeutsch):Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.
NeÜ 2021:Er ließ Trauben und Feigen verderben, / zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet.
Jantzen/Jettel 2016:An Opfern 1) und Dargebrachtem hattest du nicht Lust. 2) Ohren 3) hast du mir gegraben. Brandopfer und Sündopfer hast du nicht erbeten. 4) a)
1) im Hebräer kollektive Einzahl
2) nach der griechischen Übersetzung und Hebräer 10, 5: Opfer … wolltest du nicht
3) So nach d. Mas. T. u. einigen Hss der griech. Üsg. Andere wichtige Hss d. griech. Üsg. sowie Hebräer 10, 5 haben: „einen Leib“. Übersetzungskommentar: Die Übersetzung dieser Verse stellt eine Schwierigkeit dar. An welchen überlieferten Text soll man sich halten, an den Masoretischen Text, an die überlieferte griechische Version des AT oder an die des Verfassers des Hebräerbriefschreibers, der den Text in Hebräer 10, 5-7 zitiert? Nach dem Mas. T. lautet der Text auf Dt.: „(V. 7) An Opfer und Gabe hattest du nicht Gefallen. Ohren hast du mir gegraben. Brandopfer und Sündopfer hast du nicht erbeten. (V. 8) Da sagte ich: Siehe: Ich komme. In der Rolle des Buches ist über mich geschrieben. (V. 9) Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust. Und deine Weisung ist mitten in meinem Inneren [eigtl.: mitten in meinen Eingeweiden].“ [Eine etwas unwahrscheinlichere Übersetzungsvariante: Man könnte den letzten Teil von V. 9 auch an V. 8 anschließen: „(V. 8) Da sagte ich: Siehe: Ich komme (in der Rolle des Buches ist über mich geschrieben), (V. 9) dein Wohlgefallen, mein Gott, zu tun. Ich habe Lust ‹daran›. Und deine Weisung ist mitten in meinem Inneren.“] Nach Hebräer 10, 5-7 lautet der Text: „(V. 5) … Opfer und Dargebrachtes wolltest du nicht. Einen Leib richtetest du mir zu. (V. 6) An Brandopfern und [Opfern] für Sünde hattest du nicht Wohlgefallen. (V. 7) Dann sagte ich: Siehe! Ich komme (in der Rolle des Buches ist über mich geschrieben), deinen Willen, Gott, zu tun.“ … Nach der gr. Übersetzung des AT lautet Psalm 40, 7-9: „(V. 7) Opfer und Dargebrachtes wolltest du nicht, aber Ohren [o.: einen Leib; s. u.] richtetest du mir zu. Brandopfer und [Opfer] für Sünde erbatest du nicht. (V. 8) Dann sagte ich: Siehe! Ich komme. In der Rolle des Buches ist über mich geschrieben. (V. 9) Zu tun deinen Willen, mein Gott, habe ich gewollt. Und deine Weisung ist mitten in meinem Inneren.“ Ein Vergleich zeigt, dass der Text im Großen und Ganzen gleich ist. Der Hauptunterschied besteht darin, dass in Psalm 40, 7 der Mas. T. OSNAJIM (Ohren) hat, das NT (in Hebräer 10, 5) aber SOOMA (Leib). Der gr. Text des AT ist in Psalm 40, 7 (n. gr. Zählung Psalm 39, 7) nicht einheitlich überliefert. Manche gr. Mss haben OOTIA (Ohren; so Codex G, s. Septuaginta-Ausgabe v. A. Rahlfs, 1935). Die drei bekannten Textzeugen SINAITICUS, VATICANUS u. ALEXANDRINUS haben SOOMA (Leib). (Word Biblical Commentary, zu Hebräer 10, 5, NOTES, Anm. m) Die beste Lösung zur Erklärung des Unterschiedes liegt darin, dass die gr. Übersetzer des AT den hebr. Ausdruck für „Ohren“ als SYNEKDOCHE für „Leib“ auffassten. SYNEKDOCHE ist die Ersetzung eines Wortes durch einen Begriff aus demselben Begriffsfeld. In diesem Fall steht ein Teil [„Ohren“] für das Ganze [„Leib“], lat.: PARS PRO TOTO. Entsprechend übersetzten sie OSNAJIM (Ohren) mit SOOMA (Leib). Wer das „Ohr“ eines Knechtes hat, hat auch seinen Leib, d. h., seine Hingabe, seinen Gehorsam. Die „Ohren“ repräsentieren den ganzen Leib des Knechtes JAHWEHS, der aufmerksam auf den göttlichen Befehl hörte und sich im Gehorsam hingab. Die Tatsache, dass gr. Handschriften des AT existieren, die den hebr. Ausdruck beibehielten (Codex G, vgl. die Rahlfs-Ausgabe), ist eine Bestätigung dafür, dass die hebr. Vorlage OSNAJIM (Ohren) hatte und der Mas. T. an dieser Stelle richtig überliefert ist. In der gr. Vorlage, aus der der Hebräerschreiber zitierte, stand höchstwahrscheinlich SOOMA (Leib).
4) Vgl. Hebräer 10, 7: An Brandopfern und [Opfern] für Sünde hattest du nicht Wohlgefallen
a) Hebräer 10, 5-7; Psalm 51, 18; 1. Samuel 15, 22; Hosea 6, 6; Matthäus 9, 13; 2. Mose 21, 5-6; Jesaja 50, 4-5
English Standard Version 2001:Sacrifice and offering you have not desired, but you have given me an open ear. Burnt offering and sin offering you have not required.
King James Version 1611:Sacrifice and offering thou didst not desire; mine ears hast thou opened: burnt offering and sin offering hast thou not required.


Kommentar:
John MacArthur Studienbibel:40, 1: Psalm 40 beginnt mit einer überschwänglichen Danksagung und endet mit einer Mischung aus Gebet und Wehklage (vgl. die Entwicklung von Psalm 27). Außerdem sind die letzten 5 Verse von Psalm 40 nahezu identisch mit Psalm 70. Überall in diesem Psalm tauchen wichtige Verbindungen auf: die erste zwischen dem theokratischen König als Einzelperson und der Gemeinschaft des theokratischen Volkes. Darüber hinaus ist vom Blickwinkel der ntl. Offenbarung betrachtet in V. 7-9 eine Verbindung zum größeren David im Ansatz enthalten (vgl. Hebräer 10, 5-7). Beispiele aus der Vergangenheit und Gebete bezüglich einer gegenwärtigen Plage prägen den Psalm von Anfang bis Ende. In seiner Einstellung zeigte David, dass er verstand, wie wichtig das ist, wozu Paulus in Römer 12, 1.2 ausdrücklich aufforderte. Diese Elemente machen nur einen Teil der Reichhaltigkeit von Psalm 40 aus. Die folgenden Anmerkungen helfen Davids gedankliche Entwicklung innerhalb dieser 18 Verse mitzuverfolgen: Zwei Situationen bilden den Rahmen von Davids veröffentlichtem Ausdruck von Anbetung in Psalm 40. I. Ein Beispiel aus einer früheren Situation (40, 2-11) A. Die gnädige Rettung durch Gott (40, 2-4) B. Die reichhaltigen Ressourcen in Gott (40, 5.6) C. Die motivierten Antworten an Gott (40, 7-11) II. Gebete für die gegenwärtige Situation (40, 12-18)




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